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Sternen-Demo, Workshops und Holi-Farben

Isar-Boulevard: So will Benjamin David den Stadtrat überzeugen

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Benjamin David vor seinen Plan, der eine fast autofreie Nord-Süd-Parallele entlang der Isar vorsieht und stattdessen einen grünen Boulevard schaffen will.

Autos oder Flaneure – wer darf die Nord-Süd-Verbindungen entlang der Isar nutzen? Diese umstrittene Entscheidung beschäftigt jetzt den Stadtrat. Können die Isar-Boulevard-Verfechter Stimmen gewinnen?

München – Flanieren an der Isar auf einem breiten Boulevard – dafür kein Durchkommen mehr mit dem Auto? Das Projekt Isar-Boulevard polarisiert (siehe Pro und Contra). Der Stadtrat ist sich uneinig (Hallo berichtete). Ende März hatte das Gremium die Entscheidung vertagt – am 22. Mai steht das Projekt wieder auf der Tagesordnung.

Einer seiner größten Befürworter, Benjamin David, Vorstand des Vereins Isarlust, will dafür sorgen, dass es diesmal klappt. In den sechs Isar-anliegenden Bezirksausschüssen (BA) werben Sie aktuell um finanzielle Mittel und um Mitstreiter. Der Unterstützung der Bürger wähnt sich David sicher: „Es findet ein Umdenken statt, man betrachte die ‚Fridays for future‘-Bewegung oder den großen Wahlerfolg der Grünen. Die Münchner haben den Wandel zur autofreien Stadt weiter gedacht als die momentane Politik.“

Der Isar-Boulevard sieht vor, Teile der Widenmayerstraße und Wittelsbacherstraße in einen Boulevard zu verwandeln und den Autoverkehr auf das Nötigste zu verringern. Gemeint sind damit Einsatzfahrzeuge, Liefer-, Anwohner-, und öffent­licher Verkehr. Alle anderen Pkw sollen über die Stern- und Auenstraße fahren.

Für das Planungsreferat nicht machbar. Doch im März hatte der Stadtrat schon einmal gegen ein Verkehrsgutachten der Verwaltung entschieden. Er hatte dafür gestimmt dass die Fahrspuren der Ludwigsbrücke nach der Sanierung jeweils nur noch einspurig in beide Richtungen verlaufen sollen, und mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen (Hallo berichtete). Ein deutliches Signal pro Isar-Boulevard.

Unabhängig vom Stadtrats-Votum organisieren die Befürworter am Sonntag, 21. Juli, ein „Sternflanieren“, bei dem Interessierte erleben können, wie sich ein Isar-Boulevard anfühlen könnte. Für den Herbst plant David Workshops mit BAs und Organisationen sowie Diskussionsrunden mit Bürgern. 2020 soll der potentielle Isar-Boulevard orange leuchten. Im Rahmen eines Kunstprojektes möchte David ihn mit bunten, leicht abwaschbaren Holi-Farben einfärben.

Daniel Schubert

PRO: Verkehrswende

Verfechter des Isar-Boulevards erhoffen sich eine Abnahme des Autoverkehrs in der Innenstadt.

David argumentiert, dass das Gutachten des Planungsreferates auf gleichbleibenden oder steigenden Pkw-Verkehr aufbaut. Doch der Verkehr werde in den kommenden Jahren durch Parkraummanagement und Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel nachlassen. 

Der gleichen Meinung ist Stadtratsmitglied und Verkehrsplaner Paul Bickelbacher (Grüne): „Mit der Einführung der Parkraumbewirtschaftung ist der Verkehr von außerhalb über den mittleren Ring um zehn bis 15 Prozent zurückgegangen.“ 

Der Beschluss bezüglich der Ludwigsbrücke sei der Beginn der versprochenen Verkehrswende, der Isar-Boulevard die Fortführung. Mit geringem Aufwand könnte man öffentliche Räume von der Größenordnung des Englischen Gartens für Mensch und Tier renaturieren.

KONTRA: Zu viele Autos

Gegner des Projekts fürchten einen Verkehrskollaps, falls die einspurige Lösung durchgesetzt werden würde.

Das Planungsreferat München hält weder eine einspurige Lösung noch eine durchgängige Tempo-30-Zone für möglich. Grund sei ein täglicher Verkehr von etwa 30 000 Autos auf der Strecke. 

Die Stadtrats-Fraktion der CSU spricht sich ebenfalls gegen den Isar-Boulevard aus, Johann Sauerer dazu: „Wir haben eine Höchstdichte an Kfz-Verkehr, die öffentlichen Verkehrsmittel können die Berufspendler kaum bewältigen, die Innenstadt hat einen massiven Wirtschafts- und Pendlerverkehr. Es ist schlicht nicht möglich.“ 

Chef des Bezirksausschuss Altstadt-Lehel Wolfgang Neumer (CSU) betrachtet das Vorhaben kritisch: „Es ist eine Abwägungssache. Wir merken jetzt bereits, dass sich der Verkehr durch die Baustellen im Innenstadt-Bereich in die Viertel verteilt und der Mittlere Ring ist ausgelastet.“

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