BA streitet über geplante Verkehrsführung an der Isar

Streit im BA – Gefahr durch breitere Radwege?

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Auf der Ludwigsbrücke soll während der Sanierung eine Fahrspur pro Richtung wegfallen, damit Radler und Fußgänger mehr Platz haben.

Die neue Verkehrsplanung rund um die Ludwigsbrücke löst hitzige Diskussionen im BA aus. Was die Lokalpolitiker fordern und vor welchen Gefahren sie warnen. Was sagt die Stadt...

Lehel – Auf der Ludwigsbrücke soll während der Sanierung eine Fahrspur pro Richtung wegfallen, damit Radler und Fußgänger mehr Platz haben. Allein das sorgt für Ärger im Bezirksausschuss. 

Richtig Zoff gab es jetzt aber bei der Diskussion, wie es mit dem Anschlussbereich Zweibrückenstraße und Isartorplatz weitergehen soll. 

Beim Thema Ludwigsbrücke kochen die Emotionen im Bezirksausschuss hoch. Ein Streit in der letzten Sitzung führte sogar zum verfrühten Abbruch (Hallo berichtete). 

Der Stadtrat hatte bereits im April beschlossen, dass es nach der Sanierung der Brücke eine neue Aufteilung des Straßenraums gibt. Fußgänger und Radfahrer gewinnen dadurch mehr Platz, eine Autofahrspur pro Richtung verschwindet. 

Eine Fahrspur pro Richtung soll hier wegfallen, damit Radler und Fußgänger mehr Platz gewinnen.

Der BA Altstadt-Lehel soll deshalb Stellung zu den Plänen des Baureferats über die Anschlussbereiche Zweibrückenstraße und Rosenheimer Straße beziehen. 

Grünen sind dafür, SPD kritisch

Die Grünen stimmen den Plänen der Stadt dabei uneingeschränkt zu. „Wir wollen keine Revolution, sondern einheitlich schrittweise anfangen“, erläutert Markus Stadler (Grüne). Vor allem pragmatisch sei diese Haltung, denn man müsse jetzt damit starten. 

Genau das sieht die SPD kritisch. „Wir brauchen zuerst eine Gesamtplanung für die umliegenden Gebiete“, fordert Wolfgang Püschel (SPD). Die Sozialdemokraten befürchten nämlich, dass es durch die Reduzierung der Fahrspuren zu einem massiven Ausweichverkehr auf das Lehel und das Gärtnerplatzviertel kommt. 

Da die Umsetzung der Einspurigkeit erst 2020/21 passieren soll, sei laut SPD davor noch genug Zeit für entsprechende Untersuchungen. Außerdem haben sie weitere Voraussetzungen für eine Zustimmung formuliert. 

Forderung einer gesamten Neugestaltung des Isartorplatzes

Vor allem beim hochfrequentierten S-Bahnausgang Breiterhof sieht Püschel ein großes Gefahrenpotential, wenn man die Planungen nicht anpasst. „Durch breitere Radwege erhöht sich dort das Tempo der Radfahrer“. 

Mit Geschäftsleuten sollen außerdem Anfahrts- und Ladezonen abgesprochen werden und für den Isartorplatz fordert die SPD eine gesamte Neugestaltung. 

Die SPD fürchtet, dass eine Radwegverbreiterung das Gefahrenpotential vor der S-Bahn Haltestelle erhöht.

Auch die Grünen fordern Letzteres – jedoch im Gegensatz zur SPD unabhängig vom Thema Ludwigsbrücke. Wie es scheint, sind die Grünen mit ihrer Position jedoch allein. 

Der BA-Vorsitzende Wolfgang Neumer (CSU) positionierte sich auf Nachfrage von Hallo auf der Seite der SPD: „Wir müssen zuerst Lösungen schaffen, wie man ein Verkehrschaos beheben kann.“ 

Nicht Hals über Kopf

Dieser Meinung ist auch die FDP und so erläutert Jörg Hoffmann: „Hals über Kopf die Spuren reduzieren ohne, dass man ein Gesamtkonzept hat, halten wir für falsch.“ 

Die Befürchtung, dass breitere Radwege eine höhere Gefahr darstellen, kommentierte Johannes Mayer vom KVR jedoch folgendermaßen: „Der Stadtrat hat beschlossen, die Forderungen des Radentscheids in vollem Umfang zu übernehmen. 

Hierin ist bei der Qualität von Radwegen festgelegt, dass Radverkehrsanlagen eine nutzbare Mindestbreite von 2,30 Meter pro Fahrtrichtung zuzüglich einem Sicherheitstrennstreifen haben. 

Diese Vorgaben werden bei den Planungen der Radverkehrsanlagen entlang der Breiterpassage berücksichtigt.“ In der kommenden Novembersitzung will der BA seine Stellungnahme endgültig beschließen. 

kf

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