Fest der Sinne: Grüner Traum-Baum

Warum der Anblick eines geschmückten Nadelbaums entzückt

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Er steht für viele im Zentrum des Weihnachtsfests: Der Christbaum.

Bunte Kugeln und Figuren, Lichter und der traditionelle holzige Duft: Für die meisten steht der Weihnachtsbaum im Zentrum der Festlichkeiten – Doch woher stammt dieser Brauch eigentlich?

Für Elfrun und Waltraud Koch ist das Christbaumschmücken nicht Vorbereitung fürs Fest – es ist das Fest!
So sehr eiferten die Geschwister nach dem perfekten Schmuck, dass das Bayerische Nationalmuseum ihre Sammlung jetzt in der Schau „Christbaumschmücken“ den Münchnern zeigt.

Thomas Schindler ist Kurator der Ausstellung  „Christbaumschmücken“.

Doch woher kommt der Brauch überhaupt? „Eine Chronik aus circa 1570 berichtet, dass Bremer Handwerker einen geschmückten Baum in den Zunfthäusern aufstellten“, erklärt Thomas Schindler, Kurator der Ausstellung. Dass das damals Brauch oder Sitte war, sei aber nicht bewiesen. Der Einzug des immergrünen Baums ins Private könnte durch den Einfluss der Reformation zu erklären sein.

Anfangs waren es aber Laubbäume. Und bei den meisten keine teuren Nordmanntannen, sondern Fichten. Geschmückt wurde der Baum mit Holzfiguren, Pappbildchen und Süßigkeiten. Kurios: „Heute gelten Gurken auf dem Baum als Zeichen von schlechtem Geschmack. Tatsächlich waren sie ein Glückssymbol“, erklärt Schindler. Das Kind, das die Gurke im Baum fand, bekam eine Süßigkeit. Lametta war in den 70ern als „Engelshaar“ beliebt. Im Zuge der Umweltschutzbewegung sei der blei­haltige Schmuck aber fast zum No-Go geworden. Auch die traditionellen, verspiegelten Glaskugeln – 1870 in Nürnberg erfunden – werden heute durch Plastikkugeln ersetzt. „Heute ist mehr erlaubt und mehr gewünscht“, erklärt Schindler. Viele beleuchten elektrisch – „Da ist der Schritt zur Lichtchoreografie nicht mehr weit.“

In München war der Christbaum bis ins späte 19. Jahrhundert übrigens gar nicht so üblich. „Die Katholiken hatten eher Krippen“ – und das Nationalmuseum die passende, schöne Ausstellung.

Sebastian Obermeir

Die Austellung „Christbaumschmücken“ ist bis zum 3. Februar im Bayerischen Nationalmuseum, Prinzregentenstraße 3, zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr sowie Donnerstag, 10 bis     20 Uhr

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