Aus der Bürgerversammlung Altstadt-Lehel

PI-Chef schlägt Alarm: Mehr Gewalt in der City

+
Laut Christian Weis, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion 11 (Altstadt), sind heuer bereits so viele Polizisten verletzt worden wie im gesamten letzten Jahr. 

Altstadt - „Dass meine Kollegen körperlich angegangen werden, kommt leider immer häufiger vor“ - Christian Weis hat erschreckende Zahlen bekannt gegeben. 

Die Müllerstraße ist allgemein als Feiermeile bekannt. Doch hier wird nicht nur friedlich zusammen Bier getrunken. Christian Weis, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion 11 (Altstadt), hat in der Bürgerversammlung Altstadt-Lehel erschreckende Zahlen bekannt gegeben.

Drastisch zugenommen haben die sogenannten Rohheitsdelikte. „Der Begriff umfasst unter anderem Raub, Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung“, erklärte Weis den anwesenden Bürgern. Davon habe es von Januar bis April bereits 406 gegeben. Im letzten Jahr waren es im selben Zeitraum 310. „In Prozentpunkten ausgedrückt ist dies eine Zunahme um fast 31 Prozent, also knapp ein Drittel“, betonte Weis. Die hohe Zahl ergebe sich dadurch, dass es immer mehr Schlägereien gäbe, die in Diskotheken und anderen Vergnügungsstätten ausgetragen werden oder von diesen ausgehen. Woran das genau liegt, werde noch untersucht. Ein Grund könne das Ende der Kultfabrik am Ostbahnhof sein. Christian Weis nimmt an, dass es die Feiernden deshalb vermehrt in die Innenstadt zieht.

Was den Polizeichef zusätzlich beunruhigt ist die Reaktion der Menschen auf die Polizei. „Dass meine Kollegen bei ihren Amtshandlungen beleidigt und körperlich angegangen werden, kommt leider immer häufiger vor“, teilte Weis mit.

Im Bereich der Polizeiinspektion 11 hätte es bereits 180 Fälle von Widerstand und körperlichen Angriffen auf Polizeibeamte gegeben. „Dabei wurden leider neun meiner Beamten bereits in diesem Jahr verletzt, so viele wie das gesamte letzte Jahr zusammen“, betonte Weis. „Die Menschen haben allgemein immer weniger Respekt vor Autoritäten“, gab Weis zu bedenken. Immer häufiger käme es vor, dass sich bei polizeilichen Einsätzen auch Unbeteiligte entweder einzeln oder in Gruppen einmischten und die Arbeit der Beamten behinderten. „Dass meine Kollegen dabei mit dem Handy gefilmt werden, ist bald schon üblich.“

Über 200 Personen habe die Polizei dieses Jahr bereits temporär in eine der vier Zellen der Inspektion stecken müssen, größtenteils, um auszunüchtern. laf

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare