Anschlag in Halle

München bekundet seine Solidarität mit der jüdischen Gemeinde

+
Die Ohel-Jakob-Synagoge am Jakobsplatz. Hier findet ein gemeinsames Gedenkgebet für die Opfer des Anschlags in Halle statt.

Dieter Reiter in der "Ohel Jakob", Joachim Hermann über Schutz von Synagogen und der Rat der Religionen veranstaltet am Donnerstag um 19 Uhr am Jakobsplatz ein gemeinsames Gebet.

München – Am Mittwoch hatte ein schwerbewaffneter mutmaßlicher Rechtsextremist am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in der Synagoge in Halle/Saale ein Blutbad unter Dutzenden Gläubigen anzurichten. 

Der 27-jährige Deutsche wollte nach Angaben aus Sicherheitskreisen die Synagoge mit Waffengewalt stürmen, scheiterte jedoch. 

Danach soll der Mann vor dem Gotteshaus und in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben. Er floh vom Tatort und wurde festgenommen.

Präsidentin der IKG München, Charlotte Knobloch, erklärt hierzu

„Der entsetzliche Anschlag mit zwei Todesopfern an der Hallenser Synagoge erfüllen uns mit Trauer und Wut. Unsere Gedanken sind in diesem Moment bei den Opfern dieses Terrorangriffs und bei ihren Angehörigen.“ 

„Wenn ein schwer bewaffneter Terrorist auf offener Straße mordet und wenn ein Zentrum jüdischen Lebens in einer deutschen Stadt am höchsten jüdischen Feiertag mit Schusswaffen und Sprengsätzen angegriffen wird, dann ist das ein Angriff auf das Zusammenleben in unserem Land. Der Schutz der Bürger ist die wichtigste Aufgabe des Staates. Gegenüber denen, die andere gewaltsam bedrohen, muss er mit aller gebotenen Härte vorgehen.“ 

Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle/Saale hat die Polizei ihre Präsenz vor jüdischen Einrichtungen im Freistaat erhöht. Die Bewachung durch die Polizei sei bis auf Weiteres verstärkt worden, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag. 

Der Schutz jüdischer Einrichtungen habe einen sehr großen Stellenwert. „Die Schutzmaßnahmen richten sich nach der jeweiligen Gefährdung und den tatsächlichen Schutzerfordernissen.“

Dieter Reiter in der "Ohel Jakob"

Lobend hob Knobloch den spontanen Solidaritätsbesuch des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter hervor, der gemeinsam mit der Münchner Kommunalreferentin Kristina Frank am Abend an den Gebeten zu Jom Kippur in der Hauptsynagoge „Ohel Jakob“ teilnahm und sich mit einer kurzen Rede an die Betenden wandte. 

„Der Besuch des Oberbürgermeisters setzte an diesem furchtbaren Tag das richtige Zeichen. Seine Überzeugung, dass jüdische Menschen in diesem Land weiterhin eine Heimat haben werden, ist auch nach diesem Tag meine Hoffnung. Meine besondere Dankbarkeit gilt dabei den Polizeikräften insbesondere hier in München, die unser Gemeindezentrum und die Einrichtungen der jüdischen Gemeinschaft tagtäglich wirksam und verlässlich schützen.“

 „Zusammen leben – zusammen wachsen“ 

Der Rat der Religionen veranstaltet in München am Donnerstag, 10. Oktober, um 19 Uhr am Jakobsplatz ein seit längerem geplantes, gemeinsames Gebet. 

Der Rat der Religionen in München hat sich 2016 gegründet, um die Zusammenarbeit der Religionsgemeinschaften vor Ort zu stärken. Im Rat sind derzeit Juden, Christen, Muslime, Aleviten, Buddhisten und Bahai vertreten.

Der Vorstand der Münchner Grünen wird daran teilnehmen, ebenso die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Katharina Schulze. 

„Angesichts des mutmaßlich antisemitischen Terrorakts in Halle wollen wir Grüne der jüdischen Gemeinde unsere Solidarität bekunden und Verbundenheit zeigen. Dass Jüdinnen und Juden in Deutschland zunehmend bedroht und von Rechtsextremisten ins Visier genommen werden, ist unerträglich. 

Wir rufen alle Münchner*innen auf, an dem Gebet teilzunehmen und ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen“, sagt der Vorsitzende der Münchner Grünen, Dominik Krause. 

Quelle: dpa/Bündnis 90/ Die Grünen/IKG München/jh

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen 

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Baustelle Sendlinger Tor – So fahren die U-Bahnen am Wochenende
Baustelle Sendlinger Tor – So fahren die U-Bahnen am Wochenende
Mieterverein gewinnt Klage – Mieterhöhung im Hohenzollernkaree fällt deutlich niedriger aus
Mieterverein gewinnt Klage – Mieterhöhung im Hohenzollernkaree fällt deutlich niedriger aus
Münchens Ex-OB Ude vergleicht Politiker mit Fußball-Profis
Münchens Ex-OB Ude vergleicht Politiker mit Fußball-Profis
SUV statt CSU – Greenpeace Verändert Schriftzug an Parteizentrale
SUV statt CSU – Greenpeace Verändert Schriftzug an Parteizentrale

Kommentare