Von Braut-Model bis Lebensmittelspion: Ferienjobs der Münchner Promis

Praktika, Ferienjobs & Aushilfsarbeiten - so schnuppert München ins Berufsleben

Karin Engelhard (52), Kabarettistin: „Schon als junges Mädl fand ich es sehr schade, dass man so viel Geld ausgeben muss, um einmal in seinem Leben eine schöne Hochzeit mit einem schönen Brautkleid feiern zu können. Geheiratet habe ich zwar bis heute nicht, aber ich habe mich mit Anfang 20 bei einem Brautmodengeschäft als Model beworben und bei Messen und Veranstaltungen innerhalb von etwa fünf Jahren 80 Brautkleider vorgeführt. Auf diese Weise habe ich mir also meinen Traum erfüllt – auch wenn einmal bei der Modenschau das Brautkleid geplatzt ist. Doch als ich das mit den Worten ,Ich bin halt ein sehr offener Mensch‘ kommentiert habe, war die Situation gerettet.“
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Karin Engelhard (52), Kabarettistin: „Schon als junges Mädl fand ich es sehr schade, dass man so viel Geld ausgeben muss, um einmal in seinem Leben eine schöne Hochzeit mit einem schönen Brautkleid feiern zu können. Geheiratet habe ich zwar bis heute nicht, aber ich habe mich mit Anfang 20 bei einem Brautmodengeschäft als Model beworben und bei Messen und Veranstaltungen innerhalb von etwa fünf Jahren 80 Brautkleider vorgeführt. Auf diese Weise habe ich mir also meinen Traum erfüllt – auch wenn einmal bei der Modenschau das Brautkleid geplatzt ist. Doch als ich das mit den Worten ,Ich bin halt ein sehr offener Mensch‘ kommentiert habe, war die Situation gerettet.“
Helmut Schleich (50), Kabarettist: „In vielerlei Hinsicht eindrucksvoll für mich war die Zivildienstzeit 1987 bis 89 (damals zwei volle Jahre!) im Alten- und Servicezentrum Milbertshofen. Die Leute, um die ich mich gekümmert habe, waren zum Teil noch im vorletzten Jahrhundert geboren. Und das Spektrum an Charakteren, Perspektiven und Geschichten, die diese Leute erzählt und vermittelt haben, prägt bis heute meine menschliche Wahrnehmung und speist auch mein künstlerisches Schaffen. Da waren schon Typen dabei, auf die kommt man am Schreibtisch nicht.“
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Helmut Schleich (50), Kabarettist: „In vielerlei Hinsicht eindrucksvoll für mich war die Zivildienstzeit 1987 bis 89 (damals zwei volle Jahre!) im Alten- und Servicezentrum Milbertshofen. Die Leute, um die ich mich gekümmert habe, waren zum Teil noch im vorletzten Jahrhundert geboren. Und das Spektrum an Charakteren, Perspektiven und Geschichten, die diese Leute erzählt und vermittelt haben, prägt bis heute meine menschliche Wahrnehmung und speist auch mein künstlerisches Schaffen. Da waren schon Typen dabei, auf die kommt man am Schreibtisch nicht.“
Johanna Bittenbinder (52), Schauspielerin: „Ich habe in meiner Studentenzeit alle möglichen Ferienjobs gemacht – von Büroarbeiten, Kinderferienbetreuung, Musterkoffer für Vertreter packen, in der Küche einer großen Gastwirtschaft mitkochen bis zu Putzjobs. Bei einem Putzjob kommt man den Menschen natürlich sehr nahe, und da habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Es gab sehr nette Leute, die sich auch dafür interessierten, was ich studiere. Und leider auch sehr unfreundliche Mitmenschen, bei denen man ewig auf die Bezahlung wartete und sogar noch die Gebühr für ein Paket auslegen musste. Jedenfalls hab ich mir damals vorgenommen, alle Leute, die jemals für mich arbeiten sollten, auch anständig zu behandeln.“
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Johanna Bittenbinder (52), Schauspielerin: „Ich habe in meiner Studentenzeit alle möglichen Ferienjobs gemacht – von Büroarbeiten, Kinderferienbetreuung, Musterkoffer für Vertreter packen, in der Küche einer großen Gastwirtschaft mitkochen bis zu Putzjobs. Bei einem Putzjob kommt man den Menschen natürlich sehr nahe, und da habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Es gab sehr nette Leute, die sich auch dafür interessierten, was ich studiere. Und leider auch sehr unfreundliche Mitmenschen, bei denen man ewig auf die Bezahlung wartete und sogar noch die Gebühr für ein Paket auslegen musste. Jedenfalls hab ich mir damals vorgenommen, alle Leute, die jemals für mich arbeiten sollten, auch anständig zu behandeln.“
