Lebensgefährliche Experimente

Ende im spektakulären Stromschlag-Prozess  – Urteil gegen falschen Arzt gefällt

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Der wegen versuchten Mordes an zahlreichen Frauen und Mädchen 30-jährige Angeklagte soll sich als Arzt ausgegeben und sie zu lebensgefährlichen Stromexperimenten gebracht haben.

Ein Informatiker gab sich als Arzt aus und brachte Frauen über Skype dazu, sich lebensgefährliche Stromschläge zuzufügen – Heute wurde das Urteil in dem Fall verkündet.

München – Im aufsehenerregenden Stromschlags-Prozess vor dem Landgericht München II ist der Angeklagte am heute zu elf Jahren Haft wegen versuchten Mordes in 13 Fällen verurteilt worden. 

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Informatiker aus Würzburg sich als falscher Arzt ausgegeben und junge Frauen per Internet-Chat dazu gebracht hat, sich selbst lebensgefährliche Stromschläge zuzufügen. Außerdem wurde die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus verhängt. Die Staatsanwaltschaft hatte 14 Jahre Haft und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren.

Der Informatiker aus Würzburg hat eingeräumt, sich als falscher Arzt ausgegeben und Frauen per Skype dazu gebracht zu haben, sich selbst lebensgefährliche Stromschläge zuzufügen. Das Ganze zeichnete er auf. Angeklagt wurde er wegen 88-fachen versuchten Mordes.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es ihn sexuell erregte, wenn Frauen durch Strom Schmerzen erlitten. Sie forderte eine Verurteilung des 30 Jahre alten Angeklagten wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung, Titelmissbrauchs und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches.

Die Verteidigung legte eine psychische Erkrankung des Angeklagten nahe und plädierte auf eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren wegen Titelmissbrauchs und der Erstellung von Bildaufnahmen oder hilfsweise die Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung beziehungsweise fahrlässiger versuchter Tötung. Der Anwalt des Angeklagten forderte außerdem, die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus zur Bewährung auszusetzen.

Quelle:dpa/jh

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