Die Stadt von Morgen

Wie München müllfrei werden soll – Visionen von Schülern und vom Bürgermeister

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Für den Film wird das Klassenzimmer kurzerhand zur Filmkulisse. 

Müll ist ein Problem: Sowohl für Jung als auch Alt. Münchner Schüler haben sich mit dem Thema in einem Video-Wettbewerb auseinandergesetzt und OB Dieter Reiter holt sich Unterstützung zu dem Thema...

München – Eine neue Währung, eine autofreie Stadt und Energiegewinnung durch Radfahrer: So soll München im Jahr 2050 sein. Zumindest wenn es nach den Schülern der Vorbereitungsklasse für Elektro, Metall und IT der Städtischen Berufsschule am Langwieder S-Bahnhof geht. „Munich fantastic without plastic“ lautet der Titel des Kurzfilmes, mit dem sie den Wettbewerb des Referats für Bildung und Sport gewonnen haben.

„Munich fantastic without plastic“ gewinnt den ersten Preis.

Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zwölf waren aufgerufen zu zeigen, wie sie sich die Stadt in gut 30 Jahren vorstellen und welche Möglichkeiten diese Stadt bieten würde. „Eine positive Erfahrung“, erklärt Marvin Wieschollek (17) – besonders als Gruppe. 

„Es war spannend sich auszutauschen, wie wir uns die Zukunft vorstellen“, erklärt auch Giovanni Gregorio (16). Er war es auch, der die Drohne für die Aufnahmen geflogen hat. In ihrer Zukunftsvision kommen diese nämlich herbei, sobald arglos Müll weggeworfen wird. Dieser soll in Zukunft weniger werden: „2050 kaufen alle nur noch plastikfrei ein“, erklärt Wieschollek. 

Probleme und Lösungen.

Besonders Plastik war für die Klasse ein großes Thema – findet sich deshalb auch im Titel wieder. „Der beste Müll ist der, der nie entsteht“, erklärt Experte Henning Wilts, der gemeinsam mit der Stadt einen Plan vorstellte, wie Müll in Zukunft vermieden werden soll. 

Die Ressourcen zu schonen, diese Idee zieht sich durch den fünf-minütigen Film. Der Unterricht der Zukunft wird papierfrei: Statt Büchern und Heften gibt es spezielle Tische und VR-Brillen, mit denen gelernt wird. Statt Autos erobern die Radler die Straßen – eine spezielle Technologie ermöglicht, dass diese beim Befahren einer Straße Strom erzeugen. 

Nachhaltig soll sie sein, die Stadt von morgen. Für die Schüler ist es ein nachhaltiges Erlebnis – alle haben mittlerweile eine Ausbildung angefangen und somit auch einen Schritt in die Zukunft gemacht.

sab

Zero-Waste-Plan: Second Hand Möbel fürs Rathaus

München produziert zu viel Müll, sagt OB Dieter Reiter. Deshalb will er jetzt Strategien entwickeln, um eine „Zero Waste City“ zu werden. 

Gemeinsam mit Henning Wilts , Spezialist zum Thema Kreislaufwirtschaft aus Wuppertal, hat er Ideen und Vorschläge, wie die Millionenstadt den Müllberg verringern kann. Ein Müllminderungspfad, mit dem Stadtrat entwickelt und noch diese Legislaturperiode beschlossen, soll den Anfang machen. 

Henning Wilts unterstützt die Stadt bei der Reduzierung von Müll.

Und die Stadt kehrt zu Beginn vor der eigenen Haustür: In Zukunft sollen Second Hand Möbel in den Büros stehen können, was die städtische Leitlinie bisher verbietet. „Zehn bis 20 Produkte sollen in den Ausschreibungskatalog der Stadt aufgenommen werden, die Langlebigkeit und Müllvermeidung garantieren“, erklärt Reiter. 

Auch die Kaffeeautomaten mit Einwegbechern sollen weg. „Wir haben im Rathaus und über die Stadt verteilt 14 Trinkbrunnen. Auch wenn sich davor noch keine langen Schlangen bilden, halte ich an der Idee fest.“ Alle Schulen sollen den Nachwuchs in Zukunft mit Mehrweggeschirr verpflegen. Den Kontakt zu Münchner Franchise-Unternehmen, egal ob Kaffeehauskette oder Fast-Food-Gastronomie, will Reiter suchen. „Noch immer gibt es täglich 190 000 Einweg-Kaffeebecher in München. 

Das Recup-System macht Sinn.“ Größter Müllproduzent bleibt in München die Bauwirtschaft. Denkbar wäre laut Reiter nach österreichischem Vorbild ein Gebäudepass, der wiederverwendbare Rohstoffe wie Kupfer auflistet.

mjh

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