Leihopa für Studenten

Kommt bald ein Mehr- Generationen-Café ins Museumsviertel?

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Jung und Alt treten in einen Dialog: Markus Dosch (88) und Simone Brugger (35)

Wie ein Besuch bei Oma und Opa: So soll das geplante Mehr-Generationen-Café der Marli Bossert Stiftung werden...

Maxvorstadt – „Die älteren Menschen werden die Gastgeber sein. Jüngere Menschen können dadurch das Gefühl bekommen, zu Oma oder Opa zu kommen“, erklärt Anne Bauer, Vorstandsvorsitzende des Vereins. 

Anne Bauer(i.Mi)

Die Maxvorstadt eigne sich dabei wunderbar für das Konzept, da es hier viele Studenten gibt. Der Schritt in die Gastronomie soll vor allem älteren Menschen die Möglichkeit geben, mitzuhelfen und durch einfache Mittel auch Geld zu verdienen: Mal einen Kuchen backen, traditionelle Rezepte vermitteln, Lebenserfahrungen weitergeben. Bereits jetzt versucht Bauers Verein einen Austausch der Generationen zu schaffen – zum Beispiel durch das eigene Onlinemagazin „eigenleben.jetzt“. 

Ältere Münchner erstellen Textbeiträge und Fotos, jüngere Menschen bereiten sie online auf. Durch das Projekt sind regelmäßige Treffen entstanden. Während es immer mehr Menschen werden, gibt es jedoch keinen festen Platz für die Treffen: „Wir werden immer mehr Leute, der Bedarf nach eigenen Räumlichkeiten zum Treffen und für gemeinsame Aktivitäten steigt.“ 

Einen direkten Austausch der Generationen empfindet sie nämlich als sehr wichtig. Deshalb will sie nun ein Café gründen. Dort soll es außerdem Workshops, wechselnde Ausstellungen und Barbetrieb geben – auch eine Bühne für Senioren sowie Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund ist vorgesehen. Ganz unterschiedliche Menschen treffen durch den Verein aufeinander, die Motivationen sind jedoch ähnlich. 

Markus Dosch kann beispielsweise seine Erfahrungen als Autor weitergeben. Mit seinen 88 Jahren freut er sich außerdem: „Ich bin der älteste Schreiber hier!“ Simone Brugger findet, dass sie von der Lebensweisheit älterer Menschen profitieren kann. „Der Austausch ist wichtig.“ 

Außerdem gefällt es ihr, dass es gegenseitige Unterstützung gibt. „Ich gehe mal für jemanden einkaufen und dafür passt jemand auf meinen kleinen Sohn auf. Das ist auch für mein Kind ganz toll. Wir sind wie eine große Familie.“ Derzeit befindet sich Initiatorin Bauer in Verhandlungen mit einem privaten Vermieter im Museumsviertel, der das Projekt befürwortet. Bauer erzählt: „Er unterstützt uns nach Kräften.“

 Trotzdem hofft Bauer auf die Unterstützung des BAs und so beantragte sie jetzt einen Zuschuss. Der BA nahm die Pläne positiv auf, über den Zuschuss wird im November entschieden. 

Die Marli Bossert Stiftung

Seit 2017 gibt es den gemeinnützigen Verein Marli Bossert Stiftung. Anne Bauer entwickelte die Idee, als Mutter Ulrike Ziegler einen Blog starten wollte. 

Benannt ist der Verein nach Bauers verstorbener Großmutter Marli. Er finanziert sich durch Fördergelder, Spenden sowie Beiträge der Mitglieder.

kf

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