Wahre Sicherheits-Chefs

Münchens Schutzengel? – Wo das Gewerbeaufsichtsamt für unsere Sicherheit sorgt

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Mutterschutz, medizinische Geräte, Spielzeug und Arbeitnehmerschutz fallen in das Aufgabengebiet des Gewerbeaufsichtsamts.

Ob im Familienleben, in der Arbeitswelt oder in vermeintlich unbedenklichen alltäglichen Situationen: Die Arbeit dieser Behörde beschützt uns Münchner.

München – Er bewahrt uns vor kaputten Aufzügen, gefährlichem Spielzeug und überarbeiteten Paketzustellern: Friedrich Wink (50) ist der neue Leiter des Gewerbeaufsichtsamts für Oberbayern mit Sitz an der Heßstraße. Mit seinen 134 Mitarbeitern sorgt der gelernte Chemieingenieur für unsere Sicherheit.

 Anhand eines fiktiven Tagesablaufs erklärt er Hallo die wichtigsten Aufgaben seiner Behörde.

Betriebssicherheit

Friedrich Wink (50) ist der neue Leiter des Gewerbeaufsichtsamts für Oberbayern mit Sitz an der Heßstraße

Viele Münchner verlassen morgens ihre Wohnung und nehmen den Aufzug. „Wir sind die Instanz, die darüber wacht, ob ein Fahrstuhl sicher ist.“ Alle zwei Jahre muss eine Prüforganisation wie der TÜV dies testen. „Bei gefährlichen Mängeln wie einem kaputten Notrufknopf untersagen wir den Betrieb.“ 

Um die regelmäßige Kontrolle sicherzustellen, gibt es in jedem Aufzug eine Plakette mit dem Termin der nächsten Prüfung. „Wenn der Zeitpunkt überschritten ist, rufen uns meist besorgte Nutzer an und wir ordnen eine zeitnahe Kontrolle an.“

Arbeitnehmerschutz

Im Hausflur kommt uns ein abgehetzter Paketbote entgegen. Das Gewerbeaufsichtsamt versucht sicherzustellen, dass er die Arbeitszeit von maximal zehn Stunden und die Ruhepausen einhält. Tätig wird es, wenn sich entweder ein Fahrer beschwert oder die Polizei bei einer Kontrolle auf der Straße einen Verstoß feststellt. Denn: Paketboten müssen ihre Arbeitszeiten aufzeichnen.

Medizinprodukte

Spielzeug, das sicher und vor allem ungiftig ist: ohne die regelmäßigen Stichproben des Gewerbeaufsichtsamts wäre dieser Standard vermutlich nicht zu gewährleisten.

Nach Feierabend geht es noch zum Zahnarzt. Dass dort die Geräte nach jedem Patienten gesäubert werden und damit hygienisch einwandfrei sind, fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich des Gewerbeaufsichtsamts. 

„Wir gehen in die Praxis und prüfen, ob die richtigen Geräte und fachkundiges Personal für die Aufbereitung vorhanden sind.“ Sorgen müsse sich kein Patient machen.

Mutterschutz

Auch die schwangere Frau im Büro, wird tagtäglich von den Mitarbeiter des Gewerbeaufsichtsamts abgesichert.

Zuhause wartet die schwangere Ehefrau. Sie genießt in der Arbeit einen besonderen Schutz. Zum einen darf sie am Arbeitsplatz nicht gefährdet werden. Beispielsweise sei eine schwangere Arzthelferin, die am Empfang Kontakt mit kranken Patienten hat, nicht ideal. Ihr Chef sollte sie woanders einsetzen. „Wir können auch ein Beschäftigungsverbot aussprechen – wobei sie weiterhin ihr Gehalt bekommt.“ 

Zum anderen haben Schwangere einen besonderen Kündigungsschutz. „Die Arbeitgeber müssen bei uns eine Sondererlaubnis beantragen und zeigen, dass das Vertrauensverhältnis beispielsweise durch einen Diebstahl gestört ist.“

Produktsicherheit

Spielzeug, das sicher und vor allem ungiftig ist: ohne die regelmäßigen Stichproben des Gewerbeaufsichtsamts wäre dieser Standard vermutlich nicht zu gewährleisten.

In freudiger Erwartung bestellen die werdenden Eltern im Internet das erste Kinderspielzeug. Dafür, dass das für Kleinkinder ungefährlich ist, sorgt ebenfalls das Gewerbeaufsichtsamt. „Wir machen Stichpunktkontrollen und gehen auch Anzeigen von Käufern nach. Wir bestellen das Spielzeug selbst und lassen in einem Labor prüfen, welche Stoffe es enthält und ob es scharfe Kanten oder lose Kleinteile hat.“ 

Bei Beanstandungen kann die Behörde den Vertrieb untersagen. „Wir schreiben Plattformen wie Ebay oder Amazon an und sie sperren den Händler. Die Zusammenarbeit klappt gut. Aber es ist ein Katz-und-Maus-Spiel: Viele Verkäufer sind schnell unter anderem Namen wieder da.“

Für das Münchner Gewerbeaufsichtsamt ist die Produktsicherheit einer seiner Schwerpunkte. In der Heßstraße befindet sich das „Kompetenzzentrum Markt­überwachung“, das für fast ganz Bayern zuständig ist. Außerdem spielen die Kontrolle von Medizinprodukten sowie das Sprengwesen bei Wink eine wichtige Rolle.

Andreas Schwarzbauer

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