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Leihräder boomen deutschlandweit – die Idee dazu stammt aus München

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In Zukunft: sicherer und pünktlicher

Offiziell: MVG will Bahnsteigtüren am U-Bahn-Halt Olympiazentrum testen

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Sicher beim Ein- und Aussteigen: Bahnsteigtüren sollen Unfällen vorbeugen und die Pünktlichkeit der U-Bahnen verbessern.

Kontrollierteres Halten, komfortables Ein- und Aussteigen und ein geringes Unfallrisiko. Nach Jahren der Planung soll München nun endlich Bahnsteigtüren bekommen...

München – Welcher Münchner kennt es nicht? Man ist zu den Stoßzeiten auf die U-Bahn angewiesen, doch am Bahnsteig tummeln sich Menschenmassen. Es ist eng, das Aus- und Einsteigen funktioniert eher schlecht als recht und dann gibt es auch noch ein Problem mit der Lichtschranke... Die Folge: Verspätete Bahnen und noch mehr Frust für die Fahrgäste.

Dank neuer Technik und moderner Innovationen sollen sich diese Probleme in den kommenden Jahren in Luft auflösen. Digitalisierung lautet das Stichwort. Konkret soll ein neues Zugsicherungssystem, das sogenannte CBTC – auch „Communication Based Train Control“ – die Pünktlichkeit verbessern und höheren Komfort bieten.

Einige Streckenabschnitte der U-Bahn seien bereits seit über 50 Jahren in Betrieb. Mit der neuen Leittechnik könne man die U-Bahn jetzt zuverlässiger aber auch leistungsfähig für weiter steigende Fahrgastzahlen machen. 

„Das bestehende Zugsicherungssystem, das sogenannte Linienzugbeeinflussung (LZB, Anm. d. Red.), hat keine Zukunft mehr. Wir müssen es schon aus Altersgründen ersetzen“, erklärt Ingo Wortmann, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung und SWM Geschäftsführer Mobilität.

Eine dringende Maßnahme, betrachtet man die Bevölkerungswachstums-Prognosen für die kommenden Jahre (Hallo berichtete). 

Und tatsächlich: Bereits jetzt verzeichnen die Stadtwerke München (SWM) einen jährlichen Zuwachs der Fahrgastzahlen. Rund 413 Millionen Menschen nutzten demnach im letzten Jahr die öffentlichen Verkehrsmittel – Tendenz weiter steigend.

Mehr Leistung durch CBTC

Elektronische Stellwerke und digitale Vernetzung zwischen Zügen und der Infrastruktur. Das CBTC-System soll die Münchner U-Bahn leistungsfähiger machen.

Die neue CBTC-Leittechnik bildet künftig die Basis für mehr Leistung und verbesserte Pünktlichkeit im U-Bahn-Netz. Es handelt sich um eine digitale, IP-basierte Datenkommunikation zwischen Zug und Infrastruktur per Funk. 

Im Gleisbereich werden nur noch so genannte Balisen benötigt, die im Gleisraum installiert werden (siehe Grafik, gelb markiert). Die Balisen stellen sicher, dass sich die Züge tatsächlich an der vom CBTC errechneten Position befinden. Die teilweise noch aus den 1970er Jahren stammenden Relaisstellwerke werden somit überflüssig und durch moderne elektronische Stellwerke ersetzt.

Langfristig plane man mit einem konstanten 2-Minuten-Takt auf allen Linien, bestätigt Arne Petersen, Geschäftsbereichsleiter Verkehrsinfrastruktur. Was aus heutiger Sicht noch utopisch klingt – das LZB sieht starre Blockabschnitte mit Abständen von 200 Metern zwischen den Zügen vor – soll mittels CBTC umsetzbar werden. 

Denn: Über das System sind sowohl Züge und Infrastruktur, als auch einzelne Züge untereinander vernetzt. Die Bahnen könnten in Zukunft also im Bremswegabstand aufeinander folgen, so Petersen weiter. In einigen europäischen Städten wie Istanbul und Mailand sei das System bereits in Betrieb.

Ab 2023 soll das neue Zugsicherungssystem auf einem ersten Streckenabschnitt eingeführt werden. Ein Vollausbau unter laufendem Betrieb wird vorerst bis Ende der 20er-Jahre angestrebt. 

CBTC-Technik ermöglicht Bahnsteigtüren

Diese Maßnahmen bilden eine notwendige Voraussetzung für ein weiteres Projekt der MVG: Die Aufrüstung der U-Bahnhöfe mit Bahnsteigtüren. Ziele sind vor allem mehr Sicherheit im Gleisbereich und die Stabilisierung des Betriebsablaufs. 

Zum Vergleich: 2018 wurden 215 Personen, 115 Gegenstände und 10 Tiere im Bereich der Gleise vermeldet. 21 Personen wurden im letzten Jahr dabei schwer verletzt oder gar getötet.

Bahnsteigtüren sollen diese Zahlen minimieren: Sie sichern den Bahnsteig gegenüber dem Gleisraum ab und öffnen sich nur, wenn ein Zug im Bahnhof steht, um den Fahrgastwechsel zu ermöglichen. Ihr Einbau setzt deshalb voraus, dass die Züge exakt parallel zu den Türen halten. Denn nur dann ist ein synchrones Öffnen und Schließen gewährleistet. Dank CBTC-System kein Problem.

Pilotprojekt am U-Bahnhof Olympiazentrum

Eine im Auftrag von SWM/MVG durchgeführte Machbarkeitsuntersuchung hat ergeben, dass Bahnsteigtüren in der Münchner U-Bahn grundsätzlich nachgerüstet werden können. Ein erster Pilotversuch soll jetzt am U-Bahnhof Olympiazentrum realisiert werden. Kostenpunkt: rund 1,5 Millionen Euro. 

Der Bahnhof eigne sich wegen seiner vier Gleise besonders gut. Regulär seien lediglich zwei davon im Einsatz, zu besonderen Anlässen wie großen Veranstaltungen im Olympiastadion maximal drei. Der Test könne also ohne größere Beeinträchtigungen für Fahrgäste durchgeführt werden. Konkret werde der Bahnsteigtüren-Prototyp an Gleis 3 installiert.

Rund ein bis zwei Jahre soll die Pilotphase dauern, wie Petersen bestätigt. Erst dann könne man entscheiden, wie man mit weiteren Stationen verfährt. Vor 2023 werden sich aber noch keine Glasbarrieren vor den Schienen befinden. Zunächst müsse man eine Marktanalyse durchführen, sich für ein Türenmodell entscheiden – brusthoch, zughoch, geschlossen, teils offen – und einige weitere Detailfragen klären.

So viel sollen die Maßnahmen kosten

Die Ausstattung des kompletten U-Bahnsystems wird viele Jahre in Anspruch nehmen und in Kombination mit weiteren Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen in die anstehende Grunderneuerung des Netzes integriert werden. Nach Ablauf der Pilot-Testphase werden deshalb zunächst die stark frequentierten Bahnhöfe im Innenstadt-Bereich sowie etwa an der Theresienwiese aufgerüstet werden.

Ob man tatsächlich alle 100 Bahnhöfe sowie die neuen Linien U5 und U9 mit Bahnsteigtüren ausstatte, stehe derzeit noch in den Sternen, so Wortmann und Petersen. Fest steht: Man müsse rechtzeitig auf den massiven Zuzug reagieren.

Die möglichen Kosten werden aus heutiger Sicht auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt.

MVG/SWM/reb

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