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O'zapft is

Hofbräuhaus: Tradition 2.0 – Am Platzl wird aufgerüstet

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Künftig kommt das Hofbräu-Bier aus der langen Leitung – dank modernster Technik.

Während das Hofbräuhaus diese Woche einen der modernsten Biertankkeller überhaupt in Betrieb genommen hat, setzen andere auf Tradition. Hallo stellt die Vor- und Nachteile vor.

München – Ab sofort fließt im Hofbräuhaus am Platzl das Bier „aus einem der wohl modernsten Biertankkeller in einem Münchner Wirtshaus“, urteilt die Traditionsgaststätte. Auch die Zapfanlagen von Paulaner im Olympiastadion wurden umgestellt, Fässer gegen eine Tankanlage getauscht. Bier aus der langen Leitung? An dieser Frage scheiden sich in München die Geister.

Für die Münchner Augustinerbrauerei kommt Bier aus dem Tank nicht in Frage. „Wir machen das auf keinen Fall“, sagt Martin Leiphart (57), Chef der Augustinerbrauerei in der Landsberger Straße. Für Münchens älteste Brauerei von 1328 steht fest: „Wir bleiben dem Fass treu. Ob Eiche oder Edelstahl, ob 30 Liter oder der Hirschen. Das ist Braukunst, Tradition und Geschmack.“ Die eigens patentierte Reinigungsanlage der handgefertigten alten Eichen-Hirschen, der Holzfässer, die bis zu 210 Liter Bier fassen, garantiere höchste Hygiene. Wirte bekommen Schulungen und Unterstützung, damit die Bierqualität aus dem Fass immer stimmt.

Während im Hofbräuhaus jetzt ein hochmoderner Tankkeller in Betrieb geht, setzt beispielsweise Marko Stanic, Betriebsleiter im Augustinerkeller, noch voll aufs Fass.

Marko Stanic, Betriebsleiter im Augustinerkeller in der Arnulfstraße, entscheidet je nach Andrang, welche Fass-Größe angezapft wird. Wichtig für ihn: „In 30 Minuten ist bei uns ein Fass leer geschenkt. Längere Standzeit macht sich im Geschmack bemerkbar und das wollen wir nicht.“

Walter König, Sprecher beim Bayerischen Brauerbund, erklärt den Geschmacks-Unterschied: „Beim Holzfass ist die Bierleitung so lang wie der Zapfhahn, bei den Biertanks kommen gerne mal mehrere Meter zusammen. Immer aber zähle der Frische-Aspekt beim Bier. „Ob das Bier aus einem frisch angezapften Holzfass kommt oder aus dem sogenannten ,Bier Drive‘ – ob es schmeckt und bekommt muss jeder für sich entscheiden.“ Fakt ist laut König: „Bier aus dem Fass enthält weniger Kohlensäure. Viele Biertrinker empfinden das Getränk deshalb als süffiger und milder.“

Dass die Technik das Fass verdrängt, glaubt der gelernte Brauer nicht: „Tanks mit Ringleitungen lohnen sich nur bei sehr großer Absatzmenge und permanenter hygienischer Überwachung. Wir beim Brauerbund beobachten in den letzten zehn Jahren wieder mehr Interesse am Bier. Auch das Fass ist wieder im Kommen!“

Marie-Julia Hlawica

Die Tankanlage

Im neuen Biertankkeller können in vier Tanks insgesamt 48 000 Liter Bier vorgehalten werden.

Drei Jahre wurde im Hofbräuhaus gearbeitet. Die Biertanks kamen aus dem Erdgeschoss in einen neu ausgebauten Tankkeller. Dort können in vier Tanks insgesamt 48 000 Liter Bier vorgehalten werden. Zudem wurde die gesamte Technik an den fünf Schänken des Hofbräuhauses und die Leitungen quer durch das historische Gebäude neu verlegt. Dadurch konnte die Leitungslänge halbiert werden. 

Insgesamt wurden über 850 000 Euro investiert. Ob die Tradition dadurch zu kurz kommt? „Auf keinen Fall. Zur Tradition des berühmtesten Wirtshauses der Welt gehört es, ein gutes Bier auszuschenken. Das wird künftig noch besser möglich sein“, sagt Tobias Ranzinger, Sprecher des Hofbräuhauses.

Marco Litzlbauer

Fass oder Tank: Das sagen die Biergarten-Besucher

Schmeckt anders:

Hermann Knott (59) aus Augsburg.

Hermann Knott (59) aus Augsburg möchte Fassbier nicht missen: „Sind die Holzfässer weg, stirbt ein Stück Tradition. Es schmeckt auch anders, finde ich – egal ob alle sagen, es ist doch das gleiche Bier.“

Schön schaumig:

Wilhelm Belschner (72) aus Bogenhausen.

Wilhelm „Willi“ Belschner (72) aus Bogenhausen ist aus Überzeugung seit 30 Jahren Fassbiertrinker: „Ich bestelle immer eine schaumige Maß. Mit der Restkohlensäure ist sie samtweich und sehr bekömmlich. Am liebsten ist mir, wenn ich die Maß bekomme, so lange das Fass noch gut voll ist!“

Kein Unterschied:

Gertraud L. (84) aus Weilheim.

Gertraud L. (84) aus Weilheim ist ganz ehrlich: „Ich trinke auch in meinem Alter gerne mal ein Bier. Eine Maß schaffe ich nicht – und ich schmecke auch keinen Unterschied. Aber das Brauchtum darf nicht sterben. Deshalb bin ich fürs Fass!“

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