Sand im Getriebe?

Die Zukunft des Kulturstrands ist ungewiss – Standortfrage bleibt ungelöst

+
Am Vater-Rhein-Brunnen kann der Kulturstrand nächstes Jahr nicht mehr stattfinden. Die Alternativen? Strittig.

„Eigentlich hätten wir uns die Klärung schon 2018 gewünscht“, sagt Benjamin David von den Urbanauten – den Erfindern des Kulturstrands. Eine Lösung ist bislang nicht in Sicht.

München – Nur eines ist sicher: Am Vater-Rhein-Brunnen wird der Kulturstrand nächstes Jahr nicht stattfinden. Dort wird gebaut. Einigkeit über die Alternativen für 2020 bis 2022 – die Grünfläche an der Corneliusbrücke oder im Ostpark – herrscht nicht. Der Kreisverwaltungsausschuss hätte jetzt abstimmen sollen, die Entscheidung wurde jedoch in die übernächste Sitzung am 26. November vertagt.

„Eigentlich hätten wir uns die Klärung schon 2018 gewünscht“, sagt Benjamin David von den Urbanauten – quasi den Erfindern des Kulturstrands. Die zwei zusätzlichen Monate sieht David entsprechend kritisch: „Es ist dann frühestens Februar, bis bekannt ist, wer es machen darf. Da ist es zu spät, um Fördermittel zu beantragen.“

Kulturelle und gestalterische Qualität seien ohne Planungssicherheit ebenso gefährdet, wie der Urbanaut erklärt. Ebenso kritisch sieht er auch den Ostpark, der „weder für uns noch andere wirtschaftlich machbar ist“, so David. 

Dieser Standort könnte ohnehin vom Tisch sein: Die CSU schloss ihn aus, brachte aber mit einem Änderungsantrag den Willy-Brandt-Platz an der Messe Riem ins Spiel. Davids Urteil hierzu: „Dort wäre es schwierig, kein Minus zu machen“. 

Unterstützung seitens der Stadt oder des BAs wären also nötig. Die Corneliusbrücke scheint die realistischste Alternative. Doch dort war der Kulturstrand bereits in der Vergangenheit – und auf Gegenwind des BAs und der Anwohner gestoßen.

Sebastian Obermeir

So ergeht es anderen Kulturveranstaltern

Auch andere Kulturveranstalter kämpfen damit, dass ihre Veranstaltungsorte nur begrenzt bespielbar sind. Ein Überblick über die aktuellsten dieser so genannten Zwischennutzungen:
  • Noch bis zum 3. November sind Ausstellungen, Workshops und Indoor-Gardening im „The Hub Schwabing“ in der Infanteriestraße 14 zu Gast. 
  • Jetzt wird die Zwischennutzung nochmals zwischengenutzt: „Two in a Row“ bauten den Keller zum temporären Club um – der am 12. Oktober eröffnet wird. 
  • Das Gesundheitshaus an der Dachauer Straße 90 wird bis 2025 auf 9000 Quadratmetern von „Muca“ bespielt (Hallo berichtete). Das Team des Urban-Art-Museums hat bereits in der Landsberger Straße die Zwischennutzung „Kunstlabor“ umgesetzt. 
  • Die Reithalle in der Heßstraße wird zukünftig von den Lovelace-Betreibern rund um Michi Kern mit Leben gefüllt. 

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer aktueller Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Baustelle Sendlinger Tor – So fahren die U-Bahnen am Wochenende
Baustelle Sendlinger Tor – So fahren die U-Bahnen am Wochenende
Münchens Ex-OB Ude vergleicht Politiker mit Fußball-Profis
Münchens Ex-OB Ude vergleicht Politiker mit Fußball-Profis
S-Bahn Stammstrecke gesperrt  – Ein ganzes Wochenende kein Verkehr
S-Bahn Stammstrecke gesperrt  – Ein ganzes Wochenende kein Verkehr
SUV statt CSU – Greenpeace Verändert Schriftzug an Parteizentrale
SUV statt CSU – Greenpeace Verändert Schriftzug an Parteizentrale

Kommentare