Trixi-Spiegel und Gehwegnasen sollen zukünftig Verkehrsunfälle verhindern

Tod dem toten Winkel!

+
Der tote Winkel: eine tödliche Gefahr für Fahrradfahrer und Fußgänger, die die Stadt nun eliminieren will.

München – Er wird jährlich vielen Menschen zum Verhängnis: Der Tote Winkel – Um die Zahl der Verkehrsunfälle künftig zu minimieren, sollen fortan Trixi-Spiegel und Gehwegnasen herhalten

Ganz München stand unter Schock, als im Mai eine Neunjährige bei einem tragischen Rad-Unfall ums Leben kam. Ein Lkw hatte das Mädchen im toten Winkel des Fahrzeugs übersehen (Hallo berichtete). 

Jetzt hat das Kreisverwaltungsreferat (KVR) ein Maßnahmenpaket erarbeitet, das die Sicherheit auf den Straßen erhöhen und solche Unfälle verhindern soll. Der Unfall im Mai war bei weitem nicht der einzige (Hallo berichtete). 2017 kamen drei Radler bei sogenannten „Abbiege-Unfällen“ ums Leben. Bei weiteren 28 Unfällen wurden 25 Radfahrer verletzt, einige davon schwer.

Eine Möglichkeit, Radfahrer für die Lkw-Fahrer sichtbarer zu machen, sind sogenannte Trixi-Spiegel. Diese werden auf Ampeln montiert, der Fahrer soll so mit einem Blick sein gesamtes Umfeld erkennen. Ob die Spiegel wirklich wirken, da ist sich die Fachwelt nicht einig. Deshalb will es die Stadt selbst herausfinden und dazu 100 Trixi-Spiegel installieren. Für diesen Pilotversuch ist ein Budget von 40.000 Euro angesetzt. 

Eine andere Lösung, um die Gefahr des toten Winkels zu eliminieren, sind technische Abbiege-Assistenten an den Lkw. Solche sind nicht verpflichtend, Pläne der EU-Kommission sehen eine Pflicht erst nach 2022 vor. Bis dahin sind sechs Außenspiegel vorgeschrieben. Das schwierige für den Fahrer: genau im richtigen Augenblick in den richtigen Spiegel zu blicken und den Radfahrer oder Fußgänger darin zu erkennen.

Weitere Gefahrensituationen, die die Stadt jetzt angehen möchte, sind unter anderen Baustellen und Schulwege (Hallo berichtete). Der Plan: Tempolimits, Gehwegnasen und breitere Radwege. Die Beschlussvorlage geht nicht konkret darauf ein, welche Kreuzungen entschärft oder welche Ampel anders geschaltet werden müsste. Vielmehr soll das Verkehrssicherheitskonzept der nächste Schritt in Richtung „Vision Zero“ sein und die Vorarbeit für notwendige Stadtratsbeschlüsse sein.

Sebastian Obermeir

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Amtsgericht entscheidet tierischen Sorgerechtsstreit
Amtsgericht entscheidet tierischen Sorgerechtsstreit
Sozialbürgerhaus: Eingeschränkte Service-Zeiten bis zum 31. Dezember
Sozialbürgerhaus: Eingeschränkte Service-Zeiten bis zum 31. Dezember
Großeinsatz bei der Feuerwehr: Laborbrand in Münchner Klinik
Großeinsatz bei der Feuerwehr: Laborbrand in Münchner Klinik
Treibhausgase in München – CO2 ist nicht das größte Problem
Treibhausgase in München – CO2 ist nicht das größte Problem

Kommentare