Das sind die Groß-Projekte des Bildungsreferats 2019

Schulstart am Mega-Campus

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350 Hektar Land, 15 000 Arbeitsplätze und Wohnraum für 25 000 Neu-Münchner. Freiham sprengt viele Dimensionen.

München – Zuzug und Wohnungsbau: Selbstverständlich dürfen da auch Investitionen in Bildung nicht auf der Strecke bleiben – Welche Groß-Projekte des Bildungsreferats 2019 anstehen, lesen Sie hier

Im neuen Stadtviertel Freiham entstehen nicht nur Wohnungen für 25 000 neue Einwohner – es beherbergt außerdem das bislang größte Schulbauprojekt der Stadt. Die Projektkosten für den Bildungscampus Freiham belaufen sich auf rund 245 Millionen Euro.

„Der Campus soll zum Schuljahr 2019/2020 in Betrieb gehen“, sagt Katharina Rieger, vom Referat für Bildung und Sport (RBS). 3000 Schüler sollen hier künftig unterkommen.

2017 starteten die Bauarbeiten, im Juli 2018 war der Rohbau fertig. Auf mehr als sechs Hektar Fläche entstehen derzeit acht Gebäude. „Im dem Komplex sind eine fünfzügige Grundschule, ein Sonderpädagogisches Förder- und Kompetenzzentrum, eine Doppelsporthalle, eine fünfzügige Realschule und ein sechszügiges Gymnasium beheimatet“, erklärt Rieger.

Die Schulen sind nach dem Münchner Lernhauskonzept geplant. Das heißt die Klassenzimmer gruppieren sich um ein Zentrum, in dem die Schüler der verschiedenen Jahrgangsstufen für Gruppenarbeiten, Lernen oder Pausen zusammenkommen.

Das Neue in Freiham ist, dass zusätzlich die Kinder der verschiedenen Schularten aufeinander treffen. Grund- und Förderschule sowie Realschule und Gymnasium haben jeweils einen gemeinsamen Gebäudekomplex. Außerdem teilen sich alle Freiflächen, Mensa sowie Kunst- und Handwerksräume. „Wir wollen das streng-geordnete System in der deutschen Schullandschaft überwinden“, sagt Architekt Felix Schürmann. Er hofft, dass gemeinsame Projekte oder Unterrichtsstunden entstehen.

Ein weiteres Ziel der Architekten war es, Schule und Stadtquartier miteinander zu verzahnen. „In der Mitte des Bildungscampus befindet sich ein großer Park. Er steht der Bevölkerung zur Verfügung und ist gleichzeitig eine Außenfläche der Schulen.“ Dadurch sollen sich Bewohner und Schüler besser wahrnehmen.

Andreas Schwarzbauer/Daniela Borsutzky

Eröffnung der Tierparkschule

In Zukunft wird die Zooschule ein neues Zuhause auf dem Tierparkgelände bekommen.

Tierpark-Chef Rasem Baban hat im Sommer 2018 das Mühlendorf eröffnet, in dessen Fokus die heimische Biodiversität – die Vielfalt des Lebens – steht. Zum Schuljahresstart 2019/2020 soll hier außerdem die neue Tierparkschule in Betrieb gehen. Die künftige Tierparkschule wird nicht nur Kapazitäten für mehr Klassen, sondern auch nähere Begegnungen mit Bauernhof-Tieren bieten. Zwischen Murnau-Werdenfelser Rindern, bayerischen Landgänsen, Shetlandponys und Girgentana-Ziegen werden Schulklassen praxisnahen Unterricht bekommen. 

Tierpark-Chef Rasem Baban hat im Sommer 2018 das Mühlendorf eröffnet.

Bisher war die Zooschule am Rande des Tierparks untergebracht. In Zukunft wird es am neuen Standort ein großes Foyer mit Sitzbänken geben, das auch für Ausstellungen genutzt werden kann. Außerdem ist ein angrenzender Lernraum mit Panoramafenster zum Ziegenstall vorgesehen. Im Obergeschoss gibt es weitere Räume und Präsentationsflächen, und draußen entsteht ein Klassenzimmer unter freiem Himmel.

