Stadtratsantrag

Frauenfußball in München bald "oberste Priorität"?

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Die Münchner SPD stellt umfassenden Antrags-Paket vor. Unter anderem sollen Vereine mit Frauenteams bei der Vergabe von Sportzeiten priorisiert werden.

München - Eines vorneweg: An die Spielerinnen des FC Bayern München dürften die Stadträte bei ihrem Antrag nicht gedacht haben. Dennoch sind einige ihrer konkreten Antragspunkte mehr als überraschend - und weitreichend! 

Die konkreten Forderungen

1) Vereine mit Frauen- und Mädchenteams sollen etwa bei der Vergabe von Spiel- und Trainingszeiten priorisiert werden! Geprüft werden soll, ob auch höhere Zuschüsse möglich sind. 

2) Tag des Frauen- und Mädchenfußballs: Ein solcher soll künftig in München gemeinsam mit dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) veranstaltet werden. Vereine mit guter Arbeit im Bereich Frauen- und Mädchenfußball sollen sich dabei präsentieren können. 

3) Mehr Frauen- und Mädchenteams bei der Münchner Stadtmeisterschaft: Die Stadt soll gemeinsam mit dem BFV ein Konzept erarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei können auch innovative Spielkonzepte wie „team swap“ – das heißt, dass nach der Halbzeit eines Spiels der Bubenmannschaften die jeweiligen Mädchenmannschaften der Vereine übernehmen – Anwendung finden.   

4) Hemmnisse abbauen: Auf Basis einer Studie zu Potenzialen und Hemmnissen im Frauen- und Mädchenfußball des BFV soll die Stadt Ideen und Vorschläge entwickeln, wie der Fußballsport unter Frauen und Mädchen populärer gemacht werden kann. 

5) Champions League Finale der Frauen nach München: Die Stadt soll sich um die Austragung des Finalspiels der Frauen bemühen. Einen Beschluss des Stadtrats zur Bewerbung für die Austragung des UEFA Champions League Finale der Männer 2021 oder 2022 gibt es bereits. Die SPD will auch das Finale der Frauen nach München holen. 

SPD-Stadträtin Kathrin Abele, stellv. Sprecherin für Sportpolitik, sagt dazu: „Die Münchner Fußballvereine leisten großartige Arbeit, sowohl im sportlichen als auch im gesellschaftlichen Kontext. Beim Frauen- und Mädchenfußball können wir aber noch aufholen! Es gibt bei Aufstellung und Spielbetrieb noch einen deutlichen Unterschied zu den Teams von Männern und Buben. Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadt gemeinsam mit den Vereinen und dem Bayerischen Fußball-Verband den Frauen- und Mädchenfußball in München noch stärker fördert." 

Ferner sagt Abele: "Wir unterstützen Frauen- und Mädchenfußball ganz konkret, indem wir fordern, die weiblichen Mannschaften bei der Vergabe von Spiel- und Trainingszeiten zu priorisieren." 

Der Kreisvorsitzende des Bayerischen Fußballverbands, Bernhard Slawinski, begrüßt laut SPD die Initiative für den Frauen- und Mädchenfußball ausdrücklich. Die SPD zitiert ihn mit den Worten "Wir werden die Ideen gerne unterstützen. Gemeinsam mit den Vereinen und der Stadt München können wir den Frauen- und Mädchenfußball damit weiter stärken. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch, packen wir sie an!“

hm/lit

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