In den Fußstapfen der von Millers

Philippa Sigl-Glöckner will den Münchner Norden künftig im Bundestag vertreten

Philippa Sigl-Glöckner sitzend
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Philippa Sigl-Glöckner

Bereits ihre Vorfahren haben München stark geprägt, jetzt will Philippa Sigl-Glöckner für den Wahlkreis München-Nord in den Bundestag. Dort möchte sie die Nöte und Probleme der Münchner vertreten und die Stadt verändern – wie es vor ihr schon zahlreiche ihrer Ahnen getan haben.

Der Stammbaum von Philippa Sigl-Glöckner (SPD) ist nämlich voller Münchner Berühmtheiten: Oskar von Miller, Begründer des Deutschen Museums, war ihr Ur-Ur-Großvater. Dessen Vater Ferdinand von Miller schuf als Erzgießer die Bavaria.

Oskar von Miller

Ihr Großvater Johann-Christoph Ottow war Münchner Architekt und verantwortlich für prägende Gebäude wie das Hochhaus des Bayerischen Rundfunks oder des Bebauungsplans des Hasenbergls. „Ich finde es spannend, was sie geleistet haben und was man daraus lernen kann“, sagt Sigl-Glöckner, wenn man sie nach den Münchner Größen innerhalb ihrer Familie fragt.

Wenn ich im Deutschen Museum bin, frage ich mich zum Beispiel, was Oskar von Miller für Gedanken hatte. Oder auch bei der Schaffung des Walchenseekraftwerks – da war er seiner Zeit voraus.

Philippa Sigl-Glöckner

Obwohl sie mit ihren 30 Jahren schon überall auf der Welt gelebt hat, bedeutet München für sie stets Heimat. Und Politik könne man nur daheim machen.

Philippa Sigl-Glöckner will für den Münchner Norden in den Bundestag

„Ich bin 1990 in München geboren und mit Stammstreckendiskussionen groß geworden. Ich habe das Gefühl, ganz gut zu verstehen, was die Leute hier bewegt.“ Aktuell wohnt sie in der Maxvorstadt. „Für mich ist das ein Ort, der beinahe zu schön ist, um wahr zu sein.“

Philippa Sigl-Glöckner vor der Bavaria-Statue, die seit 1850 bei der Ruhmeshalle thront – ihr Vorfahr Ferdinand von Miller hat sie einst gegossen.

Einer ihrer Lieblingsorte in der Stadt ist das Theater am Sozialamt (TamS), wo ihre Großmutter Charlotte Ottow von Bomhard bis zuletzt noch mit 99 Jahren auf der Bühne stand.

Doch in der Maxvorstadt wie auch im restlichen Wahlkreis gibt es ebenfalls viele Probleme. Große Themen, die sie im Münchner Norden angehen will, sind dabei Wohnen, Klima und Arbeit. „Die Wohnproblematik ist extrem präsent. In der Maxvorstadt gibt es viel Spekulation – dagegen müssen wir was tun“, so Sigl-Glöckner.

Klimaschutz müsse indes kompatibel und bezahlbar für alle sein und jeder brauche die Gewissheit, dauerhaft einen Job zu haben, der den Lebensunterhalt sichert, auch wenn man CO2 einspare.

Am Donnerstag, 24. September, stellt die Münchner SPD ihren Kandidaten für den Wahlkreis München-Nord auf. Florian Post, der amtierende, über die Liste ins Parlament gekommene Bundestagsabgeordnete, wird dabei von Philippa Sigl-Glöckner sowie Bernhard Goodwin herausgefordert.

So sieht ihr Lebenslauf aus

Philippa Sigl-Glöckner ist in Denning aufgewachsen, besuchte zunächst das Wilhelmsgymnasium im Lehel. Mit 16 zog es sie nach England, wo sie ihren Schulabschluss machte und anschließend Philosophie, Politik und Volkswirtschaft in Oxford sowie Informatik in London studierte.

Beruflich hatte sie bereits Stationen überall auf der Welt: von der Weltbank in Washington über das Liberianische Finanzministerium in West-Afrika bis hin zum Bundesministerium der Finanzen in Berlin – wo sie seit 2019 als Persönliche Referentin und Büroleiterin arbeitet.

Kassandra Fischer

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