Aufregung um Verkehrsberuhigung

Zoff um berühmteste Fassade der Stadt – Betonkübel vor Dallmayr

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20 kahle Betonkübel hat die Stadt vor Münchens berühmtester Fassade am Marienhof platziert. Dallmayr-Chef Florian Randlkofer (rechts) wurde von ihnen überrascht.

Viele Münchner sind entsetzt über die 20 neuen übergroßen Pflanzkübel, die das Baureferat jetzt vor dem Delikatessengeschäft Dallmayr aufgestellt hat. Worauf Dallmayr-Chef Florian Randlkofer hofft und wie es mit der Fassade jetzt weitergeht...

Altstadt – Anfang November standen sie plötzlich in der Dienerstraße: 20 graue Pflanzkübel aus Beton, circa 1,20 Meter hoch, direkt vor München berühmtester Fassade – mit den Ansicht seines Hauses wirbt das Delikatessengeschäft Dallmayr seit Jahrzehnten in bundesweiten Werbespots. 

Das Baureferat hatte die Betonkübel aufgestellt, um zu verhindern, dass künftig Autos dort parken – beauftragt durch den Stadtratsentscheid zur „Auto­freien Altstadt“. Nach diesem soll die Dienerstraße für den privaten Autoverkehr – außer für Taxis – gesperrt werden. 

Wolfgang Fischer, Geschäftsführer von „City Partner“, dem Zusammenschluss der Innenstadthändler, ist schlicht entsetzt: 

„Diese Betonmauer aus Kübeln ist stadtgestalterisch eine Katastrophe, dies zudem noch vor einem unserer renommiertesten Münchner Traditionshäuser, das ebenso mit viel Engagement, gerade auch in der Weihnachtszeit, wunderbare Schaufenster gestaltetet.“ 

Stadtrat Alexander Reissl (CSU) drückt es drastischer aus: „Die Stadtverwaltung ist übers Ziel hinaus geschossen. Man kann schon fast sagen, dass die Straße verschandelt wurde.“ 

Auch Dallmayr-Chef Florian Randlkofer ist irritiert: „Wir waren überrascht von den Betonkübeln – wir hatten bezüglich der Gestaltung keine Information.“ Erste Beschwerden haben das prominente Delikatessenhaus bereits erreicht: „Natürlich haben wir Kundenreaktionen erhalten. 

Die sind negativ, weil die berühmte Hausfassade durch die Kübel verstellt wird“, so der geschäftsführende Gesellschafter des Münchner Traditionsunternehmens. Aber er ist optimistisch gestimmt: „Wir sind sicher, dass dies eine Übergangslösung sein soll, und dass eine schönere Lösung gefunden wird.“ 

Das kann Ingo Trömer vom Planungsreferat bestätigen. „Wir arbeiten gerade an der Beschlussvorlage zum konkreten Umbau der Dienerstraße, über die der Stadtrat im Dezember oder Januar entscheiden wird.“ 

Fischer hofft auf die Erfahrungen aus der Sendlinger Straße: „Dort hat sich gezeigt: Eine Fahrbahn stillzulegen reicht nicht, damit Passanten einen Fußgängerbereich annehmen. Er muss schon attraktiv gestaltet sein.“ 

Die CSU fordert währenddessen in einem Antrag vom 12. November „eine deutliche Reduzierung der Pflanzgefäße und eine sinnvolle Neugestaltung der Dienerstraße. Im Sommer könnte man den Raum für Parklets oder Freischankflächen nutzen.“ 

Für eine langfristige Lösung nimmt Randlkofer jetzt auch die kahlen Riesenkübel in Kauf: „Die Stadt kann mit entsprechender Gestaltung den Marienhof auch während der langjährigen Bauzeit deutlich attraktiver machen.“ 

Marie-Julie Hlawica

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