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Sein Leben auf der Straße

Ergreifender Bericht: Pfarrer war zweieinhalb Jahre wohnungslos – heute hilft er Betroffenen

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„Wo bist du gelandet und kommst du da wieder raus?“ – Fragen, die sich Felix Leibrock als Wohnungsloser gestellt hat.

Hunger, Angst und Scham: Was zahlreiche Obdachlose tagtäglich durchleben, ist nur schwer vorstellbar. Felix Leibrock hat es am eigenen Leib erlebt – und ein Buch darüber geschrieben.

München – Auf der einen Seite Luxusvillen, in denen Rechtsanwälte, Finanz- und Unternehmensberater arbeiten. Auf der anderen Seite ein Trafo-Häuschen an der Isar, das seit 30 Jahren Obdachlosen Schutz bietet. Dieser Gegensatz ist Teil des Buchs „Nur im Dunkeln leuchten dir Sterne“, geschrieben von Felix Leibrock. 

Das Buch – Lebenshilfe in Romanform – basiert auch auf den persönlichen Erfahrungen des 58-Jährigen. Der Pfarrer, Seelsorger und Autor zog 2012 zurück in seine Geburtsstadt: Der Beginn einer zweieinhalb Jahre dauernden Odyssee zu einer eigenen Wohnung – eine „richtige Lebenskrise“.

Tausende Menschen teilen sein Schicksal

Derzeit sind rund 9000 Menschen in München wohnungslos, wie es Leibrock war. In neun möblierten Zimmern wohnte er im Laufe der Zeit zur Untermiete. Nicht ein einziges Mal bekam er einen Zimmerschlüssel: „So hatte ich nie einen privaten Raum.“ 

Strikte Vorschriften, wie um 7 Uhr die Wohnung verlassen zu müssen und erst abends wiederkommen zu dürfen, lassen ihn es jeweils kaum länger als zwei Wochen aushalten. Der Tiefpunkt: Die Vermieterin bittet ihn, kniend zu duschen, damit der Putz keinen Schaden nimmt. Er kündigt und packt seine Sachen – mehrere Nächte auf der Straße am Hauptbahnhof zieht er Erniedrigungen wie dieser vor. 

Er schläft im Sitzen auf einer Bank vor der Polizeiwache – „zumindest etwas Schutz.“

Angst und Scham dominieren den Alltag

„Angst ist bestimmend im Leben von Obdachlosen – dazu kommt die Scham, in dieser Lage gesehen zu werden.“ Das Unvorstellbare: Leibrock arbeitete die gesamte Zeit während er ohne Wohnung war.

Fester Bezugspunkt für Obdachlose ist der Bus eines Vereins, der jeden Abend Tee, Suppe und Brote verteilt. Den Tag zu strukturieren, sei elementar als Obdachloser. Als er endlich eine Wohnung findet, fühlt er Dankbarkeit, die er zurückgeben will. 

Seit vier Jahren fährt auch Leibrock die Tour mit. „Das sind Treffen voller Herzlichkeit“, bei denen jeder die Hand gereicht bekommt – einer der wenigen Momente, in denen Obdachlose Körperkontakt erleben.

Leibrock sieht sich nicht als Experte für das Thema Obdachlosigkeit oder sozialpolitische Hintergründe. Hilfe gebe es, aber es brauche auch den Blickwinkel von unten. „In Hamburg habe ich eine Stadtführung eines früheren Obdachlosen mitgemacht – es wäre toll, wenn es so etwas auch in München gäbe“, betont Leibrock.

Wo genau das Trafohäuschen liegt ist im Buch anonymisiert. „Ich will die Obdachlosen schützen, damit niemand auf die Idee kommt, sie anzugreifen.“

Sabina Kläsener

In der Nachbarschaftshilfe in der Au, Gebsattelstraße 2, stellt Felix Leibrock am Donnerstag, 25. Juli, ab 19.30 Uhr sein Buch „Nur im Dunkeln leuchten dir Sterne“ vor. Eintritt frei, Spenden erbeten.

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