1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Mitte

Mehr Rücksicht notwendig: Der Seniorenbeirat der Altstadt im Gespräch mit Hallo

Erstellt:

Von: Kassandra Fischer

Kommentare

Hans-Gerd Angele macht es richtig vor: Bitte Absteigen in der Fußgängerzone. Wichtig sind ihm auch das Blindenleitsystem an der Sendlinger Straße sowie Bänke am Viktualienmarkt.
Hans-Gerd Angele macht es richtig vor: Bitte Absteigen in der Fußgängerzone. Wichtig sind ihm auch das Blindenleitsystem an der Sendlinger Straße sowie Bänke am Viktualienmarkt. © Kassandra Fischer

Sie vertreten die Interessen aller Münchner ab 60: die Mitglieder der Seniorenvertretung. Zu Beginn der neuen Amtszeit hat Hallo den wiedergewählten Beirat der Altstadt getroffen – um über die Belange, Probleme oder Chancen im Viertel zu sprechen.

Altstadt-Lehel - „Passen’s auf! Da vorne sind Kontrollen“, warnt der wiedergewählte Seniorenbeirat Hans-Gerd Angele oftmals Radler, die durch die Weinstraße brausen – auch wenn das gar nicht stimmt. Seine Erfahrung hat jedoch gezeigt: Spricht er sie direkt auf ihr Fehlverhalten an, begegnen sie ihm oftmals mit Aggression oder Unverständnis.

Das beschäftigt die älteren Münchner: Seniorenbeirat der Altstadt über seine Anliegen im Viertel

Tagsüber, zwischen 9 und 21 Uhr, müssten die Räder in der Fußgängerzone nämlich geschoben werden. Daran halten sich allerdings viele nicht, beobachtet der 76-Jährige immer wieder frustriert. Seiner Meinung nach stelle das eine Gefahr für Fußgänger und vor allem die älteren Mitbürger dar. Er wünscht sich deshalb mehr Kontrollen und am besten eine einheitliche Regelung. „Ältere Menschen brauchen Stabilität.“

Ein weiteres Problem mit Radlern gab es bis vor Kurzem an der Sendlinger Straße – allerdings mit den abgestellten Gefährten. „Ständig ragten Hinterräder von Fahrrädern auf das Blindenleitsystem!“ Inzwischen gibt es entsprechende Hinweisschilder auf dem Boden. „Es ist dadurch deutlich besser geworden“, freut sich Angele.

Die Hinweisschilder auf das Blindenleitsystem in der Sendlinger Straße bringen Erfolg.
Die Hinweisschilder auf das Blindenleitsystem in der Sendlinger Straße bringen Erfolg. © Kassandra Fischer

Gleich ums Eck ist der Viktualienmarkt. Auf sein Bestreben hin, gebe es dort mehr Sitzbänke, erklärt der Seniorenbeirat stolz. „Wir müssen auch Räume für Bürger schaffen, nicht nur für Touristen“, mahnt er. Bewohner können sich ohne Konsumzwang hinsetzen, die Zeit genießen, mit anderen ins Gespräch kommen. Ganz neu: Seit dieser Woche gibt es auch die langersehnte Toilette.

Für die Zukunft plant Angele, gemeinsam mit anderen Senioren die Ampelschaltungen in der Altstadt zu überprüfen. Dabei soll geschaut werden, wo die Grünphasen zu kurz sind. Ein Beispiel hat er bereits: Beim Übergang vom Englischen Garten zum Prinz-Carl-Palais schalte die Ampel viel zu schnell auf Rot. Angele sorgt sich dabei um ältere Bewohner, aber auch Männer oder Frauen mit Kinderwagen.

Zu seinem Zuständigkeitsbereich gehört auch das Lehel. Dort habe kürzlich die Apotheke an der Paradiesstraße geschlossen. Für ihn: fatal. „Die Bewohner des nördlichen Lehels haben keine Apotheke und keinen Ansprechpartner mehr.“ Es gehe dabei vor allem die Lebensqualität von älteren Münchnern verloren, die nicht mehr so fit sind.

Hallo hat auch den Seniorenbeirat der Maxvorstadt getroffen.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare