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Experten in eigener Sache

Geteiltes Leid: Am Münchner Selbsthilfetag stellen 70 Gruppen ihre Angebote vor

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Das Selbsthilfezentrum an der Westendstraße.

Die Selbsthilfegruppe „No Mobbing“ feiert heuer 25. Geburtstag. Berater und Betroffene tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig. Die Vergangenheit kommt ihnen dabei oftmals zugute...

München – Wie lange Bärbel Hoffmann gemobbt wurde, kann sie nicht mehr genau sagen. „Zehn Jahre? Zwölf? Jedenfalls lange“, sagt die 74-Jährige und blickt auf den Tisch vor ihr in den heute leeren Gruppenraum im zweiten Stock der Westendstraße 68. 

Hoffmann ist Expertin in eigener Sache: Vor 25 Jahren wurde hier die Selbsthilfegruppe „No Mobbing“ gegründet, deren Leitung sie gleich nach der ersten Sitzung übernahm. Etwa 1300 Gruppen, Initiativen und Organisationen der Selbsthilfe gibt es in der Landeshauptstadt, mehr als 200 davon im Selbsthilfezentrum. Am Samstag, 6. Juli, zeigen sie beim Münchner Selbsthilfetag in der Fußgängerzone Gesicht.

Hoffmann ist pensionierte Lehrerin für Hauswirtschaft, Textil­arbeiten und Werken – beziehungsweise für „Ernährung und Gestaltung“ wie es heutzutage heißt. Bis sie erkannt habe, dass sie gemobbt werde, habe es gedauert: „Es ist ein schleichender Prozess. Anfangs denkt man noch, man hat sich verhört. Oder man hat Verständnis für das Verhalten einer Person, weil man weiß, dass sie gerade in Scheidung lebt oder so.“ 

Hoffmann war selbst Opfer von Mobbing

Ruhig und besonnen spricht sie, blickt immer wieder geradeaus auf den leeren Tisch vor ihr. An eine „besonders bösartige Schikane“ erinnert sie sich noch genau. Hoffman hatte eine Projektwoche zum Thema „Gesunde Ernährung“ vorbereitet und wollte mit den Schülern in der Küche kochen. Alle Lebensmittel hatte sie bereits feinsäuberlich vorbereitet und zurechtgelegt. Dann kam die Hauptmobberin herein, ebenfalls eine Lehrerin im Fachbereich. 

„Sie hatte Tongefäße dabei. Es gibt da so ein bestialisch stinkendes Öl, das den Ton fest werden lässt, wenn man ihn in den Ofen stellt. Sie meinte, die Gefäße nun brennen zu müssen. Die ganze Küche hat gestunken und ich musste das ganze Essen nach draußen bringen“, erzählt Hoffmann. Sie ist sich sicher, dass der Neid die betreffende Lehrerin so handeln lies: „Sie war eifersüchtig, weil ich bei den Schülern so gut angekommen bin.“

Bärbel Hoffmann leitet seit 25 Jahren die Selbsthilfegruppe „No Mobbing“.

Etwa um die Zeit, als sich Hoffman um eine Schulversetzung bemühte, hatte sie in der Zeitung von einer neuen Selbsthilfegruppe gelesen. „22 Leute mit Erfahrungen wie ich sie hatte, saßen in dem Raum. Es wurde nach einer Leitung gesucht und weil ich einmal eine Fortbildung zur Gesprächsführung gemacht hatte, fiel es mir leicht, den Posten zu übernehmen“, so Hoffmann.

Zahl der Mobbing-Fälle nimmt zu

In den vergangenen 25 Jahren beobachtete Hoffmann, dass das Mobbing schlimmer geworden ist. Auch hätten sich die „Mobber“ geändert: „Heutzutage geschieht vieles systematischer. Die Schikanen kommen oftmals von oben und sind Teil der Firmenphilosophie.“ So berichten sogenannte „Low Performer“ in Hoffmanns Sitzungen. „Am Ende geht es nur ums Geld“, sagt Hoffmann, die Betroffene wenn nötig bis vors Arbeitsgericht begleitet.

Der überwiegende Teil der Selbsthilfegruppen arbeitet ohne Förderung und ehrenamtlich. So auch Hoffmann. Zwei Mal pro Monat trifft sich ihre Gruppe. „Der Effekt von Selbsthilfe greift sofort – es ist der erste Schritt aus der anfänglichen Einsamkeit und Ohnmacht“, weiß Hoffman. „Bei uns muss viel gelacht werden, damit man sich von dem Thema distanziert, damit man wieder Mut hat.“

Daniela Borsutzky

„Arbeitskreis der Pankreatektomierten“

Horst Dillschnitter.

Seit 14 Jahren leitet Horst Dillschnitter die Münchner Regionalgruppe für Bauchspeicheldrüsenerkrankte: „Wir haben die Betroffenenkompetenz – und sind damit oft dichter dran als die Mediziner.“

„Nahtod-Erfahrung“

Werner Barz.

„Eine Gratwanderung zwischen Esoterik, Spinnerei und Träumern“ – so beschreibt Gruppenleiter Werner Barz die öffentliche Wahrnehmung der Nahtod-Erfahrung in der. „Es ist wichtig, dass anerkannt wird, dass es diese Erfahrungen gibt.“

„Junge Aphasiker/Schlaganfall“

Uwe Wildberger.

Uwe Wildberger ist Leiter einer Gruppe von Schlaganfall- und Aphasiebetroffenen und will weitere Menschen ermutigen: „Ich selbst habe Schwierigkeiten zu sprechen – aber ich habe gelernt, damit umzugehen.“

„Kreativ und Selbstbewusst“

Yusir Alshorofey.

In der Gruppe von „Kreativ und Selbstbewusst“ von Yusir Alshorofey kommen vor allem Frauen aus verschiedenen Nationen, oftmals aus Kriegsländern, zusammen. „Wir treffen uns einmal wöchentlich und es geht in erster Linie ums Wohlfühlen. Dass man nicht einsam ist, Freundschaften knüpft und sich integriert“, erklärt Alshorofey.

Münchner Selbsthilfetag

Das Selbsthilfezentrum organisiert alle zwei Jahre den Selbsthilfetag auf dem Marienplatz. Heuer präsentieren sich am Samstag, 6. Juli, verschiedene Gruppen an etwa 70 Ständen von 10.30 bis 16.30 Uhr interessierten Besuchern. Darüber hinaus stellen auch einige Einrichtungen, die mit dem Selbsthilfe-Konzept arbeiten, ihr Angebot vor. Weitere Infos zu Teilnehmern sowie das Programm unter: www.shz-muenchen.de und www.muenchner-selbsthilfetag.de

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