Diese Wirte sehen sich im Nachteil 

In der Schellingstraße gibt es keine Schanigärten – warum dort Gastronomen jetzt Tempo 30 fordern 

Schall & Rauch-Wirt Markus Ciletti, Florian Keil, Geschäftsführer der Dean&David-Filliale, und Felix Lang (SPD) vom Bezirksausschuss (von links) fordern Tempo 30 in der Schellingstraße.
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Schall & Rauch-Wirt Markus Ciletti, Florian Keil, Geschäftsführer der Dean&David-Filliale, und Felix Lang (SPD) vom Bezirksausschuss (von links) fordern Tempo 30 in der Schellingstraße.

Die Schanigärten boten in München eine kleine Auszeit im Corona-Sommer. Allerdings nicht in der Schellingstraße - Gastronomen fordern entsprechende Maßnahmen.

  • Schanigärten in München bleiben erlaubt.
  • In der Schellingstraße gibt es dafür allerdings keine Erlaubnis.
  • Gastronomen fordern jetzt entsprechende Maßnahmen

Schanigärten prägen in diesem Jahr die Innenstadt, überall sitzen Gäste im Freien. Nicht aber in der Schellingstraße. „Für uns ist das ein klarer Nachteil, wir verlieren dadurch Stammkunden“, klagt Florian Keil, Geschäftsführer der Dean & David-Filiale an der Schellingstraße.

Schräg gegenüber ist das Schall & Rauch. Ein paar Tische hat Wirt Markus Ciletti zwar draußen stehen, aber auch er hofft auf einen richtigen Schanigarten. Ihm falle ebenfalls auf, dass die Leute dahin gehen, wo sie draußen sitzen können. Zum Beispiel in die benachbarten Straßen, wo es zahlreiche Schanigärten gibt.

Keine Schanigärten in der Schellingstraße - Gastronomen fordern Tempo 30 Zone

Die zwei Wirte haben bei der Stadt bereits Anträge gestellt – erfolglos. Denn erweiterte Freischankflächen werden nur bei Tempo 30 genehmigt. In der Schellingstraße gilt die 30 allerdings nur im Umfeld der Grundschule Gschwindstraße und lediglich von Montag bis Freitag zwischen 7 und 19 Uhr.

BA-Mitglied Felix Lang (SPD) hatte in der jüngsten Sitzung des Gremiums deshalb eine spontane Idee: „Warum schaffen wir hier nicht analog zu den Pop-up-Radwegen eine Pop-up-Tempo-30-Zone?“

Auch in der Schellingstraße habe der Radverkehr durch die Pandemie deutlich zugenommen. „Die Straße wäre dann sicherer für Radler, der Verkehr würde insgesamt beruhigt – und es wäre ein willkommener Zusatz für die Wirte“, begründet Lang. Der Bezirksausschuss stimmte mehrheitlich für den Vorschlag und fordert nun, die Schelling­straße zwischen Amalien- und Arcisstraße während der Corona-Pandemie auf Tempo 30 zu beschränken.

Nachfrage nach Schanigärten in Schellingstraße bleibt groß

Auf Hallo-Nachfrage erklärt KVR-Sprecher Johannes Mayer aber: „Für die Schellingstraße sieht die Straßenverkehrsbehörde aktuell keine Anordnungsgründe, auf kompletter Länge und ganztägig Tempo 30 zu beschildern.“ Die Pandemie selbst sei kein Anordnungsgrund – ebenso nicht der Wunsch nach einem Schanigarten.

Die Existenz von Gastro-Betrieben in München sind durch Corona bedroht. Deswegen werden die Schanigärten bis Ende März 2021 verlängert

Die Forderung nach den erweiterten Freischankflächen bleibt rund um die Schellingstraße jedenfalls groß. „Wir wollten gerne einen Schanigarten“, sagt auch Gabriel Lewy, der Geschäftsführer von SODA auf Hallo-Nachfrage.

Kriterien für Schanigärten

• Höchstgeschwindigkeit von maximal 30 km/h

• Radweg darf nicht zwischen Parkfläche und Gehweg verlaufen

• Fläche nicht möglich fünf Meter vor und hinter Straßen­einmündungen und -kreuzungen, Zebrastreifen, Fußgängerampeln, Bahnübergängen und Bushaltestellen sowie auf Flächen mit anderer Nutzung (beispielsweise Einfahrten, Feuerwehranfahrtszonen, Behindertenparkplätzen, Haltverboten für Taxen, Ladezonen, Kurzzeitparken, Fahrrad-, Carsharing- oder Elektro-Ladeplätzen)

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