Eine Frau und drei Männer angeklagt

Mit Drogen und Gewalt gefügig gemacht – Zuhälter wegen Zwangsprostitution angeklagt

Prostituierte wurden misshandelt, unter Drogen gesetzt und gefangen gehalten. 
+
Prostituierte wurden misshandelt, unter Drogen gesetzt und gefangen gehalten. 

Die Opfer wurden über ein Jahr misshandelt und gefangen gehalten. Was ihnen widerfuhr, sollen sie nun selbst berichten...

Update, 17. September, 11.30 Uhr

Zu Beginn eines Prozesses um Zwangsprostitution und Zuhälterei in einem Münchner Bordell haben alle vier Angeklagten eine Aussage verweigert. 

Die drei Männer und eine Frau zwischen 31 und 39 Jahren müssen sich seit Dienstag vor dem Landgericht München I verantworten, weil sie neun Frauen über ein Jahr lang zur Prostitution gezwungen haben sollen. 

Die Angeklagten mit ungarischer und türkischer Staatsbürgerschaft hätten den Prostituierten einen Großteil der Einkünfte abgenommen und sie in dem Haus regelrecht eingesperrt.

Zudem hätten die Opfer schwere Misshandlungen erleiden müssen. Einer der Angeklagten habe eine Frau mehrfach geschlagen und sie an den Haaren aus der Bar gezogen. Ein weiterer Beteiligter, der nicht in dem Verfahren angeklagt ist, habe einer Prostituierten gedroht, er werde sie „zu Tode prügeln“ und ihr „das Gesicht verstümmeln“.

Die Opfer sollen im Prozess als Zeuginnen aussagen

Quelle. dpa/jh

17. September, 09.00 Uhr

München – Weil sie neun Frauen über ein Jahr lang zur Prostitution gezwungen haben sollen, müssen sich vier Angeklagte von Dienstag (9.00 Uhr) an vor dem Landgericht München I verantworten. 

Ihre aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien stammenden Opfer hatten laut Staatsanwaltschaft von Februar 2017 bis August 2018 in einem Münchner Bordell arbeiten müssen. 

Die mutmaßlichen Zuhälter, eine Frau und drei Männer mit ungarischer und deutscher Staatsbürgerschaft, sollen sich die Zwangsprostituierten mit Gewalt und Drohungen gefügig gemacht haben.

Die Frauen sollen teils von weiteren, unbekannten Zuhältern für das Bordell, eine zugehörige Table-Dance-Bar und einen Escort-Service angeworben worden sein. Die Angeklagten hätten die Prostituierten misshandelt und ihnen einen Großteil der Einkünfte abgenommen. Sie hätten die Opfer in dem Bordell regelrecht eingesperrt. 

Drei der Angeklagten bauten der Staatsanwaltschaft zufolge parallel zum Rotlichtgeschäft einen Handel mit Drogen auf. Diese sollen teilweise von den Prostituierten an Freier übergeben worden sein.

Die Anklage lautet unter anderem auf Zwangsprostitution, Zuhälterei und Menschenhandel. Für das Verfahren sind zunächst 20 Termine bis Mitte November angesetzt.

Quelle: dpa/lby/jh

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht .

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Mysteriöser Heißluftballon über München gesichtet – Was steckt dahinter?
Mysteriöser Heißluftballon über München gesichtet – Was steckt dahinter?
München unter Top-Favoriten – Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2021?
München unter Top-Favoriten – Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2021?
Raubüberfall an U-Bahnhof – 17-Jähriger wird von vier Männern verprügelt
Raubüberfall an U-Bahnhof – 17-Jähriger wird von vier Männern verprügelt
Keller in der Genter Straße seit Jahren unter Wasser – Anwohner müssen das Abpumpen trotz unbekannter Ursache selbst zahlen
Keller in der Genter Straße seit Jahren unter Wasser – Anwohner müssen das Abpumpen trotz unbekannter Ursache selbst zahlen

Kommentare