Ringen um den Tucherpark

Denkmalschutzdiskussionen nach Verkauf des Tucherpark-Areals 

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Denkmalgeschützt: Das eben verkaufte HVB-Gelände zwischen Englischem Garten und Isar. Sein Umbau bringt Probleme.

Nachdem die Commerz Real das Areal am Tucherpark von der Hypovereinsbank gekauft hat, steht den Plänen des Investors nun der Denkmalschutz des Tucherpark-Ensembles im Weg.   

Schwabing: Eine Sportanlage, sieben Bürogebäude, ein 5-Sterne-Hotel, ein Rechenzentrum, alte Bäume und viel Grün drum herum: der HVB-Campus ist für Investoren ein Filetstück, direkt am Englischen Garten. „Knapp 15 Hektar mit großem Entwicklungspotential und das in der Innenstadt von München“, freut sich die Commerz Real, die das Gelände für angebliche 1,1 Milliarden Euro erstanden hat und jetzt weiter entwickeln will. Problem dabei: der Tucherpark ist ein in die Bayerische Denkmalliste eingetragenes Ensemble mit dem Einzeldenkmal „Am Tucherpark 12“.

Stadtbaurätin Elisabeth Merk sieht die Nachverdichtung des Areals deshalb kritisch: „Ich halte die Weiterentwicklung des Tucherparks für schwierig, da er als Gesamtanlage ein seltenes Beispiel für Bürosiedlungen in der Planung aus den späten 1960er-Jahren bildet“, sagte sie auf Hallo-Nachfrage.

Mit Projektentwickler Hines kündigt die Commerz Real „neben Umbauten und Modernisierungen auch Nachverdichtungsmaßnahmen unter Wahrung des Denkmalschutzes und der architektonischen Gegebenheiten“ an. Gerd Johannsen, Sprecher der Commerz Real: „Für uns ist der Erwerb und die Weiterentwicklung des Tucherpark-Areals ein wichtiger Meilenstein in Wohnimmobilien zu investieren. Es ist unser Ziel, geförderten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Nicht um jeden Preis, so Merk: „Im Rahmen eines denkmalschutzrechtlichen Verfahrens müssten Veränderungen an der Substanz konkret begründet und deren Erfordernis belegt werden. Ein Abriss von Denkmälern ohne substantierte Begründung kommt für mich nicht in Frage.“ Da ist Konfliktpotenzial programmiert.

Auf der anberaumten Podiumsdiskussion (siehe Kasten) ist die Stadtbaurätin deshalb mit dabei: „Nachdem wir die Planungen und Konzepte bisher nicht kennen, bin ich sehr gespannt, ob die vielen offenen Fragen beantwortet werden können.“

Denkmal unter Schutz

„Ensemble unter Denkmalschutz – das Schicksal des verkauften Tucherparks“ – unter diesem Motto findet am Dienstag, 3. März, um 19 Uhr in der Bayerische Akademie der Schönen Künste, Max-Joseph-Platz 3, eine Podiumsdiskussion statt, Redner sind Stadtbaurätin Elisabeth Merk, der Leiter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Mathias Pfeil, Christian Meister, Managing Director bei Hines, Architekturhistoriker Winfried Nerdinger, Andreas Garkisch von 03 Architekten und Werner Frosch vom Werkbund Bayern.

Marie-Julie Hlawica

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