Pläne führen ins Nichts

Museumsviertel: Stadtrat lehnt lang entwickeltes Verkehrskonzept ab

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Diese abrupt endende Radspur in der Gabelsbergerstraße – einer der Gründe, warum der Stadtrat die „modifizierte Alternative 5“ jetzt durchfallen ließ.

Fast 40 Jahre lang wurde an einem Verkehrskonzept für das Museumsviertel gefeilt. Doch jetzt muss alles noch einmal neu überplant werden...

Maxvorstadt – „Einer endlosen Geschichte wird ein neues Kapitel angefügt“ – mit diesen Worten kommentiert Klaus Bäumler (Foto: Götzfried), ehemaliger BA-Vorsitzender der Maxvorstadt, die jüngste Stadtratsentscheidung zum Thema „Modifizierte Alternative 5“. Die erteilte den bereits Jahrzehnte diskutierten Plänen, die unter anderem vorsahen, die Einbahnregelung in Gabelsberger- und Theresienstraße aufzuheben, eine Absage anstatt sie zu beschließen.

Zwei Änderungsanträge der SPD und der Fraktion Die Grünen/Rosa Liste forderten nämlich, dass das Konzept, noch einmal überarbeitet wird. Dabei sollen nun die Vorgaben des Radentscheids berücksichtigt werden. Dies bedeutet vor allem eine Umsetzung von Radwegen auf der Theresienstraße, der Gabelsbergerstraße und der Türkenstraße in jeweils beide Richtungen.

Aktuell gibt es auf der Theresienstraße keinen Radlweg.

„Das zugrunde gelegte Verkehrskonzept wird überprüft beziehungsweise weitere Straßenzüge werden einbezogen“, erklärt ein Sprecher des Baureferats. Wie lange der erneute Prozess dauert, ließe sich noch nicht abschätzen, so Ingo Trömer vom Planungsreferat.

Für Bäumler ist die neuste Verzögerung des Bauvorhabens ein Anlass, sich an die Anfänge der Debatte zu erinnern: „Der erste Beschluss war 1980, an meinem 39. Geburtstag“. Im Thema also verwurzelt, steht für den Ex-BAler eine Sache außer Frage: „Die Berücksichtigung von Radfahrern ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit“. Da es im Kunstviertel bislang einen großen Mangel an Radwegen gibt, plädiert er: „Wenn das im Zuge der Vertagung kommt, dann ist es positiv zu sehen“.

Christian Krimpmann (CSU), amtierender BA-Vorsitzender, betrachtet das Thema, das schon Vorgängern Nerven geraubt hat, inzwischen mit ein wenig Humor und hofft hauptsächlich, „dass man es in den nächsten 40 Jahren gebacken bekommt“. 

BA-Mitglied Svenja Jarchow (Grüne) zeigt sich hingegen enttäuscht: „Es ist sehr fraglich, ob nicht nun wieder Diskussionen über Parkplätze den eigentlichen Fokus einer fußgänger- und radfahrerfreundlichen Lösung überschatten werden. Die derzeitige Situation ist mehr als unbefriedigend und die nun avisierten Zeiträume sind entschieden zu lang.“

Kassandra Fischer

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