Der ADFC radelt für mehr Rechte 

Radelnde Demo: Neues Rad-Gesetz und Verbesserungen in der Stadt gefordert

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Protest mit Pedalen: Auch über die Leopoldstraße führt die Radlaktion.

München - Sich als Radlhauptstadt noch verbessern: Das will der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) mit seiner Sternfahrt bewirken

ADFC-Vize Bernadette Felsch

Ein Rad-Gesetz für Bayern: Das fordert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) mit einer Sternfahrt durch München. Der Auslöser: Im „Radverkehrsprogramm Bayern 2025“ sieht die Staatsregierung vor, den Radverkehrsanteil auf 20 Prozent zu verdoppeln – stellt aber laut ADFC-Vize Bernadette Felsch (Foto) zu wenig Personal und Geld bereit.

„Pro Jahr fließen für den Ausbau des Radwegnetzes in ganz Bayern im Schnitt rund 26 Millionen Euro – wir fordern eine Verdoppelung dieser Summe“. Auch personell soll aufgestockt werden. „Aktuell sind beim Freistaat drei Personen für das Thema Rad zuständig – bayernweit“, so Felsch, die als Sprecherin der Gesetzesinitiative fungiert. Auf Stadt­ebene fehle es weniger an Personal als an Koordination. „Wir bräuchten wieder einen Radl­bürgermeister – wie einst Hep Monatzeder.“

Zudem fordert der ADFC ein Gesetz, das den rechtlichen Rahmen schafft – für eine bessere Infrastruktur, mehr Abstellplätze, sichere und durchgängige Radwege (siehe unten). Auch die Mitnahme von Rädern in Bus und Bahn soll verbessert werden. Ein ADFC-Vorschlag für den Münchner Nahverkehr: Reine Güterwagons ohne Sitze – für Fahrräder, aber auch Rollstühle und Kinderwagen. Alle, die für das neue Gesetz und Verbesserungen, in die Pedale treten wollen, lädt der ADFC am Sonntag, 22. April, zu einer Sternfahrt ein. Gestartet wird um 13 Uhr an vier Punkten: Schloss Nymphenburg, Studentenstadt, Ostbahnhof und Westpark. Treffpunkt ist der Königsplatz, wo sich ab 13.30 Uhr weitere Radler anschließen können. Gemeinsam geht’s dann zum Olympiapark.sab

Stellplätze an Bahnhöfen

Gute Abstellmöglichkeiten an allen bayerischen Bahnhöfen: Das fordert der ADFC. Denn: „Am Münchner Hauptbahnhof ist das eine Katastrophe.“ Hier schieben sich bisher Stadt und Bahn den schwarzen Peter zu, wer zuständig ist. Mit dem Radgesetz könnte der Freistaat Verantwortung und Finanzierung übernehmen. Vorbilder, wie es gehen kann, gibt es zuhauf: Im niederländischen Utrecht (Foto: privat) gibt es fast kostenlose Parkhäuser für mehrere zehntausend Fahrräder. „In Bayern zeigen Augsburg und Aschaffenburg wie es gehen kann“, erklärt Felsch. 

Keine Konflikte mit PKW

„Wir wollen nicht, dass verschiedene Verkehrsteilnehmergruppen gegeneinander ausgespielt werden“, stellt Felsch klar. Von einer besseren Radverkehrs­infrastruktur könnten auch Autofahrer profitieren. Klare Verhaltensregeln für Radler sollen ebenfalls im Gesetz stehen, um Radfahrer gesetzlich in die Verantwortung für ein rücksichtsvolles Auftreten im Straßenverkehr zu nehmen. 

Weniger Unfälle mit LKW

Um fatale Rechtsabbiege-Unfälle zu vermeiden, sollen Ampelschaltungen überprüft werden. „Wenn Radfahrer früher grün bekommen, sind sie über die Kreuzung, wenn der LKW abzubiegen beginnt“, so Felsch. Zudem könnte ein Assistenzsystem den toten Winkel der LKW überwinden. „Wir finden es skandalös, dass diese Unfälle bisher hingenommen wurden.“

Bessere und einheitliche Radwege

Teilweise ist das Radwegnetz in München gut, aber ein Flickwerk aus verschiedenartigen Wegen, die zudem oft plötzlich im Nichts enden, wie in der Gabelsbergerstraße (Foto). „Die Beschilderung sowie die Beschaffenheit der Radwege sind mangelhaft“, erklärt Felsch. Daher wird eine bauliche Trennung gefordert, um Radlern Sicherheit zu geben und das Zuparken zu verhindern. Querverbindungen im sternförmigen Radwegnetz werden ebenso wie Radschnellwege, die zum Beispiel aus Garching ohne Kreuzungen in die Innenstadt führen, eingefordert.

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