Passant findet Säugling

Tragischer Fund an Neujahr – Zwei Monate altes Baby ausgesetzt 

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Ein zwei Monate altes Mädchen wurde in Schwabing gefunden. Die Polizei vermutet, dass es ausgesetzt wurde.

Ein Passant machte an Neujahr einen traurigen Fund: ein ca. zwei Monate altes Baby. Der Verdacht besteht, dass der Säugling in der Kälte ausgesetzt wurde...

München – An Neujahr, kurz nach 14:00 Uhr, fand ein Passant in einem Hausdurchgang im Bereich Ackermannstraße/Schwere-Reiter-Straße ein schreiendes Baby. Nach einer ersten Einschätzung bestand der Verdacht, dass das Baby möglicherweise ausgesetzt worden war. 

Als das Kind auch nach etwa zwanzig Minuten nicht aufhörte zu schreien, wurde ein Pärchen stutzig, das sich in der Nähe aufhielt. Die Passanten suchten nach dem Kind und fanden um kurz nach 14.00 Uhr das zwei Monate alte Baby in eine Fleecedecke eingewickelt, in einer Babyschale. „Das war ganz kalt, das Würmchen“, sagte der Mann, ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur, der mit seiner Freundin das Kind fand. „Das Baby lag auf zwei, drei Kleidungsstücken drauf, hatte keine Mütze auf - nur ein Tuch über dem Kopf“, erzählte er.

Während das Pärchen auf den Kindernotarzt wartete, brachte der Mann das Baby in sein Auto und startete die Standheizung. Dem Kind gehe es mittlerweile soweit gut, teilte die Polizei mit. Die Kleine wurde vorsorglich zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht.

Es befand sich in einem Kindersitz und war mit Wechselkleidung sowie einem Fläschchen ausgestattet. Nach Verständigung der Polizei sowie des Rettungsdienstes wurde das Kind zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Die Untersuchung des Kindes ergab, dass sich das ca. zwei Monate alte Mädchen in einem guten körperlichen Zustand befindet und keine Verletzungen davongetragen hatte. 

Zunächst war die Identität des kleinen Mädchens nicht geklärt

Im Rahmen einer umgehend veranlassten Anwohnerbefragung konnten sehr schnell die Personalien des Mädchens sowie der Wohnort der Eltern (ein Ehepaar aus München – sie 31 Jahre und er 28 Jahre alt) geklärt werden. Noch während des Einsatzes sei der Vater des Mädchens am Einsatzort angetroffen worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Das Paar wurde auch vorher schon mehrfach in der Nachbarschaft gesehen - es wohnt nach Angaben der Polizei vermutlich in der Nähe. Wo sich die Frau am Neujahrstag aufhielt, war zunächst unklar, ebenso wie die Hintergründe zu den Motiven.

Bezüglich der näheren Umstände des Vorfalls laufen derzeit die polizeilichen Ermittlungen, die vom Kommissariat 14 geführt werden. Der Vater wurde wegen des Verdachts einer Aussetzung angezeigt. Das zuständige Jugendamt wurde informiert und prüft weitere mögliche Maßnahmen in eigener Zuständigkeit.

Quelle: Polizeipräsidium München/dpa/jh

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