„Zuneigung, wenn alles wund ist“

Im „Café für die Seele“ finden Trauernde Unterstützung – Pfarrer Martin Stählin übernimmt jetzt die Leitung

Wer einen geliebten Menschen verloren hat, findet Zuflucht im Trauercafé in der Herzog-Wilhelm-Straße.
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Wer einen geliebten Menschen verloren hat, findet Zuflucht im Trauercafé an der Herzog-Wilhelm-Straße.
  • Kassandra Fischer
    vonKassandra Fischer
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Seit über zehn Jahren gibt es das „Café für die Seele“ in der Herzog-Wilhelm-Straße. Pfarrer Martin Stählin ist jetzt der neue Leiter des münchenweiten Angebots für Trauernde.

  • Im Trauercafé in München finden Menschen, die einen schweren Verlust erlebt haben, einen Zufluchtsort.
  • Jetzt hat das „Café für die Seele“ in Pfarrer Martin Stählin einen neuen Leiter gefunden.
  • Er bringt langjährige Erfahrung zum Thema Trauer und Trauerbewältigung mit.

Altstadt - Trauerbegleitung gehört zum festen Angebot von Pfarrgemeinden. Aus eigener Erfahrung weiß Martin Stählin (72) aber: „Als Gemeindepfarrer hat man oft nicht die Zeit, mehrere Besuche zu machen.“ Genau hier setzt deshalb das „Café für die Seele“ (siehe Infobox) an, dessen Leitung der Pfarrer im Ruhestand zum Jahreswechsel übernommen hat. Er löst dabei seinen früheren Vikarskollegen Volker Herbert ab und leitet das Café künftig gemeinsam mit Pfarrerin Iris Geyer.

München: Trauercafé unterstützt Trauernde in schwierigen Phasen

Wichtig sei das Angebot vor allem für diejenigen, „bei denen alles noch wund und offen ist, die noch viel Zuneigung brauchen“. Unterstützung dabei versuche das Trauercafé durch sein regelmäßiges Angebot zu bieten. Immer wieder finden Vorträge zum Thema Trauer und Trauerbewältigung statt. Ehrenamtliche – zum Teil aus der Hospizarbeit – sitzen dann mit an den Tischen. Stählin: „Die spüren ganz genau, wer was braucht.“

Pfarrer Martin Stählin ist neuer Leiter des „Cafés für die Seele“ in der Münchner Altstadt

Erfahrung bringt der 72-Jährige aus seiner langjährigen Arbeit als Pfarrer mit. Von 2001 bis 2004 leitete er das Pfarramt der Altschwabinger Erlöserkirche. Danach wechselte er in die Immanuelkirche nach Denning. Seit 2013 ist er im Ruhestand, arbeitet aber weiterhin als Urlauberseelsorger in Oberbayern, als Bordseelsorger auf Kreuzfahrtschiffen und hält Trauungen, Taufen und Trauerfeiern ab.

Pfarrer Martin Stählin ist der neue Leiter des „Cafés für die Seele“.

Wegen Corona: Treffen im Trauercafé derzeit nur online möglich

Wegen Corona müssen die Veranstaltungen des Trauercafés derzeit online stattfinden. Das funktioniere zwar, aber man erreiche bei Weitem nicht so viele Trauernde wie bei den Veranstaltungen vor Ort. „Viele ältere Menschen haben gar nicht das Equipment“, bedauert Stählin. „Gerade für die ist der Lockdown besonders schlimm.“

Das nächste Treffen findet am Montag, 1. Februar, per Zoom statt. Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular gibt es online auf ebw-muenchen.de.

Das ist das „Café für die Seele“

Seit 2008 gibt es das Angebot des Evangelischen Bildungswerks, bei dem Trauernden ein gemeinsamer Ort geboten wird. Jeden ersten Montag im Monat, von 15 bis 17 Uhr, hat das Trauercafé an der Herzog-Wilhelm-Straße 24 geöffnet. Rund zehn Ehrenamtliche unterstützen dort die Trauernden. Für die Zukunft wünscht sich der neue Leiter Martin Stählin einen Zuwachs. „Ich hoffe, dass wir das ausbauen können und freue mich, wenn sich Interessierte bei uns melden.“

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