Ganztags-Garantie an neun Schulen

Zum Schuljahr 2019/2020 sollen in München neun weitere Schulen am Betreuungs- und Bildungsmodell „Kooperative Ganztagsbildung“ teilnehmen.

Das neue Betreuungs- und Bildungsmodell „Kooperative Ganztagsbildung“ für den Grundschulbereich wird im kommenden Jahr ausgeweitet. Bei diesem Modell haben die Eltern eine Ganztagsplatzgarantie an ihrer Sprengelschule. Zum Schuljahr 2019/2020 sollen in München neun weitere Schulen teilnehmen: Die Grundschulen an der Baierbrunner Straße, Gustl-Bayrhammer-Straße, Hanselmannstraße, Berg-am-Laim-Straße, Ruth-Drexel-Straße sowie am Bildungscampus Freiham, Bauhausplatz, Ravensburger Ring und Schererplatz.

Außerdem sollen 2019 rund 1100 neue Krippenplätze und 2000 neue Kindergartenplätze baulich fertiggestellt werden.

Neues Zentrum für Erziehungsberufe

An der Ruppertstraße werden künftig Erzieher und Kinderpfleger ausgebildet.

An der Ruppertstraße werden künftig Erzieher und Kinderpfleger ausgebildet. Die Stadt baut hier das sogenannte „Kompetenzzentrum Erziehungsberufe“, in dem die künftigen Fachkräfte in der Kinderbetreuung dann an einem gemeinsamen Standort ausgebildet werden.

„Die Eröffnung ist für Herbst 2019 geplant“, sagt Katharina Rieger vom RBS. An der Ruppertstraße 5 sind dann die Fachakademie für Sozialpädagogik und die Berufsfachschule für Kinderpflege beheimatet. Das 90-Millionen-Projekt umfasst zudem eine Dreifachsporthalle, ein Haus für Kinder mit vier Krippengruppen und drei Kindergartengruppen, ein Stadtteilkulturzentrum und eine Tiefgarage. „Die Tiefgarage soll zur Hälfte für Anwohner zur Verfügung stehen. Und das Dach der halb abgesenkten Dreifachturnhalle kann als Pausenhoffläche genutzt werden“, erklärt Rieger.

Die Städtische Berufsfachschule für Kinderpflege aus der Tumblingerstraße 6 wird mit ihren beiden Filialen aus der Hiltens­pergerstraße 72 und der Lipowskystraße 15 mit rund 600 Schülern komplett in das neue Kompetenzzentrum umziehen. Die Städtischen Fachakademie für Sozialpädagogik aus der Schlierseestraße 47 wird in der Ruppertstraße eine Filiale mit etwa 700 Studierenden erhalten. Die Städtische Fachakademie für Heilpädagogik aus der Schleißheimer Straße 510 wird mit rund 60 Studierenden das Kompetenzzentrum komplettieren.

„Es werden hierfür 52 Klassenzimmer errichtet, die neueste technische Ausstattung der Klassenzimmer ist selbstverständlich“, so Rieger. „Durch die Bündelung der Kompetenzen an einem Standort können die Lehrkräfte schulübergreifend barrierefrei zusammenarbeiten, wodurch den Schülern auch der Übertritt von der Kinderpflege zur Erzieherausbildung erleichtert werden soll.“

Daniela Borsutzky

150 Jahre Bildung und Sport

Das Referat für Bildung und Sport (RBS) wird 150 Jahre alt. Im Rahmen einer Ausstellung wird ab März im RBS, Bayerstraße 28, die Entwicklung der Schul- und Sportstadt Münchens aufgezeigt: Vom ersten Schulstadtrat Georg N. Marschall bis zu den größten kommunalen Schulbauprogrammen Deutschlands heute. Die Eröffnung ist am 14. März 2019, die Ausstellung ist dann bis Ende Oktober zu sehen.

Am 21. Mai wird es außerdem einen großen Festakt mit geladenen Gästen im Alten Rathaus geben. dbo

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