Ausgebremst!

Trotz Radoffensive und Bürgerbegehren: Täglich neuer Frust für Radler

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Ob zur Arbeit, zum Einkaufen oder praktisch in der Freizeit: Das Rad ist in München ein beliebtes Verkehrsmittel.

Verbotsschilder und Mahnungen: Zahlreiche Münchner parken ihr Rad auf Flächen oder an Hauswänden, obwohl das dort Abstellen verboten ist. Doch wohin damit, wenn keine Ständer in Reichweite sind?

München – Den Brief zur Post bringen, beim Laden drei Straßen weiter einkaufen: Gerade für kurze Wege ist das Rad praktisch. Und in Zeiten von Verkehrswende und Bürgerbegehren zum Radverkehr offenbar das Mittel der Wahl. Doch manche Fahrradstraßen gleichen Fußgängerzonen, provisorische Radwege enden – zumindest zeitweise – in Verbotsschildern und regelmäßig stelle ich mir die Frage: wohin mit dem Rad, wenn man im Geschäft ist?

Ein Beispiel: Vor dem Laden in der Schleißheimer Straße in Schwabing-West stehen die Räder kreuz und quer – einige liegen im Gebüsch. Denn: Der nächste Fahrradständer ist gut 50 Meter entfernt und chronisch voll. 

„Es stört uns“, erklärt die Assistentin der Filialleitung. „Wir haben die Kunden gebeten, die Fahrräder nicht vor dem Schaufenster abzustellen, aber es hilft nichts.“ 

Unter bestimmten Bedingungen sei das Aufstellen von mobilen Fahrständern von Gewerbetreibenden direkt vor ihren Laden Gemeingebrauch – bedarf damit keiner Sondergenehmigung, heißt es vom KVR. Zu den Bedingungen zählt, dass der Ständer direkt an der Hauswand steht und kleiner als ein Quadratmeter groß ist – maximale Ausladung: ein Meter. Diese Möglichkeit bestehe hier nicht, da es eine durchgehende Fensterfront gebe, vor der Warenauslagen stünden, so das KVR. 

Nur ein Beispiel von vielen: Vor der Postfiliale in der Agnesstraße stapeln sich die Räder – trotz Verbotsschildern.

Sonstige mobile Ständer brauchen eine Sondernutzungserlaubnis. „Eine Erlaubnis für einen Fahrradständer wurde bisher nicht beantragt, obwohl viele Kunden mit dem Rad kommen“, erklärt Johannes Mayer vom KVR. Etwas, was Filialleiter Giuseppe Blandino ändern möchte: „In zwei Monaten schließt der Laden für einen Umbau. Eine gute Möglichkeit, um auch das anzugehen.“

Nur ein paar Straßen weiter gibt es ein ähnliches Problem vor der Postfiliale in der Agnesstraße. Nicht nur an der Hauswand prangen Schilder, die das Abstellen und Anlehnen verbieten – auch im Hallenbereich des Gebäudes ist dies untersagt. „Das wird aber größtenteils missachtet“, sagt KVR-Sprecher Mayer. Die Post gibt keine Auskunft zu diesem Thema. Da es sich auch um eine Postbank-Filiale handelt, erklärt eine Sprecherin, dass keine Beschwerden von Personal oder Kunden zur Abstellsituation der Räder vorlägen. Ändern wird sich vermutlich trotzdem bald etwas: „Das Baureferat prüft derzeit ein zentrales Fahrradabstellkonzept“, sagt Mayer.

Besserung ist zumindest in diesem Fall also in Sicht.

Sabina Kläsener

Läuft bald alles rund? Diskutieren Sie mit!

Fahrradschnellwege, ein Altstadt-Radlring, Leihräder und Co.: Wenn es um Radfahrer geht, bewegen Stadtverwaltung, Parteien und auch die Münchner selbst (Stichwort Bürgerbegehren) gerade so einiges. 

Wird sie dadurch geschaffen, die heile Radlwelt, oder bewegen die Münchner in Wahrheit viel kleinere Dinge, die dafür vielleicht viel einfacher zu lösen wären? Was muss sich aus Ihrer Sicht ändern, liebe Leser? 

Schreiben Sie uns – es können konkrete Fälle aber auch Grundlegendes sein. Schicken Sie uns Ihre Anregungen per E-Mail an wochenende@hallo-muenchen.de oder per Post an die Redaktion, Dessauerstraße 10 in 80992 München. Stichwort: Ausgebremst!

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