Bleibt nur das Kopfkissen?

Zum Start der Einbruchssaison – Wie sicher ist ihr Geld?

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Ist das Kopfkissen die einzige Alternative zur Bank?

Münchner stecken im Dilemma: Zum Beginn der Einbruchssaison werden viele Sparverträge von den Banken gekündigt und außerdem sind die Schließfächer ausgebucht...

München – Jetzt startet die Hochsaison für alle Langfinger: Wenn es im Herbst – und vor allem nach der Zeitumstellung – früh dämmert, steigen die Einbruchszahlen. 

1149 Taten wurden der Münchner Polizei letztes Jahr gemeldet, rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Wohin also mit dem Sparstrumpf? Gerade in Zeiten, in denen die Banken alte Sparverträge kündigen, wie in München zuletzt die Stadtsparkasse. 

Bei der Stadtsparkasse München sind alle 6300 Schließfächer vergeben

Sprecher Sebastian Sippel: „Die Nachfrage ist seit Jahren sehr hoch.“ Außerdem stellt die Sparkasse Anforderungen an Schließfach-Bewerber: „Ein Nicht-Kunde bekommt kein Schließfach und ein Kunde, der ,nur’ Sparkonten im Hause hat, bekommt auch keines.“ Die Warteliste ist lang.

Übrigens: Die Waren im Schließfach sind nicht automatisch versichert, auch wenn die Aufbewahrung als sicher gilt. 

Sippel: „Es gab noch nie einen Raub, Diebstahl. Doch für Inhalte der Schließfächer haften wir nicht, die muss jeder Inhaber selbst versichern.“ Das gilt auch für den Inhalt privater Tresore, die jetzt, wenn der Herbst beginnt, besonders nachgefragt werden.

Private Tresore boomen

 „In den letzten Jahren bemerken wir verstärkt, dass Tresore auch als Weihnachtsgeschenke immer beliebter werden“, so Dominik Federle, von Hartmann-Tresore in München.

 „In den letzten Jahren bemerken wir verstärkt, dass Tresore auch als Weihnachtsgeschenke immer beliebter werden“, so Dominik Federle, von Hartmann-Tresore in München.

„Maßgeblich für die Höhe der Versicherungssumme ist der Widerstandsgrad des Tresors.“ 

Damit sich Langfinger schwer tun oder die Versicherung im Schadensfall wirklich zahlt, empfiehlt der Tresorfachmann eine zum Modell zugelassene Wandverankerung in Haus und Wohnung: „Dazu muss der Vermieter zustimmen, Fragen zur Wandstärke, zur Beschaffenheit, ob Beton oder Mauerwerk, abgeklärt werden.“ 

Einbruchsschutz fängt jedoch schon früher an

Arno Helfrich, Leiter Prävention und Opferschutz der Münchner Polizei, rät grundsätzlich, seine Wohnung oder Haus besser zu sichern: „70 Prozent der Dämmerungseinbrüche ereignen sich über den ebenerdigen Zugang. 

Gut verschlossene Fenster und Türen, Zeitschalter für Licht und Bewegungsmelder zum Haus- und Wohnungseingang schrecken Gelegenheitsdiebe ab.“ Alarmanlagen sind wie Zusatzschlösser und -riegel sinnvoll, sollten aber nur „von Fachfirmen eingebaut werden.“ 

Wichtig sei, keine Aufstiegshilfen – wie Stühle auf der Terrasse – anzubieten, Fenster und Kellergitter sichern. 

Jeder 2. Einbruchsversuch gelingt

Auf zwei Versuche kommt ein vollendeter Einbruch, weiß der Kriminalrat. Auch, dass in München nicht mehr nur die Dämmerung die Schurken anzieht: 

„Die meisten Einbrüche finden heute zwischen 10 und 20 Uhr statt – unseren heutigen Lebensgewohnheiten entsprechend.“ Eines ist der Polizei aber trotz fehlender Schließfächer wiuchtig: Kopfkissen seien keine Alternative, so Helfrich. 

„Gute Verstecke daheim gibt es leider nicht – auch nicht im Tiefkühlfach oder im Toilettenspülkasten…“

Sich besser schützen

Zur Zeitumstellung am 27. Oktober bietet die Münchner Polizei mehr Information zum Einbruchsschutz. Broschüren in den 25 Dienststellen, Polizeitheater oder stadtweite Plakatierungen geben Tipps.

 Die Kampagnen www.K-einbruch.de und www.polizei-beratung.de klären auf, wie sich Langfinger und Einbrecher abschrecken lassen. Die Polizei rät: Wer eine Tat entdeckt, ruft die 110, rührt nichts an und nähert sich dem Täter nicht.

mjh

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