Vermieter gibt nach

Einigung in München: Kaufhof-Filiale am Stachus ist gerettet - allerdings nicht für immer 

Wird der Kaufhof am Stachus in München doch noch gerettet?
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Wird der Kaufhof am Stachus in München doch noch gerettet?

Die Galeria Kaufhof Filiale am Stachus bleibt geöffnet - zunächst. Die Einigung mit dem Vermieter Zechbauer bringt einen Aufschub, doch die Beschäftigten müssen sich umsehen.

  • Die Kaufhof Filiale am Stachus wird gerettet.
  • Oberbürgermeister Reiter scheiterte zuletzt mit einem  Rettungsversuch.
  • Jetzt kam es zu einer Einigung mit dem Vermieter Zechbauer.

Fünf Verhandlungs- und Gesprächsrunde hat es gedauert, doch jetzt haben sich der Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz, der Hauptvermieter Michael Zechbauer, der Betriebsrat und ver.di auf einen Fahrplan für die Galeria Kaufhof Filiale am Stachus geeinigt.

Der Standort solle noch zwei Jahre offen bleiben, danach wird versucht den Beschäftigten Arbeitsplätze in anderen Galeria Karstadt Kaufhof Filialen anzubieten. 

Die Einigung wurde möglich, da die Familie Zechbauer als Hauptvermieter erheblichen Verzicht bei der Miete leistet und andererseits starkes Entgegenkommen durch den Generalbevollmächtigen Arndt Geiwitz bei Galeria Karstadt Kaufhof möglich gemacht wurde. 

München: Galeria Kaufhof-Filiale am Stachus ist gerettet - zunächst

„Für unsere Beschäftigten ist es eine große Erleichterung, für mehr als zwei Jahre hier weiter beschäftigt zu werden und im Anschluss Beschäftigungsperspektiven eröffnet zu bekommen“, erklärte Markus Niklas, Betriebsratsvorsitzender.

„Viele haben es kaum für möglich gehalten, dass wir noch zumindest für zwei Jahre den Standort und die Existenzen der Beschäftigten sichern können. Dafür gilt unser besonderer Dank dem Engagement und der Ausdauer von Michael Zechbauer und Arndt Geiwitz, die sich offen auf unsere Initiative eingelassen haben,“ betonte Dominik Datz, zuständiger ver.di Fachmann in München nach dem Gespräch.

Letzter Versuch gescheitert – Kaufhof-Filiale am Stachus wird nicht von Stadt München gerettet

Update: 09. September

Um die Schließung der Kaufhof-Filiale am Stachus doch noch abzuwenden, hatte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in diversen Gesprächen mit Vertretern von Galeria Kaufhof wie auch mit dem Hauptvermieter, der Familie Zechbauer, deutlich gemacht, dass die Stadt München bereit sei, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Er hatte sich deshalb an die Regierung von Oberbayern gewandt und diese um eine rechtliche Stellungnahme gebeten. 

In ihrer Stellungnahme teilte die Regierung von Oberbayern als Aufsichtsbehörde der Stadt mit, dass ein Verzicht auf Mietforderungen einer Kommune gegenüber einem Unternehmen aus Gründen der Wettbewerbsneutralität nicht zulässig ist.

Das gilt laut der Regierung von Oberbayern auch im konkreten Fall für die städtische Gesellschaft Stadtwerke München, die die Ladenflächen an Familie Zechbauer und diese wiederum an Galeria Kaufhof vermietet. 

Galeria Haufhof-Filiale am Stachus muss schließen - OB Reiter scheitert mit Rettungsversuch

Dazu erklärt Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Ich bedauere sehr, dass uns als Stadt damit die Hände gebunden sind, auch wenn ich die Argumentation der Regierung nachvollziehen kann. Wir haben alles versucht und jede Möglichkeit der Hilfe ausgereizt. Gleichzeitig wurde mir aber im Verlauf der diversen Verhandlungsrunden klar, dass es selbst mit einem Mietverzicht der Stadt schwierig werden würde, die sehr unterschiedlichen Interessen der beiden Verhandlungspartner zusammenzubringen. Das wird nun mit der mitgeteilten Rechtsauffassung der Regierung sicher nicht leichter."

Wird Kaufhof am Stachus doch noch gerettet?

Erstmeldung: 06. August

München – Betriebsrat und ver.di München starten einen letzten Rettungsversuch für die 200 Beschäftigten und den Standort Galeria Karstadt Kaufhof am Stachus in München. 

Deshalb wurden der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz und der Vermieter Michael Zechbauer zu einem Runden Tisch mit dem Betriebsrat und ver.di eingeladen. 

In dem Gespräch sollen noch einmal alle Alternativen ausgelotet und ergebnisoffen diskutiert werden. Ziel soll aber die Rettung der 200 Existenzen und die Sicherung des Standortes für die Kunden sein. 

Gemeinsames Gespräch als wichtigen Schritt in die richtige Richtung

„Die Entwicklungen an anderen Standorten, ganz aktuell in Berlin, haben aufgezeigt, dass es auch in der Nachspielzeit noch Chancen für den Erhalt von Häusern und somit Arbeitsplätzen gibt,“ äußert sich Dominik Datz, der bei ver.di München zuständige Fachmann für den Einzelhandel, auf den die Initiative zum runden Tisch zurückgeht. 

Dass sich der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz und der Hauptmieter Michael Zechbauer gemeinsam mit dem Betriebsrat und ver.di zu einem letzten Rettungsversuch treffen, sieht der Betriebsratsvorsitzende Markus Niklas schon als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. 

Das Gespräch beginnt am Freitag, den 7. August um 11.00 Uhr und findet im DGB Haus in München statt. Über die Ergebnisse wird anschließend berichtet.

Mehr dazu hier: Karstadt und Kaufhof macht Filialen in München dicht – Oberbürgermeister Dieter Reiter rettet einen Standort

ver.di/fb

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