Christoph Weiherer (37), Musiker: „Als Kind habe ich Zeitungen ausgetragen – mit dem Radl. Jeden Freitagnachmittag habe ich zwei Kirchenzeitungen verteilt, das Passauer Bistumsblatt und den Altöttinger Liebfrauenboten. Das war super – zumindest, wenn das Wetter schön war. Einmal im Winter hat es mich brutal geschmissen, direkt vor der Kirche, da bin ich gegen das Kirchengeländer geflogen, so ein Glatteis war da. Dafür habe ich an Weihnachten immer Platzerl von den alten Damen bekommen. Und einmal hat sich eine Oma ausgesperrt. Da musste ich durchs Kellerfenster klettern, so konnte ich ihr dann die Haustür öffnen. Das war schon eine lustige Aktion.“
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Christoph Weiherer (37), Musiker: „Als Kind habe ich Zeitungen ausgetragen – mit dem Radl. Jeden Freitagnachmittag habe ich zwei Kirchenzeitungen verteilt, das Passauer Bistumsblatt und den Altöttinger Liebfrauenboten. Das war super – zumindest, wenn das Wetter schön war. Einmal im Winter hat es mich brutal geschmissen, direkt vor der Kirche, da bin ich gegen das Kirchengeländer geflogen, so ein Glatteis war da. Dafür habe ich an Weihnachten immer Platzerl von den alten Damen bekommen. Und einmal hat sich eine Oma ausgesperrt. Da musste ich durchs Kellerfenster klettern, so konnte ich ihr dann die Haustür öffnen. Das war schon eine lustige Aktion.“
Münchens Polizei-Präsident Hubertus Andrä (li.,  61): „Zu meinen Schulzeiten in Garmisch-Partenkirchen habe ich über mehrere Jahre in den Ferien bei der Supermarkt-Kette „Kaiser’s“ gejobbt. Anfangs musste ich Regale einräumen und Obst sortieren. Mit zunehmender Dauer der Tätigkeit kam dann immer mehr Verantwortung. Ich wurde zu den umliegenden Lebensmittelgeschäften geschickt, um abzuklären, was dort beispielsweise die Melonen, die Pfirsiche und die Birnen kosten. Da habe ich quasi bereits verdeckt ermittelt. Ich war sehr stolz auf mein erstes selbst verdientes Geld und habe etwas für meine spätere Karriere gelernt: Man kann nicht nur das machen, was man leidenschaftlich liebt. Manchmal muss man Dinge tun, die anstehen, auch wenn sie einem nicht gefallen. Zum Beispiel aus einem Sack Kartoffeln die faulen auszusortieren. Das war das Schlimmste für mich an diesem Job. Aber – wie man so sagt – Lehrjahre sind keine Herrenjahre, und die anderen Mitarbeiter waren immer sehr froh, mir diese Aufgabe übertragen zu können.“
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Münchens Polizei-Präsident Hubertus Andrä (li.,  61): „Zu meinen Schulzeiten in Garmisch-Partenkirchen habe ich über mehrere Jahre in den Ferien bei der Supermarkt-Kette „Kaiser’s“ gejobbt. Anfangs musste ich Regale einräumen und Obst sortieren. Mit zunehmender Dauer der Tätigkeit kam dann immer mehr Verantwortung. Ich wurde zu den umliegenden Lebensmittelgeschäften geschickt, um abzuklären, was dort beispielsweise die Melonen, die Pfirsiche und die Birnen kosten. Da habe ich quasi bereits verdeckt ermittelt. Ich war sehr stolz auf mein erstes selbst verdientes Geld und habe etwas für meine spätere Karriere gelernt: Man kann nicht nur das machen, was man leidenschaftlich liebt. Manchmal muss man Dinge tun, die anstehen, auch wenn sie einem nicht gefallen. Zum Beispiel aus einem Sack Kartoffeln die faulen auszusortieren. Das war das Schlimmste für mich an diesem Job. Aber – wie man so sagt – Lehrjahre sind keine Herrenjahre, und die anderen Mitarbeiter waren immer sehr froh, mir diese Aufgabe übertragen zu können.“
Christian Krimpmann (40), Vorsitzender des Bezirksausschusses Maxvorstadt: „Als meine Mutter Erika gefragt wurde, ob sie nicht Lust hätte, mich als Babymodel ablichten zu lassen, sagte sie als stolze Mutter sofort zu. Drei Jahre lang habe ich unter anderem für Penaten, Karstadt oder den Otto-Katalog gemodelt und dabei recht gut verdient. Das Geld hat meine Mutter für mich auf ein Sparkonto gelegt. Ich erinnere mich noch an das – für ein Kleinkind – riesige Fotostudio, den freundlichen, umtriebigen Fotografen sowie seine beiden Katzen. Die waren auch ,schuld‘ am Ende meiner Model-Karriere. Als ich in der Pause mit einer der Katzen spielte, verpasste sie mir einen Hieb mit der Tatze ins Gesicht. Ich hatte einen dicken Kratzer im Gesicht und war der Katze und dem Fotografen, der überhaupt nichts dafür konnte, beleidigt. An diesem Tag hängte ich meine Model-Karriere an den Nagel.“
