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Grün für Radler

Nach hitzigen Diskussionen: Stadtrat beschließt umstrittenen Radschnellweg in den Norden

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Grüne Welle für Radler auf Kosten des ÖPNV? Der Radschnellweg entlang der Leopoldstraße ist umstritten.

Das Rad ist aus München nicht wegzudenken. Jetzt hat der Stadtrat den viel diskutierten Radschnellweg in den Münchner Norden beschlossen. Was das für Stadtverkehr und ÖPNV bedeutet...

München – 9,1 Kilometer lang soll er sein, der Radschnellweg in den Münchner Norden. Kostenpunkt: 24 Millionen Euro. 

Die Route verläuft vom Karlsplatz über den Maximiliansplatz, die Brienner Straße zum Odeonsplatz und auf Ludwigs- und Leopoldstraße zur Ingolstädter Straße. Der Stadtrat hat die neue Radl-Trasse gegen die Stimmen von CSU, FDP und Bayernpartei beschlossen.

Kritik kam von vielen Seiten, besonders an der geplanten Grünen Welle für Radler. Der Radschnellweg dürfe nicht zu Lasten des Öffentlichen Nahverkehrs gehen, hieß es von CSU und Grünen. Die Aktion Münchner Fahrgäste betonte: „Der ÖPNV muss weiterhin höchste Priorität bei den Ampelschaltungen haben.“ 

MVG hofft auf Kompromissfindung

Die MVG hingegen ist guter Dinge und setze laut Sprecher Matthias Korte darauf, dass an allen relevanten Stellen Kompromisse gefunden werden würden. Kritisch könnte es an Haltestellen werden, wenn Passagiere über den Radweg ein- und aussteigen müssen. Fahrzeitverluste befürchte man bei der MVG am ehesten bei Bussen, die die Trasse queren müssen. 

Der Stadtrat beauftragte das Referat für Stadtplanung und Bauordnung, spätestens bis diese Vorlage in der Vollversammlung behandelt wird, auch für eine weitere Variante der Streckenführung die Auswirkungen einer solchen Radschnellverbindung darzustellen. Diese Variante sieht diesen Streckenverlauf vor: Luisenstraße, Tengstraße, Borschtallee, Luitpoldpark, Belgradstraße, Barlachstraße, ehemalige Trambahntrasse, Rathenaustraße und Ingolstädter Straße.

Konzept der Grünen Welle noch verbesserungswürdig

Das Baureferat soll gemeinsam mit den betroffenen Referaten und der SWM/MVG auf Basis der Untersuchungsergebnisse weitere Pläne ausarbeiten. Das Konzept der Grünen Welle soll laut Stadtrat so angepasst werden, sodass klar ist, an welchen Knoten und Streckenabschnitten die Radler und an welchen der ÖPNV Vorrang haben sollte. Welche das sein werden, soll in einer Diskussion zwischen den Referaten und der MVG erörtert werden. 

Ein Grundsatz steht fest: Der ÖPNV soll nicht ausgebremst werden und die Zuverlässigkeit gesichert oder sogar noch verbessert werden. Ebenso sollen Haltestellen entworfen werden, die sowohl für Radler als auch Fahrgäste sicher, zuverlässig und komfortabel sind.

Streitpunkt: Verkleinerung des Parkraums

Weiterer Kritikpunkt: Rund 840 Parkplätze werden wegfallen. Der ADAC kritisiert: „In Schwabing herrscht schon jetzt ein extrem hoher Parkdruck.“ Es fehle an Alternativen für die wegfallenden Parkplätze. 

Die nötigen Baumfällungen standen ebenfalls in der Kritik. Dazu beschloss der Stadtrat, dass in den weiteren Planungen verschiedene Varianten ausgearbeitet werden soll, um den Konflikt zwischen den Belangen des ÖPNV und des Baumschutzes zu lösen. Der mögliche Verlust von Bäumen soll zudem ortsnah kompensiert werden.

Sabina Kläsener

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