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Belästigung: angekreidet!

Catcalling: Verbale Übergriffe auf der Straße – ein Münchner Trio geht dagegen vor

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Sprüche wie diese... auch Münchner und Münchnerinnen bekommen sie tagtäglich zu hören...

Für manche ist es ein „Hey, Hübsche“, für andere ein Griff an den Po: Wo sexuelle Belästigung anfängt, entscheidet jeder selbst. Die Instagram-Seite „CatcallsOfMuc“ kreidet alle Formen an.

München – „Darf ich mal anfassen?“, „Hey, willst du mit mir bumsen?“ – Zu oft werden Menschen auf der Straße Opfer von verbaler sexueller Belästigung. In den USA gibt es dafür einen Namen: „Catcalling“. Auch wenn der Begriff manchen noch nicht geläufig ist – die Situation kennen viele Münchner. Vor allem Münchnerinnen. 

Jetzt setzt sich ein Trio – mit Kreide bewaffnet – zur Wehr, um auf das Problem aufmerksam zu machen: Sofija Pavlenko, Julia ­Tokic und Ege Celik veröffentlichen auf der Instagram-Seite „­CatcallsOfMuc“ Münchner Vorfälle.

„Dass es so schlimm ist, damit hätten wir nicht gerechnet“ 

„Die Opfer, die belästigt wurden, schicken uns ihre Geschichte. Wir fragen, wo genau es passiert ist und schreiben es mit Kreide dorthin“, erklärt Pavlenko. „Wir dachten schon, dass es in München ein Problem gibt“, sagt die 19-Jährige. „Alle meine Freundinnen haben so etwas schon erlebt. Alle von Julias Freundinnen. Wir selbst. Aber dass es so schlimm ist, damit hätten wir nicht gerechnet.“ 

Sprüche wie „Dich würde ich auch gerne mal aufspießen“ offenbaren, wie grausam Belästigung ist.

Besonders häufig kommt Catcalling am Hauptbahnhof, am Stachus und am Marienplatz vor. „Dort sind am meisten Menschen – außerdem sind das Treffpunkte für größere Gruppen“, sagt Pavlenko. „Meistens kommt es von einem Typen, der sich vor anderen beweisen und aufspielen muss.“ Auch die Wiesn ist alkoholbedingt ein Catcalling-Brennpunkt.

Mit Kreide gegen Belästigung (von links): Ege Celik, Sofija Pavlenko und Julia ­Tokic haben die Instagram-Seite „CatcallsofMUC“ ins Leben gerufen.

Als Ursache für die Belästigung machen die drei vor allem die Rollenbilder der Gesellschaft aus. „Frauen wird immer noch vermittelt, dass sie das schwächere Geschlecht sind. Männer sind die Jäger. Sie müssen Macht zeigen.“

Amerikanisches Projekt als Vorbild

Zur Seite inspiriert wurde das Trio in New York, wo sie mit dem Jugend-Projekt „Youth Bridge“ hinfuhren. Dort haben sie Sophie Sandberg kennengelernt, deren Website „Catcalls of New York“ weltweit Wellen schlug. Ein Einwand, der immer hier wie dort kommt: „Das ist doch keine Beleidigung, sondern ein Kompliment“. 

Dabei sind die Grenzen keineswegs fließend: „Für uns ist es Belästigung, wenn sich das Opfer belästigt fühlt“. Für manche sei das ein „Hey, Hübsche“, für andere ein Griff an den Po. Täglich erhalten sie neue Nachrichten mit schockierenden Geschichten. „Es tut weh, so etwas immer wieder lesen zu müssen. Dass Frauen so etwas aushalten müssen. Dass sie immer auf ihr Aussehen reduziert werden, dass sie an sich selbst zweifeln“.

Die Seite soll aber nicht nur auf sexuelle Belästigung aufmerksam machen. „Wir wollen auch rassistische, antisemitische und islamophobe Übergriffe ankreiden“, sagt Pavlenko. Denn auch diese kommen in München leider zu oft vor.

Sebastian Obermeir

Was ist Catcalling?

Unter dem Begriff „Catcalling“ versteht man eine Belästigung im öffentlichen Raum mit sexueller Konnotation. Anstößige Sprüche, jemanden hinterherpfeifen, angrapschen. 

Sogenanntes „Street Harassment“ (Straßenbelästigung) geht aber noch weiter: Dazu gehören auch fremdenfeindliche, rassistische oder antisemitische Anfeindungen. Auf der Instagram-Seite ­­ „@CatcallsOfMuc“­ werden sie angekreidet.

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