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Münchner Isartor: Visionen fürs Valentin-Karlstadt-Musäum

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Von: Kassandra Fischer

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Derzeit ein Wehrgang, bald mehr Aussellungfläche – das hofft zumindest Musäumsdirektorin Sabine Rinberger.
Derzeit ein Wehrgang, bald mehr Ausstellungsfläche – das hofft zumindest Musäumsdirektorin Sabine Rinberger. © Marie-Julie Hlawica

Im Isartor muss der Brandschutz aufgerüstet werden. Das ist die optimale Gelegenheit zum Umbau des Valentin-Karlstadt-Musäums, findet seine Direktorin. Die Pläne:

Altstadt „Ältere Menschen oder Besucher mit Behinderung müssen wir regelmäßig abweisen“, bedauert Sabine Rinberger, Direktorin des Valentin-Karlstadt-Musäums. Grund dafür ist die bauliche Situation der Ausstellungsstätte, die sich seit 1959 im Isartor befindet – es gibt schlicht und einfach keine Barrierefreiheit. Da sowieso dringend der Brandschutz aufgerüstet werden müsse, hofft Rinberger nun, dass im Zuge dieser Maßnahme beides angegangen und somit künftig „Teilhabe für alle“ ermöglicht wird. Ein Problem könnte dabei jedoch der Denkmalschutz des historischen Stadttores werden.

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Geplanter Umbau des Isartors: Das kann ich die Direktorin des Valentin-Karlstadt-Musäums vorstellen

Das Baureferat habe bislang vor allem nach Lösungen im Inneren des Gebäudes gesucht, schildert Rinberger. Das hätte allerdings eine Verkleinerung der Ausstellungsflächen zur Folge. „Und der Brandschutz wäre danach auch nur befriedigend“, kritisiert sie. Stattdessen liebäugelt die Musäumsdirektorin mit einer anderen Variante: „Man könnte zur Hofseite, in Richtung Tal, zwei Versorgungstürme anbauen.“ Darin wäre Platz für je ein Treppenhaus samt Aufzug.

„So hätten wir zwei Fluchtwege und eine weitgehende Barrierefreiheit“, sagt Rinberger. Zwischen den beiden Flankentürmen befindet sich jetzt ein nur schmaler Wehrgang. Dort könne man zusätzlich ein Raummodul einhängen und so in dem Kubus weitere Ausstellungsfläche schaffen. „Das wäre sehr charmant“ sagt Rinberger, „und würde das ganze Isartor aufwerten.“

Ob die geplante Maßnahme möglich ist, hängt nun auch von der Einschätzung der Denkmalschutzbehörde ab. Rinberger versichert: „Die Idee ist es, sorgfältig mit dem Isartor umzugehen.“ Die Ansicht vom Isartorplatz würde durch die Anbauten nicht verändert werden.

Das heutige Isartor, Heimat des Valentin-Karlstadt-Musäums.
Das heutige Isartor, Heimat des Valentin-Karlstadt-Musäums. © Marie-Julie Hlawica

Auch sie finde Denkmalschutz wichtig, dennoch betont sie: „Das Isartor ist schon immer im Wandel, es darf auch weiter an gegenwärtige Anforderungen angepasst werden.“ Zudem gibt sie zu bedenken: „Der heutige Wehrgang wurde erst mit der Sanierung im Jahr 1972 geschaffen und stellt somit keine historische Substanz dar.“

Ein Blick in eine mögliche Zukunft des Isartors.
Ein Blick in eine mögliche Zukunft des Isartors. © Allman Sattler Wappner Architekten

Eine Machbarkeitsstudie zum Vorhaben liege derzeit bei der LBK, sagt Rinberger. Der Bezirksausschuss wird sich am Mittwoch, 20. Juli, mit dem Antrag auf Vorbescheid beschäftigen. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Kleinen Sitzungssaal des Neuen Rathauses.

1971/72: Sanierung für Weltereignis

Für die Olympischen Spiele 1972 wurde das gesamte Umfeld des Isartors umgestaltet. Das Bauwerk erhielt eine einheitliche Erscheinungsform, historisierende Elemente wurden reduziert, die Turmuhr verschwand. Gegenüber des Eingangs am Südturm wurde ein direkter Zugang zur S-Bahn geschlagen und auch der Nordturm erschlossen. Die beiden Flankentürme wurden mit einem Wehrgang verbunden, der Nordturm erhielt einen zusätzlichen Zugang durch eine Außentreppe.

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