Wer von der erhöhten Förderung für Wohnungsanpassungen profitiert

90 000 Euro für barrierefreie Bäder

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Vorher-/Nachher-Vergleich nach Sanierungsmaßnahmen

Der Sozialausschuss hat jetzt beschlossen, das Budget für Wohnungsanpassungen von  Hilfs- oder Pflegebedürftigen aufzustocken. Damit soll den Empfängern der Alltag erleichtert werden.

3. Stock ohne Lift, dabei machen die Treppen täglich zu schaffen; das Badezimmer zu klein, um mit dem Rollator reinzukommen: Wie viele ältere und behinderte Menschen in München in einer für sie ungeeigneten Wohnung leben, lässt sich kaum sagen. „Häufig passen sie sich ihrer Wohnung trotz gesundheitlicher Einschränkungen an, anstatt die Wohnung an ihre Bedürfnisse anzupassen“, sagt Bernhard Reindl vom Verein Stadtteilarbeit. 

Bernhard Reindl,Verein Stadtteilarbeit

Das soll sich ändern: Das Budget für Wohnungsanpassungen, die vom Verein Stadtteilarbeit koordiniert werden, soll jetzt von 59 500 Euro auf 90 000 Euro bei maximal 10 000 Euro pro Person erhöht werden. Das hat der Sozialausschuss jetzt beschlossen. Beantragen können die Förderung Menschen, die wegen „ihrer Hilfs- oder Pflegebedürftigkeit oder Behinderung einer gezielten Verbesserung des Wohnumfeldes zur Erleichterung des täglichen Lebens in der gewohnten Umgebung bedürfen.“ 

Jährlich führt der Verein rund 500 Beratungen zu Wohnungsanpassungen durch. Tendenz steigend. Am meisten nachgefragt: Umbauten bei Bad und WC, beim Wohnungszugang mit Stufen oder Treppen und kleinere Maßnahmen im Wohn-Innenbereich. 

Bei der Umsetzung gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten – etwa durch die Pflegekasse oder den Freistaat. Insgesamt lassen sich bis zu 24 000 Euro beantragen. „Damit ist man in einem Bereich, wo sich zum Beispiel der Sanitärbereich so anpassen lässt, dass es wieder funktioniert“, so Reindl. 

Geseztlichen Anspruch auf den Topf des Sozialreferats gebe es nicht, vielmehr ist er nach dem Prinzip der Nachrangigkeit geregelt. Reindl erklärt: „Das heißt, zuerst müssen alle gesetzlichen Töpfe abgeklärt werden, bevor man Unterstützung des Sozialreferats beantragen kann.“ Die kommunalen Fördergelder werden zudem nach sozialer Dringlichkeit vergeben. Damit das Geld dort ankomme, wo es am meisten benötigt werde, so Reindl. 

Auch in Mietwohnungen sind Anpassungen in Abstimmung mit dem Vermieter möglich. Ein Anspruch auf behindertengerechten Umbau ist im Mietrecht verankert – allerdings mit der Klausel, dass der Vermieter beim Auszug den Rückbau verlangen darf. Außerdem müsse dieser nicht für die Kosten aufkommen, wie Reindl erklärt. „Er könnte es aber – und die Kosten auf die Miete umlegen.“

Im Juni plant das Kompetenzzentrum Barrierefreies Wohnen zu Hause, Konrad-Zuse-Platz 11 eine Ausstellung, bei der Interessierte verschiedene Maßnahmen sehen und ausprobieren können. 

Infos und Beratungsgespräche: www.verein-stadtteilarbeit.de.

so

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