Vor Ohel Jakob

Beleidigung vor Synagoge - 67-Jähriger schreit antisemitische Parolen

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Vor der Synagoge am Jakobs-Platz kam es zu dem antisemitischen Beleidigungen.

Zwei Männer waren gerade auf dem Weg zur Synagoge, als sie von einem 67-Jährigen antisemitisch beleidigt wurden. Es war nicht zum ersten mal, dass der man auffiel...

München – Ein 22-jähriger und ein 13-jähriger Münchener befanden sich am Samstag, gegen 09.00 Uhr, auf dem Weg zur Synagoge am St.-Jakobs-Platz. 

Unvermittelt wurden sie durch einen 67-jährigen Mann mit den Worten „Scheiß Volk! Scheiß Religion!“ und „Ihr seid scheiße!“ beleidigt. Der Mann wandte sich gezielt zu den beiden Herren hin und schrie so laut, dass sich in der Nähe befindliche zivile Polizeibeamte der Polizeiinspektion 11 (Altstadt) auf die Situation und den Herren aufmerksam wurden. 

Sie nahmen den 67-Jährigen aufgrund seiner beleidigenden Äußerungen gegenüber den Männern umgehend vorläufig fest. Der deutsche Mann, der über keinen festen Wohnsitz in Deutschland verfügt, wird zur Klärung der Haftfrage richterlich vorgeführt. 

Der 67-Jährige war vorausgehend mit seinem Fahrrad bereits an Sicherheitsmitarbeitern der Synagoge vorbeigefahren und äußerte im Vorbeifahren ebenfalls die Worte „Scheiß Religion!“. 

Das Kriminalfachdezernat 4 (Staatsschutz) hat die Ermittlungen übernommen.

Die Tat steht in großen Kontrast zu der Solidarität mit der jüdischen Gemeinde, die sich am Freitag vor der Synagoge gezeigt hat. (Hallo berichtete)

Nach dem antisemitischen Anschlag auf die jüdische Gemeinde in Halle, bei dem der Attentäter zwei Menschen ermordet und zwei weitere verletzte hatte, hatte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler dazu aufgerufen, am Freitagabend als Zeichen gegen den Judenhass eine Menschenkette um die Hauptsynagoge Ohel Jakob zu bilden. 

Beileidsbekundungen vor Synagoge in München

Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, zeigte sich überwältigt von den vielen Menschen, die gekommen waren.

„Ich danke allen Münchnerinnen und Münchner für diese beeindruckende Menschenkette um die Herzkammer unserer Gemeinde, die Synagoge – es ist eine Kette der Menschlichkeit! Sie haben uns in Ihre Mitte genommen und eindrucksvoll das dargestellt, was wir uns so sehnlich wünschen: Teil einer gemeinsamen Gesellschaft zu sein, mitten drin, geborgen und geschützt.“

In München, so Charlotte Knobloch, sei die Situation anders als in Halle und richtete ihren besonderen Dank an die Münchner Polizei, die die jüdischen Einrichtungen zuverlässig Tag für Tag schütze. 

Knobloch weiter: „Der wichtigste Schutz aber sind die Münchnerinnen und Münchner, für die es selbstverständlich und normal ist, dass jüdische Münchner sichtbar ihr Judentum leben. Sie sind es, die unsere Stadt für uns sicher machen – nicht nur an diesem Abend.“

Quelle: Polizeipräsidium München/ IKM/jh

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