BA fordert Kunst statt Werbung

München: So soll der U-Bahnhof Giselastraße bald aussehen - stadtweites Konzept für unterirdische Haltestellen

So soll die U-Bahn-Haltestelle Giselastraße nach der Sanierung aussehen.
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So soll die U-Bahn-Haltestelle Giselastraße nach der Sanierung aussehen.
  • Kassandra Fischer
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Die Pläne für den Umbau des U-Bahnhofes Giselastraße liegen vor - anhand dieses Konzeptes sollen künftig zahlreicher U-Bahn-Sanierungen in der Stadt erfolgen.

  • Die SWM wollen künftig U-Bahnhöfe anhand eines standardisierten Konzepts umbauen.
  • Erste Haltestelle, die saniert wird, ist die Giselastraße in Schwabing.
  • Der Bezirksausschuss fordert dabei mehr Platz für Kunst statt für Werbung. 

Schwabing - Wer regelmäßig U-Bahn fährt, weiß: Viele der unterirdischen Bahnhöfe sind in die Jahre gekommen. Ob Brandschutz, Sicherheit oder Barrierefreiheit – für die Stadtwerke München (SWM) stehen einige notwendige Sanierungen an. Allen voran: die Haltestelle Giselastraße.

München: Sanierung von U-Bahnhöfen jetzt anhand standardisiertem Konzept

Ludwig Wappner vom zuständigen Architektenbüro Allmann Sattler Wappner stellte deshalb in der jüngsten Sitzung der Stadtgestaltungskommission die konkreten Pläne für die Haltestelle der U-Bahnlinien 3 und 6 vor. Das Besondere daran: Es handelt sich um einen exemplarischen Vorschlag, der gleichzeitig die Grundlage eines neuen standardisierten Gestaltungskonzeptes bildet.

Münchner U-Bahnhöfe nach gleichem Schema sanieren

Bislang prägten individuelle Sanierungen wie am Sendlinger Tor die größeren MVG-Projekte. Künftig will man sich jedoch lieber an einem standardisierten Konzept orientieren. Etwa 40 U-Bahnhöfe muss die SWM in den nächsten Jahren sanieren – dabei müsse man „Aufwand und Kosten im Griff halten“. Die Giselastraße ist das Pilotprojekt – dann folgen als erstes die übrigen sanierungsbedürftigen U-Bahnhaltestellen der U6. 

Ohne von den Plänen der SWM zu wissen, hatte der Bezirksausschuss bereits im November gefordert, dass die Wände der Giselastraße für ein Jahr „nackt“ bleiben sollen (Hallo berichtete). Genau das sieht das neue Konzept jetzt dauerhaft vor.

Schwabing: So soll die U-Bahn-Haltestelle Giselastraße künftig aussehen

Man wolle vor allem „helle Räume schaffen und Angsträume vermeiden“, so Wappner. Ein neues LED-Lichtsystem erleuchtet künftig das Gleisgeschoss, auf Wand- und Deckenverkleidung wird größtenteils verzichtet. Stattdessen bleiben bloße Betonwände und offene Decken. „Der Raum ist dadurch künftig größer erlebbar und hat fast drei Meter mehr Höhe.“ Die Betonstützen bleiben, auch in ihrer orangen Farbe. Einen Kiosk könne man sich im Zwischengeschoss vorstellen. Ansonsten runden lediglich Informationstafeln, Ticketautomaten und Bänke die neue Haltestelle ab. Und natürlich Werbetafeln.

Ein LED-Lichtsystem soll künftig die Bahngleise erleuchten.

Das ist vor allem dem BA ein Dorn im Auge. Auf Initiative von Petra Piloty (SPD) forderte das Gremium jüngst, die Flächen lieber Kunstzwecken zur Verfügung zu stellen. Von der MVG , einer Tochter der SWM, wollen die Lokalpolitiker wissen, welche Umsätze an der Giselastraße durch die Werbeflächen erzielt werden – und wie viel durch die entfallenden Innenausbaukosten gespart wird. Auf Hallo-Nachfrage erklärte ein SWM-Sprecher: „Zu den Einsparungen können wir noch keine Zahlen nennen. Die Planungen stehen erst ganz am Anfang.“ Jeder Euro an Werbeeinnahmen leiste aber einen unverzichtbaren Beitrag zur Finanzierung des ÖPNV, so der Sprecher weiter. Geplant sei allerdings, im Zwischengeschoss einen Bereich für Kunst vorzusehen. Dafür wolle man sich noch mit dem Bezirksausschuss besprechen.

Im Zwischengeschoss der neuen Giselastraße soll es einen Kiosk geben. Auch Flächen für Kunst sind angedacht.

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