Die große Hallo Bayern Messe geht an den Start – Das erwartet Sie

Hallo Bayern - die Messe für das bayerische Lebensgefühl

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In Hallo erklären Experten, wo die Stadt ein leuchtendes Vorbild ist

Auf den Spuren des Friedens

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Majestätisch ragt er über den Dächern der Stadt in den weiß-blauen Himmel empor: der Friedensengel.

München –  Festlich strahlt der Friedensengel in all seiner Pracht über den Dächern der Stadt. Welche Münchner Wahrzeichen sich sogar noch besser als Friedenssymbole eignen, erklärt Hallo

Manche sind etwas versteckt, andere sind bekannte Denkmäler, die sofort ins Auge fallen: Überall in München stößt man auf Spuren des Friedens. „Eine sehr aktive Friedensbewegung hat eine lange Tradition in München“, erklärt Historiker Dr. Reinhard Bauer.

Bereits vor und während der beiden Weltkriege kämpften in der Stadt zahlreiche Aktivisten für den Frieden und gegen Gewalt. Mit Ludwig Quidde lebte sogar ein Friedensnobelpreisträger in der Stadt. Außerdem prägte Revolutionär Kurt Eisner vor 100 Jahren bei der Ausrufung des Freistaats Bayern in München einen geschichtsträchtigen Friedenssatz: „Jedes Menschenleben soll heilig sein.“ Viele der damaligen Friedensverfechter wurden inzwischen mit einem Straßennamen geehrt. „In den vergangenen Jahren sind sie mehr ins Bewusstsein gelangt“, sagt Bauer.

Die Friedenstraße in Berg am Laim erinnert außerdem an den Friedensschluss von Frankfurt, der den Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 beendete, und die Friedenspromenade in Neutrudering an das Ende des Ersten Weltkrieges.

Noch immer gibt es in München zahlreiche Organisationen, die für Frieden kämpfen. Viele von ihnen haben sich heute dem „Münchner Friedensbündnis“ angeschlossen, das sich aus dem Veranstalterkreis des Münchner Ostermarsches entwickelt hat.

Claudia Schuri

Eine Siegesgöttin als Friedensengel

Der Name „Friedensengel“ ist irreführend: Eigentlich handelt es sich bei der goldenen Skulptur um die Siegesgöttin Nike.

Golden strahlt der Friedensengel von der Prinzregent-Luitpold-Terrasse auf die Stadt herab. Was viele nicht wissen: Die Figur stellt eigentlich gar keinen Engel dar, sondern die griechische Siegesgöttin Nike.

Das Denkmal wurde 1896 zum 25. Gedenktag an den Friedensschluss nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 geschaffen und hat eine doppelte Bedeutung: Zum einen steht es für den siegreichen Einsatz der Gruppen. „Aber es zeigt auch, dass man auf ewigen Frieden gehofft hatte“, erklärt Historiker Reinhard Bauer. Im Zuge der Novemberrevolution 1918 marschierte außerdem ein Friedensdemonstrationszug von der Theresienwiese zum Friedensengel.

Siegestor als Mahmnal

Ursprünglich war der Triumphbogen nicht als Zeichen des Friedens angesehen.

„Dem Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend“: So lautet die Innschrift des Siegestores am Übergang von der Ludwigstraße zur Leopoldstraße. Es war Ludwig I., der den Triumphbogen in den Jahren von 1843 bis 1850 bauen ließ. Mit Frieden hatte das Tor zunächst aber wenig zu tun: „Ludwig I. war zwar ein sehr friedlicher Herrscher“, erklärt Historiker Reinhard Bauer. „Das Siegestor war aber ein Denkmal für das bayerische Heer.“ In Sichtachse zu dem Kunstwerk ist deshalb die Feldherrnhalle. Das Tor wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und später wieder aufgebaut. „Danach hat man das Denkmal zum Zeichen für den Frieden umgewidmet“, erklärt Bauer.

Die Lichterkette

Es war eine einzigartige Aktion: Am 6. Dezember vor 26 Jahren leuchtete ganz München. 400 000 Menschen setzten mit einer brennenden Kerze ein Zeichen gegen Fremdenhass und Rechtsextremismus. „Zu der Zeit gab es eine sehr bedrohliche Stimmung in der Gesellschaft“, sagt Reinhard Bauer. „Durch die Aktion hat sich die politische Atmosphäre wie noch nie zuvor verändert.“

Friedenskämpfer

In der Stadt finden sich mehrere Hinweise auf Ludwig Quiddes Zeit in Schwabing. Unter anderem dieses Schild, das an seinem ehemaligen Wohnhaus angebracht ist.

Der Historiker und Politiker Ludwig Quidde (1858-1941) war ein überzeugter Pazifist: Unter anderem leitete er ab 1899 die Delegationen zu Weltfriedenskongressen, organisierte 1907 den Weltfriedenskongress in München und wurde 1914 zum Vorsitzenden der Deutschen Friedensgessellschaft gewählt. 1927 erhielt er den Friedensnobelpreis. Auch in München hat Quidde Spuren hinterlassen. Bevor er ins schweizerische Exil musste, lebte er von 1906 bis 1933 in Schwabing. An seinem Haus erinnert ein Schild an ihm. In Neuperlach gibt es eine Quiddestraße.

Der Historiker und Politiker Ludwig Quidde (1858-1941) war ein überzeugter Pazifist.

„Auch viele Frauenrechtlerinnen setzten sich vehement für den Frieden ein“, ergänzt Bauer. Anita Augspurg beispielsweise kämpfte im Ersten Weltkrieg für Frieden und Constance Hallgarten versuchte mit ihren Mitstreiterinnen Hitlers Macht­übernahme zu verhindern. Ihnen sind Straßen in Neuhausen beziehungsweise Großhadern gewidmet.

Friedenskirchen

Auch einige christliche Kirchen in München sind namentlich dem Frieden gewidmet. In Trudering gibt es zum Beispiel in der Solalindenstraße eine evangelisch-lutherische Friedenskirche und in der Isarvorstadt in der Frauenlobstraße eine evangelisch-methodistischen Friedenskirche.

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