Stillstand für das Klima

„München lahm legen!“: Fridays for Future ruft am 20. September zum Großstreik auf

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Die Zahl verdoppeln: Zum Streik auf der Theresienwiese kamen rund 5000 – am 20. September sollen es 10 000 sein.

Die Sommerferien haben ihnen keinen Wind aus den Segeln genommen – im Gegenteil. Am 20. September plant die Bewegung weltweite Proteste. In München sollen sogar Läden schließen...

Nichts geht mehr – zumindest für einige Stunden: Das will „Fridays for Future“ (FFF) am Freitag, 20. September, schaffen. „Wir wollen München spürbar lahmlegen“, kündigt die Münchner Gruppe um Antonia Messerschmitt an. 

Mit 10 000 Personen ist die Demonstration laut KVR angemeldet. An diesem Tag ruft Greta Thunberg zum dritten globalen Großstreik auf. Aus gutem Grund: In Berlin tagt das Klimakabinett.

Antonia Messerschmitt ist sich sicher: „München muss handeln.“

Für Messerschmitt und ihre Mitstreiter ist klar: „München muss handeln.“ Tatsächlich dürfte die Aktion am 20. September weit über einen Schülerprotest hinausgehen. Neben Lehrern, Studenten und Umweltverbänden sollen sich unter dem Motto #allesfürsKlima auch Arbeitnehmer anschließen. 

Einige Unternehmen haben auf der Seite www.muenchen-muss-handeln.de bereits verkündet, dass sie ganz oder stundenweise schließen, damit die Mitarbeiter demonstrieren können.

„Gerade diese Bevölkerungsgruppe soll den Druck der Streiks anheben, denn damit hat die Politik bisher nicht zu kämpfen gehabt“, argumentiert die FFF-Gruppe. Ihr Aufruf geht an die Unternehmen: „Wir wünschen uns, dass so viele Geschäfte wie möglich schließen, um sich mit uns zu solidarisieren.“ 

Dass in der City Geschäfte tatsächlich schließen, kann sich Wolfgang Fischer, Geschäftsführer des Vereins CityPartnerMünchen, aber nicht vorstellen. „Die Innenstadt ist die nachhaltigste Einkaufsdestination überhaupt.“

Mit vollem Tatendrang fürs Klima: Auch die Sommerferien nahmen der Bewegung nicht den Wind aus den Segeln.

Damit auch Arbeitnehmer, deren Unternehmen nicht schließen, am Streik teilnehmen können, startet der Protest am Königsplatz nicht wie sonst um 11 Uhr. „Start ist fünf nach 12 Uhr – eine Anspielung, dass der Klimakollaps schon längst stattfindet“, erklären die Organisatoren. Außerdem können so viele in ihrer Mittagspause vorbeischauen. Die geplante Route führt von Luisenstraße, Ludwigsstraße und Odeonsplatz über die Brienner Straße und den Karolinenplatz zurück zum Königsplatz.

Um auch Schulleiter mit ins Boot zu holen, hat die Gruppe alle größeren Schulen angeschrieben. „Wir rufen auf, gemeinsam zu demonstrieren“, erklärt Organisatorin Messerschmitt. Nach dem Dauerkonflikt – Schwänzen, um zu demonstrieren – gefragt, erklärt sie: „Wenn unsere Forderungen vom Klimakabinett in einem Gesetz verankert werden, dann müssen wir nicht weiter auf die Straße gehen.“

Luitpold Klotz, Leiter des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, sagt: „Wir beteiligen uns.“ Ob es für den 20. September eine andere Regelung geben wird als bisher – Schüler ab der achten Klassenstufe durften mit Einwilligung der Eltern nach der zweiten Stunde gehen – entscheidet sich in der Woche vor Schulbeginn. 

Sabina Kläsener

Wolf Dietrich Weiland (51).

Wolf Dietrich Weiland (51) aus Rosenheim:

„Ich finde die Idee grundsätzlich gut, aber sie ist nicht realistisch. Ich arbeite in einem Geschäft im OEZ und da streikt die Belegschaft nicht mal für höhere Löhne, umso weniger für das Klima. Die Leute können sich die unbezahlte Freistellung nicht leisten.“

Ozan Bozkin (40).

Ozan Bozkin (40) aus Lohhof:

„Es ist langsam an der Zeit, die Reißleine zu ziehen; auch die Unternehmen müssen endlich etwas tun. Wir müssen die Erde auch für die nächsten Generationen schützen. Der Amazonas ist nur ein Beispiel: Unser Haus brennt nicht nur an einzelnen Stellen, sondern weltweit.“

Berifan Gafour (38).

Berifan Gafour (38) aus Moosach:

„Tolle Aktion! Das Meer kann sich nicht wehren, daher ist es super, wenn sich die Jugendlichen dafür einsetzen. Es ist unfair, dass sie bestraft werden, weil sie für eine wichtige Sache einstehen. Die Unternehmen sollten sich bei dem Anliegen solidarisch zeigen!“

Daniel Häne (55).

Daniel Häne (55) aus Moosach:

„Wenn die Schüler demonstrieren, ist es eine Ordnungswidrigkeit. Einerseits wäre es daher nur fair, wenn die Mitarbeiter das auch auf ihre eigene Kappe nehmen. Andererseits sollten die Unternehmen es unterstützen, wenn sich Mitarbeiter wirklich dafür einsetzen wollen.“

Umfrage: Präpst/D’Angelo

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