Essen nach Lehrplan

„Iss dich clever“: Gesunde Ernährung erobert Lehrpläne in Grundschulen

Bewusst essen und Lebensmittel hinterfragen: Das Modul „Iss dich clever“ erhält Einzug in die Lehrpläne von Grundschulen.
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Bewusst essen und Lebensmittel hinterfragen: Das Modul „Iss dich clever“ erhält Einzug in die Lehrpläne von Grundschulen.

Warum macht zu viel Zucker krank? Wie wirken Lebensmittel im Körper? Woher kommt die Wurst auf dem Brot? – Das Modul „Iss dich clever“ liefert Kindern Antworten auf diese Fragen.

München – „Iss dich clever“: So lautet der Titel des Unterrichtsmoduls für gesunde Ernährung an Grundschulen. 

27 Münchner Grundschulen mit insgesamt rund 2000 Schülern spielten dieses Schuljahr Versuchskaninchen – mit dabei waren auch die Kinder der Grundschule an der Weißenseestraße. In fünf Unterrichtseinheiten werden verschiedene Themenblöcke – wie Getreide, Obst, Gemüse, Eiweiß, Fette und Trinken – behandelt. 

Gemeinsam kochen und ausprobieren

Die Berater erörtern gemeinsam mit den Kindern Fragen, wie „Warum macht zu viel Zucker krank?“, „Wie wirken Lebensmittel im Körper?“ und „Woher kommt die Wurst auf dem Brot?“. Die Kinder probieren unterschiedliche Lebensmittel aus, kochen zusammen oder stellen Käse und Butter her. 

Für die nötige Bewegung zwischendurch sorgt der „Iss dich clever“-Song, der das Klassenzimmer zur Turnhalle werden lässt. 

Positive Resonanz auf Testversuche

Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs bestätigt die positive Resonanz auf das Konzept.

Die Resonanz ist positiv, wie Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs im Interview erklärt: „Alle Kinder sind sehr begeistert von dem Projekt, da es sehr praktisch aufgebaut ist. Mit den Kindern wird beispielsweise gemeinsam Apfelmus gekocht. Sie tanzen gerne zum Song und können mit der Ernährungsfibel ihr erlerntes Wissen weitergeben. Und sie lieben das Maskottchen Apfi.“ 

Auch an Schulen wie der Grundschule an der Weißenseestraße, die einen hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund hat, stößt das Projekt auf Begeisterung, so Jacobs: „Auch Kinder mit Migrationshintergrund schätzen das Angebot sehr. Durch das gemeinsame Miteinander wird nicht nur die Integration vorangetrieben, sondern auch der Spracherwerb spielerisch gefördert. Im Ernährungsunterricht haben sie die Möglichkeit, verschiedene Obst- und Gemüsesorten kennenzulernen und diese teilweise zum ersten Mal zu probieren.“ 

Gesunde Ernährung besonders im Kindesalter wichtig

Das Projekt des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU) entstand in Zusammenarbeit mit der AOK und dem Verein „Iss dich clever“. Robert Schurer von der AOK-München erklärt: „In keiner anderen Lebensphase ist das Essen so wichtig wie im Kindesalter. Eine ausgewogene Ernährung sichert das Wachstum und die Entwicklung der Kinder.“ 

Die TU München evaluiert das Ganze. Die Ergebnisse werden für August erwartet. Das Projekt wird fortgesetzt und ausgeweitet. Interessierte Schulen sollen sich beim RGU melden.

Sabina Kläsener

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