Domino Verlag mit Sitz in Nymphenburg wird zum Jahresende geschlossen

Nach mehr als 40 Jahren: Abschied von floh! und Flohkiste

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Es heißt Abschied nehmen von dem sympathischen Maskottchen und den originellen Lernhilfen. Der Domino Verlag schließt seine Türen.

München – Seit 1977 begeisterte der Domino Verlag mit den  Kinder- und Jugendzeitschriften „Flohkiste“ und „floh!“ Generationen von Kindern für das Lesen und Schreiben – Jetzt schließt er seine Pforten

Layout und Grafik haben sich in 40 Jahren verändert.

Bilderrätsel, knifflige Denksportaufgaben, lustige Quizfragen, Bastelbögen und viele spannende Geschichten: Mit diesen Mitteln führen die Kinder- und Jugendzeitschriften Flohkiste und floh! seit 1977 Generationen von Kindern ans Lesen, Schreiben, Rechnen und die Wahrnehmung ihrer Umwelt heran. Doch es heißt Abschied nehmen von dem sympathischen Maskottchen und den originellen Lernhilfen: Am 31. Dezember 2018 erscheinen die letzten Ausgaben aus dem Domino Verlag, der seit 25 Jahren an der Menzinger Straße zuhause ist. Nach insgesamt 54 Jahren stellt der Verlag seine Arbeit nun ein. Der Grund: ein drastischer Rückgang an Abonnenten, seit die Zeitschriften in der Schule nicht mehr von Lehrern empfohlen werden.

Seit 1977 führte der Domino Verlag Generationen von Kindern ans Lesen, Schreiben, Rechnen und die Wahrnehmung ihrer Umwelt heran.

Dabei hat mit dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) alles angefangen: Dieser brachte bereits seit 1876 eine eigene Schülerzeitschrift namens Jugendlust heraus. Für jüngere Kinder kam später noch der Sommergarten dazu. Rund 100 Jahre später übergab der BLLV die damals nicht mehr zeitgemäßen Titel dann an den Verleger Günther Brinek. Der hatte 1964, damals an der Hubertusstraße, den Domino Verlag gegründet und bot zuerst eine Art Buchclub mit Literatur für Kinder an.

Die Inhalte orientierten sich stets an den Grundschul-Lehrplänen.

In Kooperation mit dem BLLV stieg Brinek dann auf Zeitschriften um und machte aus dem Sommergarten die Flohkiste und aus Jugendlust floh! mit einem modernen Erscheinungsbild. Inhaltlich orientierten sich die Beiträge in den seit 1980 14-tägig erscheinenden Heften aber stets an den Lehrplänen für die Grundschulklassen eins bis vier. Womit sie von vielen Lehrern – später bundesweit – als unterrichtsbegleitender Lesestoff empfohlen wurden. Es gab sie nur im Abo, nicht am Kiosk.

In den vergangenen Jahren sei bei vielen Lehrern jedoch die Unsicherheit gestiegen, was noch erlaubte Empfehlung und was schon verbotene Werbung an Schulen sei, erklärt die Geschäftsleitung auf der Internetseite des Verlags. Die Folge: Der Floh sagt Servus und verschwindet in seiner Kiste.

Ursula Löschau

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