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Christian Krimpmann (40), Vorsitzender des Bezirksausschusses Maxvorstadt: „Als meine Mutter Erika gefragt wurde, ob sie nicht Lust hätte, mich als Babymodel ablichten zu lassen, sagte sie als stolze Mutter sofort zu. Drei Jahre lang habe ich unter anderem für Penaten, Karstadt oder den Otto-Katalog gemodelt und dabei recht gut verdient. Das Geld hat meine Mutter für mich auf ein Sparkonto gelegt. Ich erinnere mich noch an das – für ein Kleinkind – riesige Fotostudio, den freundlichen, umtriebigen Fotografen sowie seine beiden Katzen. Die waren auch ,schuld‘ am Ende meiner Model-Karriere. Als ich in der Pause mit einer der Katzen spielte, verpasste sie mir einen Hieb mit der Tatze ins Gesicht. Ich hatte einen dicken Kratzer im Gesicht und war der Katze und dem Fotografen, der überhaupt nichts dafür konnte, beleidigt. An diesem Tag hängte ich meine Model-Karriere an den Nagel.“
Christian Krimpmann (40), Vorsitzender des Bezirksausschusses Maxvorstadt: „Als meine Mutter Erika gefragt wurde, ob sie nicht Lust hätte, mich als Babymodel ablichten zu lassen, sagte sie als stolze Mutter sofort zu. Drei Jahre lang habe ich unter anderem für Penaten, Karstadt oder den Otto-Katalog gemodelt und dabei recht gut verdient. Das Geld hat meine Mutter für mich auf ein Sparkonto gelegt. Ich erinnere mich noch an das – für ein Kleinkind – riesige Fotostudio, den freundlichen, umtriebigen Fotografen sowie seine beiden Katzen. Die waren auch ,schuld‘ am Ende meiner Model-Karriere. Als ich in der Pause mit einer der Katzen spielte, verpasste sie mir einen Hieb mit der Tatze ins Gesicht. Ich hatte einen dicken Kratzer im Gesicht und war der Katze und dem Fotografen, der überhaupt nichts dafür konnte, beleidigt. An diesem Tag hängte ich meine Model-Karriere an den Nagel.“
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Christian Krimpmann (40), Vorsitzender des Bezirksausschusses Maxvorstadt: „Als meine Mutter Erika gefragt wurde, ob sie nicht Lust hätte, mich als Babymodel ablichten zu lassen, sagte sie als stolze Mutter sofort zu. Drei Jahre lang habe ich unter anderem für Penaten, Karstadt oder den Otto-Katalog gemodelt und dabei recht gut verdient. Das Geld hat meine Mutter für mich auf ein Sparkonto gelegt. Ich erinnere mich noch an das – für ein Kleinkind – riesige Fotostudio, den freundlichen, umtriebigen Fotografen sowie seine beiden Katzen. Die waren auch ,schuld‘ am Ende meiner Model-Karriere. Als ich in der Pause mit einer der Katzen spielte, verpasste sie mir einen Hieb mit der Tatze ins Gesicht. Ich hatte einen dicken Kratzer im Gesicht und war der Katze und dem Fotografen, der überhaupt nichts dafür konnte, beleidigt. An diesem Tag hängte ich meine Model-Karriere an den Nagel.“
Christian Springer (52), Kabarettist: „Ich stamme aus einem Familienbetrieb, da war sowieso immer genug zu tun. Aber mein erstes selbständiges Geld habe ich mit Zitherspielen verdient. Unvergessen ist die Untermalung eines Abendessens zur einer Silberhochzeit. Es war nach Mitternacht und ein reichlich lustiger Silberhochzeitsbräutigam setzte sich neben mich und hat mir einen Fünfer in die Hand gedrückt, wenn ich das Andreas-Hofer-Lied nochmal auf meiner Zither spiele. Er hat mitgebrummelt und es gab wieder einen Fünfer. Und wieder das Andreas-Hofer-Lied. Und danach nochmal. Und nochmal. Und… Für die Gäste war es furchtbar, für mich eine super Gage.“
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Christian Springer (52), Kabarettist: „Ich stamme aus einem Familienbetrieb, da war sowieso immer genug zu tun. Aber mein erstes selbständiges Geld habe ich mit Zitherspielen verdient. Unvergessen ist die Untermalung eines Abendessens zur einer Silberhochzeit. Es war nach Mitternacht und ein reichlich lustiger Silberhochzeitsbräutigam setzte sich neben mich und hat mir einen Fünfer in die Hand gedrückt, wenn ich das Andreas-Hofer-Lied nochmal auf meiner Zither spiele. Er hat mitgebrummelt und es gab wieder einen Fünfer. Und wieder das Andreas-Hofer-Lied. Und danach nochmal. Und nochmal. Und… Für die Gäste war es furchtbar, für mich eine super Gage.“

