Sprung zur Versöhnung

Nach Streit mit Anwohnern –Skater wollen gemeinsame Lösung

Michael Kellner (Foto) und andere Münchner skaten gerne am Josephsplatz.

Kleiner Sieg für die Skater. Hindernisse von Anwohnern am Franziskusbrunnen müssen weg – AKIM soll künftig vermitteln. Was Skater wie Michael Kellner und andere als Kompromiss vorschlagen...

Maxvorstadt – Die Kübel kommen weg. Ein kleiner Sieg der Skater gegen die Anwohner am Josephsplatz. Diese fühlen sich von den Skatern gestört und stellten als anonyme Gruppe „Freunde des Franziskusbrunnens“ eigenständig Blumenkübel rund um den Brunnen auf. 

„Sie stehen an den besten Stellen, um das Skaten zu verhindern“, bedauert Michael Kellner, einer der Vorsitzenden des Vereins „Skateboarding München“. Der befasst sich mit allem Organisatorischen rund um das Skaten in München und ist deshalb gut mit der Problematik vertraut. 

Der Josephsplatz wird umgebaut

Der BA Maxvorstadt hat in seiner jüngsten Sitzung den Beschluss gefasst, dass die Kübel weichen müssen. Das Baureferat plant, sie abzubauen.

Verschiedene Mitglieder des Bezirksausschusses und Mitarbeiter des Baureferats trafen sich bereits im September zu einer Ortsbegehung am Josephsplatz. 

Neben dem Konflikt um die unerlaubten Blumenkübel rund um den Franziskusbrunnen ging es an diesem Tag jedoch auch um die Frage, welche Maßnahmen gegen parkende Autos auf dem Platz ergriffen werden können. 

Dem Bezirksausschuss lag zu seiner jüngsten Sitzung ein entsprechender Plan des Baureferats vor, der letztlich einstimmig von dem Gremium beschlossen wurde. 

Der Plan sieht vor, zusätzliche Bänke sowie auch Poller auf dem Platz anzubringen, um das Parken künftig zu verhindern. Die Bänke und Poller werden dazu an der West- und an der Nordseite sowie neben der Tiefgarageneinfahrt aufgestellt. 

„Das Baureferat wird diesen Beschluss in Abstimmung mit dem BA baldmöglichst umsetzen, ein konkreter Termin steht derzeit noch nicht fest“, erläutert Dagmar Rümenapf vom Baureferat auf Anfragen von Hallo.

AKIM soll vermitteln

BA-Vorsitzender Christian Krimpmann (CSU) erläutert die Entscheidung: „Es geht einfach nicht, etwas im öffentlichen Raum aufzustellen. Wir müssen deshalb einen strengen Maßstab anlegen, um keinen Präzedenzfall zu schaffen.“ 

Um den Konflikt am Platz zu lösen, soll das Allparteiliche Konfliktmanagement in München (AKIM) aktiv werden und zwischen den beiden Parteien vermitteln. 

Skater und ehemaliger Vorsitzender Fabian Lang begrüßt diese Maßnahme: „AKIM ist der richtige Mediator. Wir freuen uns auf einen Dialog.“ 

Er bedauert bei dem ganzen Konflikt nämlich vor allem die Tatsache, dass von Seiten der Anwohner nie ein Gespräch gesucht wurde. „Für uns ist es nur fair, wenn sich die Anwohner vor Ort zeigen und man gemeinsam eine Lösung findet.“ 

Lieber eine gemeinsame Lösung

Ein radikales Verbot des Skatens ist für ihn hingegen keine Lösung. Er will sich lieber konstruktiv mit den Anwohnern unterhalten. Eine mögliche Konfliktlösung sieht er dabei in bestimmten Zeiten, an die sich die Skater halten müssten. 

Gegen einen radikalen Ausschluss von Skatern und für eine Vielfalt am Josephsplatz plädierte auch die Anwohnerin Özlem Ahmetog im Bezirksausschuss, denn sie findet: „Der Platz ist nicht nur für Familien und Rentner. Es darf keinen Ausschluss bestimmter Gruppen geben.“ 

Kassandra Fischer

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen 

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Dreister Dieb auf dem Fahrrad – Münchnerin auf der Leopoldstraße bestohlen
Dreister Dieb auf dem Fahrrad – Münchnerin auf der Leopoldstraße bestohlen
München
Bildergalerie – Markus Söder
Bildergalerie – Markus Söder
München als Europas Hauptstadt der künstlichen Intelligenz?
München als Europas Hauptstadt der künstlichen Intelligenz?
Gewinnen Sie einen Erlebnisaufenthalt im Europa-Park für die ganze Familie
Gewinnen Sie einen Erlebnisaufenthalt im Europa-Park für die ganze Familie

Kommentare