„Wir müssen jetzt anfangen zu diskutieren“

„Park(ing) Day 2020“: Aktivist erklärt Traum vom Boulevard Sonnenstraße

Hege Wiedebusch steht an der Sonnenstraße und deutet auf vier besetzte Parkplätze.
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Aktion zum „Park(ing) Day“ in München: Hege Wiedebusch von den Vereinen „Urbanes Wohnen“ und „Fuss“ besetzt gemeinsam mit weiteren Mitgliedern vier Parkplätze entlang der Sonnenstraße.

Am 18. September ist „Park(ing) Day“: Münchner Aktivisten fordern an diesem Tag unter anderem, einen Boulevard auf der Sonnenstraße.

  • Am 18. September finden in München Aktionen zum „Park(ing) Day" statt.
  • In der Sonnenstraße besetzen Aktivisten Parkplätze und werben für die Idee eines Boulevards.
  • Was dahinter streckt, bis wann es diesen geben soll.

Altstadt - Anstatt vier Fahrspuren je Richtung, wird der motorisierte Verkehr auf die Westseite verbannt, der Rest der Sonnenstraße: ein Boulevard zum Flanieren – das fordert Hege Wiedebusch von den Vereinen „Urbanes Wohnen“ und „Fuss“. Anlässlich des „Park(ing) Day“ besetzt er am Freitag, 18. September, deshalb gemeinsam mit weiteren Vereinsmitgliedern vier Parkplätze entlang der Sonnenstraße.

„Park(ing) Day“ in München: Aktion in der Sonnenstraße geplant

Wo sonst Autos parken, werden an diesem Tag von 10 bis 22 Uhr Biertische stehen. „Von hier aus kann man dann den ganzen Wahnsinn der Sonnenstraße beobachten“, so Organisator Wiedebusch. Außerdem liegen dort die studentischen Arbeiten des Projekts „Sunset Boulevard Sonnenstraße“ aus. Im Wintersemester 2006/2007 haben Studierende der TU München verschiedene Modelle entwickelt, um die Sonnenstraße in eine Flaniermeile zu verwandeln.

Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer: Sonnenstraße soll zum Boulevard werden

Wiedebusch sieht genau diesen Ansatz dringlicher denn je und kritisiert: „An der Sonnenstraße gibt es viel zu viel Platz für Autos.“ Er plädiert deshalb dafür, „diese selbstverständliche Bequemlichkeit“ zu nehmen. Konkret bedeutet das: Fahrspuren reduzieren, Geschwindigkeit begrenzen. „Nur so verringern wir die Attraktivität des Autofahrens in der Innenstadt.“ Gerade im Hinblick auf den Radentscheid müsse man, so Wiedebusch, „für mehr Flächengerechtigkeit sorgen“. Die Radwege entlang der Sonnenstraße liegen zwischen dem Gehweg und den Parkplätzen – und sind eng. E-Roller, aussteigende Fahrer, überholende Radler: Wer nur kurze Zeit an der Straße verweilt, kann allerlei Konfliktpotenzial beobachten. Würde man den Verkehrsraum anders aufteilen, könnten an der Sonnenstraße außerdem Außenbereiche für Gastronomen oder Sitzplätze für Fußgänger entstehen, so Wiedebusch.

An anderer Stelle in der Altstadt bangen Anwohner um ihre Parkplätze - und lehnen dafür eine Grünfläche ab.

München: Aktivist mit Zielsetzung - Boulevard in Sonnenstraße soll es bis 2035 geben

Der gelernte Biometzger hat sich bereits eine Zielmarke gesetzt, bis wann es den Boulevard an der Sonnenstraße geben soll: 2035. Auch deshalb steht für den 59-Jährigen fest: „Wir müssen jetzt anfangen zu diskutieren“ – sein Vorsatz für den kommenden „Park(ing) Day“.

Parkplätze besetzen

Der „Park(ing) Day“ ist ein internationaler Aktionstag zur Re-Urbanisierung von Innenstädten, der in der Regel am dritten Freitag im September stattfindet. 2007 hat Green City ihn erstmals in München veranstaltet. Aktivisten widmen dabei Stellflächen im öffentlichen Straßenraum modellhaft kurzfristig um und machen aus Parkplätzen beispielsweise grüne Oasen und Sitzflächen.

Kassandra Fischer

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