Eine Allianz gegen Parker

Der Traum vom autofreien Stadtzentrum

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Die Grünen im Bezirksausschuss wollen, dass die Parkplätze innerhalb der Blauen Zone von über 2000 auf etwa die Hälfte reduziert werden.

Altstadt – Wenn es nach dem Bezirksausschuss geht, sollen alle Stellplätze – außer für Anwohner, Lieferverkehr und Taxis – aus der Altstadt verschwinden

Die Zukunft der Münchner Altstadt ist autofrei. Die Sendlinger Straße wurde zur Fußgängerzone, zuletzt gab es einen Vorstoß des Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) für eine Erweiterung der FuZo ins Tal. Auch im Bezirks­ausschuss (BA) Altstadt-Lehel möchte man die Autos aus dem Zentrum haben, vor allem die Stellplätze. Nach Ansicht der Grünen im Bezirks­ausschuss muss das Parkkonzept im Bereich der „Blauen Zone“ dringend reformiert werden.

BA-Mitglied Philippe Louis (Grüne) betont vor allem den Platzaspekt: „Die Fläche der wegfallenden Parkplätze bietet mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, den man begrünen könnte.“

Konkret verlangt die Fraktion, dass alle Parkflächen für den öffentlichen Kraftfahrzeug-Verkehr aufgelöst werden und es oberirdisch nur noch Anwohnerstellplätze gibt – mit Ausnahme von Parkflächen für den gewerblichen Verkehr wie Taxen, Lieferverkehr, Krankenwagen. „Die Fläche der wegfallenden Parkplätze bietet mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, den man begrünen könnte“, sagt BA-Mitglied Philippe Louis. Von über 2000 Parkplätzen könnten nach Ansicht der Grünen bis zu 1000 weg. Wer von außerhalb ins Zentrum möchte, könne den öffentlichen Nahverkehr nutzen oder in ein Parkhaus ausweichen. „Die Parkhäuser in der Altstadt und im Bahnhofsviertel sind nicht ausgelastet und bieten genügend Platz“, findet die Fraktionsvorsitzende Andrea Stadler-Bachmaier.

Auch bei anderen Parteien stößt die Idee auf Wohlwollen. „Die CSU will schon lange, dass es oberirdisch so gut wie gar keine Parkplätze mehr gibt“, sagt der BA-Vorsitzende Wolfgang Neumer (CSU). Lediglich gewerblicher Verkehr wie Liefer- und Handwerkerverkehr solle oberirdisch parken können. „Für Anwohner braucht es eine Bestandsanalyse, wie viele Parkplätze nötig sind und dann müssen gegebenenfalls neue Tiefgaragen mit Anwohnerstellplätzen gebaut werden.“

Auch der Vorsitzende des Unterausschusses Verkehr und Umwelt im BA, Jürgen-Peter Pinck (SPD), unterstützt die Idee der parkplatzfreien Altstadt: „In der Altstadt herrscht ein hoher Parkplatzdruck. Ich befürworte daher den Antrag der Grünen, so lange keine Verdrängungsmechanismen in andere Stadtviertel entstehen und das ganze in ein Gesamtkonzept eingebunden wird.“

Laura Felbinger

Blaue Zone

Bei der „Blauen Zone“ geht es um eine einheitliche Parkregelung innerhalb des Altstadtrings. Mittlerweile gibt es sie im Hacken-, Kreuz-, Graggenau- und Angerviertel. Parken ist hier an Werktagen, Montag bis Samstag, zwischen 8 und 23 Uhr kostenpflichtig. Bis 19 Uhr beträgt die Parkgebühr 2,50 Euro pro Stunde, danach 1 Euro. Die Höchstparkdauer ist auf zwei Stunden begrenzt. Genaueres zu den Parkregeln unter https://bit.ly/2pcUSM0

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