Das sind die Groß-Projekte des Sozialreferats 2019

Neue Anreize für soziales Vermieten

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Eine bezahlbare Wohnung in München zu finden, gestaltet sich oft schwierig.

München – Die Stadt befindet sich im stetigen Wachstum: Das erfordert nicht nur Bau- und Verwaltungsmaßnahmen – auch die soziale Komponente darf man nicht aus den Augen verlieren

Die Stadt wächst stetig. Laut einer Prognose werden im Jahr 2035 rund 1,8 Millionen Menschen in München leben. Das bringt viele Chancen mit sich – aber auch Probleme. Lösungsansätze versucht die Stadt durch konkrete Maßnahmen schon im kommenden Jahr zu finden.

Edith Petry, Sprecherin des Sozialreferats

„Das Thema Wohnen hat die Stadt München in den vergangenen Jahren sehr beschäftigt und wird auch künftig eine der zentralen Herausforderungen sein“, sagt Edith Petry, Sprecherin des Sozialreferats. Das Angebot auf dem Wohnungsmarkt ist klein, die Nachfrage aber riesig. Die Folge: horrende Mietpreise. Knapp 9000 Personen sind nach Aussage von Petry akut wohnungslos. Mit verschiedenen Programmen versucht die Stadt, geförderten Wohnraum zu schaffen. 2012 bis 2016 sollte „Wohnen in München V“ private Wohnungseigentümer dazu bewegen, der Stadt Rechte für ihre Wohnungen einzuräumen. Das Ergebnis war ernüchternd: Neun Wohnungen konnten in vier Jahren dazugewonnen werden. Für 2019 beschloss der Stadtrat einen neuen Anlauf: Das sogenannte Belegrechtsprogramm soll mit dem Modell „Soziales Vermieten leicht gemacht“ „neue Anreize auch für Privateigentümer setzen, ihre Wohnungen sozialverträglich zu vermieten“, erklärt Petry. Das heißt konkret: Bisher sehr komplizierte Förderbedingungen sollen jetzt leichter zu berechnen sein. Mit dem Programm will die Stadt jährlich 100 bezahlbare Wohnungen schaffen. Zusätzlich können 2019 Anträge auf geförderten Wohnraum auch online gestellt werden.

Obwohl die Arbeitslosigkeit in München mit 3,4 Prozent im bundesweiten Vergleich gering ist, führen unter anderem die hohen Mieten zu steigenden Lebenshaltungskosten. Laut aktuellem Armutsbericht leben etwa 270 000 Menschen in relativer Armut. Also fast jeder fünfte Münchner. Petry erläutert: „Eine Kommune kann beim Thema Armut nur punktuell handeln. Die Regelsätze von Sozialleistungen sind in Bundesgesetzen festgelegt und reichen gerade in Großstädten wie München oft nicht aus.“ Von Armut betroffen seien vor allem Senioren. Für jene Betroffene verabschiedete die Stadt ein Maßnahmenpaket zur besseren Versorgung und Teilhabe. Ein wichtiger Aspekt seien die Alten- und Servicezentren (ASZ), die im Jahr 2019 ihr 40-jähriges Bestehen feiern.

Dem Sozialreferat ist außerdem wichtig, die Anerkennung der ausländischen Qualifikationen mit Blick auf den aktuellen Fachkräftemangel voranzutreiben. Die entsprechende Servicestelle wird 2019 zehn Jahre alt. Rund 4700 zugewanderten Menschen wird dort jedes Jahr geholfen, im deutschen Arbeitsmarkt besser Fuß zu fassen.

Sophia Oberhuber

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