„Design or no sign“

Kuck lässt das Siegestor leuchten

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Konzeptkünstler Jan Kuck.

Was der bekannte Konzeptkünstler Jan Kuck ab dem 18. Februar für Schwabings Wahrzeichen, das Siegestor, plant...

Maxvorstadt/Schwabing – Die flammend rauschende Isar an der Praterinsel, das blau leuchtende Siegestor und künstlerisch gestaltete Schaufenster am Marienplatz – weder Farben noch kreative Ideen gehen Jan Kuck (41) aus. Der Künstler ist in München als Konzeptkünstler zur Zeit so aktiv wie kein zweiter. 

Dreimal sind seine lichtgewaltigen Werke im Februar und März in der Landeshauptstadt zu sehen. Seine zentrale Frage: „Für was brennst Du, was ist Deine Leidenschaft“, stellt er dabei auch allen Münchnern. „Die Idee dazu hatte ich schon länger, plane seit Januar 2019. Jetzt haben mich die Ereignisse eingeholt: Brände in Australien, Gesundheit in China, die Weltpolitik, die den Klimanotstand ausruft.“ 

Künstler Jan Kuck will das Siegestor ab dem 18. Februar blau illuminieren und die Isar orange leuchten lassen. 

Nicht zu übersehen leuchtet passend ab dem 18. Februar mitten im Münchner Siegestor ein drei Mal drei Meter großer Schriftzug aus 14 mundgeblasenen Buchstaben in leuchtendem neonblau: „Design or no sign“. Kuck wollte es genau dort: „Das Siegestor ist ein einzigartiges Symbol, ein zentrales Mahnmal, zum Frieden mahnend.“ 

Die nahe Allianz hat ihn dabei unterstützt, so dass die 38 Zentimeter hohen, einzelnen Glas-Lettern eines Berliner Neon-Künstlers dann auf Plexiglas montiert im Bogen hängen. „Die Installation ruft weit sichtbar zur Verantwortung auf, denn es gibt so vieles, was in dieser Welt brennt.“ Vier Wochen lang leuchtet diese Installation auf Schwabings Prachtmeile. 

Denkmalschutz und Baureferat haben ihre Genehmigungen erteilt 

Am 5. März steht dann das Kaufhaus Beck am Marienplatz im Zeichen Kucks künstlerischer Kreativität, wo er 14 auf den Marienplatz gerichtete Fenster zum Thema „What is safety now“ bespielt. 

Warum Kucks Kunst gerade in München so viel Gefallen findet, erklärt sich Isabel Bernheimer (40) von der gleichnamigen Agentur so: „München hat Berlin im Kunstsektor überholt. Hier gehört Kunst und Kultur zum Alltag und der Mentalität der Menschen.“ Schließlich wird so auch die Isar zum Beginn der Munich Creative Business Week (MCBW) am 7. März zum einzigartigen Kunstwerk, zum „Burning River“ – zum flammenden Fluss. Dazu beleuchtet er Isar-Wasserdampf mit rot-orange-gelbem Licht, werden die Wasserfluten am Wehr zum feurig-lodernden Meer. An eine Ufer-Fläche vor dem Alpinen Museum werden Bürger-Botschaften projiziert. „Hier kann jeder mit 60 Zeichen sagen, was ihn bewegt. Ab dem 20. Februar schalten wir dazu die Website www.The-Burning-River.com frei. Sicher ist aber: Rassismus, Werbung und Hetze bleiben draußen.“ 

Der Kick-Off zum „Burning River“ um 17 Uhr fällt auf Jan Kucks 42. Geburtstag. Auch Promis werden erwartet, doch auf einen Gast freut sich der Künstler am meisten: „Meine 80-jährige Mutter Theresia reist aus Hannover an. Sie ist die wichtigste Unterstützerin meiner Arbeit.“

 Marie-Julie Hlawica

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