Polit-Beben im Münchner Rathaus - Stadtrat wechselt Partei, Ex-Kollegen nennen das stillos

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In geregelten Bahnen? SWM ziehen Zwischenbilanz

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Flecken auf weißen Westen

NS-Zeit: Interaktives Stück behandelt Münchens Vergangenheit– und weist in die Zukunft

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„Weiße Weste“: Im Stück wird optisch der Umgang der Adenauer-Regierung mit der NS-Vergangenheit von Juristen und anderen aufgegriffen.

Nach Exekutive und Legislative folgt jetzt die Judikative: Ein neues Stück beleuchtet in einer interaktiven Stadtführung die Nachkriegskarrieren von NS-Juristen.

München – „Demokratie ist nichts für Faule“, sagt Christiane Mudra. Die geborene Münchnerin ist Schauspielerin, Autorin und Regisseurin. Ihr Genre: Investigatives Theater. Am Donnerstag, 11. Juli – dem Jahrestag des Urteils im NSU-Prozess – feiert mit „Kein Kläger – NS-Juristen und ihre Nachkriegskarrieren“ der Abschluss einer Trilogie Premiere. Nach Exekutive und Legislative steht nun die Judikative im Zentrum.

„Meine Stücke sollen zum Nachdenken anregen, was die Gewalten tun müssen, wo ihre Grenzen liegen und wo nachgebessert werden müsste.“ In Deutschland habe eine „Schlussstrich-Mentalität“ geherrscht. „Es wird einem gruselig, da es kaum positive Beispiele in der Nachkriegszeit gibt.“ 

Für die Recherche sprach sie mit Leuten, die unter der Justiz gelitten haben, wie sie die Nachkriegszeit empfunden haben. Wendepunkte waren der Eichmann- und Ausschwitz-Prozess.

Interaktive Tour durch München

Christiane Mudra aus München ist Schauspielerin, Autorin und Regisseurin.

In einer dreistündigen Tour durch die Stadt erleben die Münchner ein interaktives Spiel mit Zeitzeugnissen und Schauspielern – Hallo hat sich die Auswahl einiger Orte erklären lassen.

  • Startpunkt ist die Bushaltestelle der Linie 175 in der Riesstraße. Die Nähe zum OEZ ist bewusst gewählt, der Jahrestag des Amoklaufs eingebunden. „Es ist ein großer Skandal, dass diese Tat nach wie vor nicht von Bayern als politisch motiviert eingeordnet wird.“ 
  • Mudra verfolgte neben dem Prozess gegen den Waffenlieferant des OEZ-Amoklaufs auch den NSU-Prozess. Die Route verläuft über das Strafjustizzentrum, in dem dieser verhandelt wurde. „Die Streichelstrafen, die ausgesprochen wurden, sind ein verheerendes Zeichen.“
  • Der Justizpalast, steht unter anderem für den Weiße-Rose-Prozess und symbolisch für Juristen wie Theodor Maunz (1901-1993). Nach Kriegsende etablierte er sich als Verfassungsrechtler – bis heute gilt der von ihm mitverfasste Kommentar zum Grundgesetz als einer der führenden. Zwischen 1957 bis 1964 war er für die CSU bayerischer Kultusminister, bis seine NS-Vergangenheit publik wurde.

Mit dem Blick zurück will Mudra eine Frage für die Zukunft stellen: „Wie gestalten wir sie mit?“ Die Menschen sollen die Ehrfurcht vor dem Recht verlieren, denn jeder könne sich einbringen.

Sabina Kläsener

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