Endlich einmal in der Praxis zeigen, was man alles kann: Viele Schüler nutzen die Sommerferien für Praktika und Ferienjobs. Das war schon früher bei den Münchner Promis so und ist auch heute nicht anders.  

Erste Erfahrungen mit dem späteren Traumberuf oder doch einmal und nie wieder? Die Sommerferien sind gerade für junge Menschen traditionell die Zeit, in der sich nach der Theorie in Schule und Universität endlich auch Praxiserfahrung sammeln lässt. Wir stellen nicht nur ein spannendes Projekt für Geflüchtete vor, sondern haben uns auch bei bekannten Münchnern umgehört, welche Erfahrungen sie in ihrer Jugend mit Ferienjobs, Praktika und Co. gesammelt haben.

Asylbewerber – so heißt es oft – sollen sich durch Arbeit integrieren. Doch: Nicht immer finden potenzielle Arbeitgeber und junge Zuwanderer zusammen. Genau das soll sich in Bayern seit einem Jahr durch ein deutschlandweit einzigartiges Projekt ändern: Die Online-Plattform „Sprungbrett into work“ ist eine Praktikumsbörse, die gezielt Plätze für junge Geflüchtete und Zugewanderte anbietet. Gerade jetzt in den Sommerferien haben Angebot und Nachfrage in Sachen ein- bis zweiwöchigen Schnupper-Praktika Hochkonjunktur.

Aktuell sind knapp 1400 Praktikumsplätze von 410 Unternehmen aus dem Freistaat online. Und wie sieht es konkret in München aus? Dort werden gerade über 80 Praktika angeboten. Mittels Postleitzahl und Umkreissuche lassen sich so Plätze im Einzelhandel, im Hotel- und Gaststättengewerbe, aber auch bei Glasern, Metallbauern oder im Bereich der digitalen Medien finden.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der  Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw)

Das „Sprungbrett into work“ ist eines von zwölf Projekten aus dem sogenannten Maßnahmenpaket „IdA – Integration durch Ausbildung und Arbeit“, das die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) zusammen mit der Bayerischen Staatsregierung und der Bundesagentur für Arbeit gestartet haben. Bertram Brossardt (Foto), Hauptgeschäftsführer der vbw: „Von Januar 2016 bis Ende 2018 werden in ganz Bayern 60 000 Flüchtlinge ein Praktikum gemacht haben. Mit unserer Plattform und unseren weiteren IdA-Projekten tragen wir einen Teil dazu bei.“ Unterstützt wird das Angebot vom Bayerischen Wirtschaftsministerium – mit 400 000 Euro jährlich.

lit

Infos: www.sprungbrett-intowork.de

Vorbild: Das Sprungbrett für alle

Vorbild für die Online-Plattform für Geflüchtete ist das „Sprungbrett Bayern“ (www.sprungbrett-bayern.de), das es bereits seit zwölf Jahren gibt. Die größte Praktikumsbörse für Bayerns Schüler ist genauso aufgebaut wie „Sprungbrett into work“ und hält aktuell knapp 10 000 Praktika bereit – etwa 700 davon in München.

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