Heuer wohl 4,12 Millionen Euro

BA-Budget – Wie viel Geld in den Münchner Vierteln ankommt

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Eine 170 000 Euro teure Ambientebeleuchtung am Pasinger Marienplatz könnte diese allerdings noch bei weitem toppen.

München ist teuer. Auch die verschieden Viertel geben mehr Geld aus. Das Antragsvolumen für BA-Budget hat sich in zwei Jahren fast verdreifacht.

München – Etwa vier Millionen Euro standen den 25 Bezirksausschüssen heuer im Rahmen des sogenannten Stadtbezirksbudgets zur Verfügung. Bis Mitte Oktober sind 919 Anträge auf Zuwendungen aus diesem Budget eingegangen. Besonders häufig wurden Trinkwasserbrunnen, Ferienpässe und erklärende Zusatzschilder zu Straßennamen beantragt.

2018 gab es erstmals mehr Euro für die Wünsche der Bürger. Aber: Im Oktober vergangenen Jahres hatten die BAs nur knappe 35 Prozent ihres Jahresbudgets verbraten (Hallo berichtete) – mit der Konsequenz, dass das Geld weg ist, sollte die Situation heuer ähnlich aussehen. 

Doch es gibt Entwarnung

„Alle Anträge umfassen zusammengenommen schon jetzt ein Volumen von 3,24 Millionen Euro“, erklärt Tim Roll vom Direktorium der Stadt. „Auf 365 Tage hochgerechnet ergäben sich somit rund 1200 Anträge und 4,12 Millionen Euro Antragsvolumen.“

Das bedeutet in zweierlei Hinsicht eine deutliche Steigerung. Gegenüber dem letzten Jahr vor der Aufwertung des Budgets (siehe unten): 2017 wurden insgesamt 632 Anträge gestellt mit einem Volumen von 1,5 Millionen Euro.

Bis Mitte Oktober 2019 wurden zwei Millionen Euro tatsächlich bewilligt

Bei zahlreichen Antragsverfahren steht die Entscheidung noch aus. Hinzu kommen heuer 51 Bestellungen städtischer Leistungen, wovon bisher 14 bewilligt wurden. Beispielsweise die Aufstellung von krähensicheren Mülleimern am Bordeauxplatz, wie der BA Au-Haidhausen gefordert hatte. Oder eine öffentliche Fahrradabstellanlage an der Bauerstraße in Schwabing-West. Außerdem wurden weitere 100 000 Euro für BA-eigene Veranstaltungen zugesagt – eine Summe, die „im langjährigen Schnitt stabil“ sei. So findet auch heuer wieder am zweiten Novemberwochenende das „Festival der akustischen Musik des Bezirksausschuss 25“ – die „Internale“ in Laim statt.

Die drei Projekte mit den bisher höchsten genehmigten Fördersummen

Die kulturelle Zwischennutzung „Die Gubes“ in Moosach mit einer Summe von 24 700 Euro, das „Hood Training“ in Neuhausen-Nymphenburg mit einer Summe von 22 230 Euro und das Stadtteilfest „Ois Giasing“ in Giesing mit einer Summe von 15 653 Euro. 

Das „Hood Training“ in Neuhausen-Nymphenburg.

Der wohl teuerste Antrag steht allerdings noch aus: Etwa 170 000 Euro will der BA 21 für eine Ambientebeleuchtung am Pasinger Marienplatz zuschießen (Hallo berichtete).

Dennoch betont Roll: „Die Höhe der Fördersumme ist für uns kein Bewertungsmaßstab für den Erfolg einer Maßnahme.“ Vielmehr könne es als Erfolg angesehen werden, dass so heuer „voraussichtlich über 1000 Maßnahmen zur Förderung des Gemeinschaftslebens in den Stadtbezirken realisiert werden können.“ Aus Sicht des Direktoriums sei das Stadtbezirksbudget mittlerweile „sehr gut etabliert“.

Eine umfassende Bestandsaufnahme soll es 2021 geben, bis dahin sei keine Veränderung des Budgets vorgesehen. „Je nachdem, wie sich die Einwohnerzahl entwickelt, wird es in den kommenden Jahren gegebenenfalls automatisch zu leichten Anpassungen kommen“, so Roll.

Stadtbezirksbudget – so geht’s

2018 wurde das BA-Budget in Stadtbezirksbudget umbenannt. Der bisherige Sockelbetrag in Höhe von 10 200 Euro zuzüglich eines Betrags von 41 Cent pro Einwohner wurde um weitere zwei Euro pro Einwohner erhöht – mit dem Ziel, dass Vorschläge von Bürgern, Initiativen, Vereinen oder dem BA selbst, häufiger verwirklicht werden. 

Im offiziellen Stadtportal ist alles erklärt. Anträge können heruntergeladen und ausgefüllt bei den jeweiligen BAs abgegeben werden. Bald sollen zudem alle Schritte auf einer Online-Plattform abgewickelt werden können.

dbo

Die Anträge der verschiedenen Viertel in den letzten drei Jahren

BA

2017

2018

2019 (zum 14.10.19)

1

 16

 23

31

2

29

41

58

3

 22

46 

43

4

 28

42

39

5

 30

35

41

6

 23

 34

 30

7

 26

38

39

8

 19

39

23

9

31

60

71

10

26

24

25

11

37 

41

 47

12

 28

 57 

50

13

27

24

 33

14

26

25

24

15

26

42

35

16

 32

41

 48

17

 28

 36

 26

18

17

24

31

19 

34

 36

49

20

 23

 30

41

21

25

28

31

22

14

15

 19

23

14

10

17

24

 35

35

38

25

16

30

30

Ing.

632

856

919 (Prognose rd.1200)

 

Die Entwicklung der Anzahl der Anträge zeigt insgesamt fast eine Verdoppelung der Antragszahlen gegenüber dem letzten Jahr vor der Erhöhung und Aufwertung des Stadtbezirksbudgets (632 Anträge in 2017 ggü. prognostizierten rund 1200 in 2019).

Grundsätzlich ist erkennbar, dass es schon immer Stadtbezirke gab, in denen mehr bzw. weniger Anträge gestellt werden. Die Zahlen legen Nahe, dass dies vor allem mit der Größe der Stadtbezirke zusammenhängt. 

Weitere Einflussfaktoren scheinen Innenstadtnähe und das Vorhandensein einer aktiven Kultur- / Vereinsszene zu sein. 

Eine genaue Analyse diesbezüglich wurde bisher nicht durchgeführt. Nichtsdestotrotz rechnet das Direktorium im Vergleich von 2017 und 2019 mit höheren Antragszahlen in sämtlichen 25 Stadtbezirken. Die durchschnittliche Antragssumme hat sich von 2319 € in 2017 auf 3126 € in 2018 und weiter auf 3528€ in 2019 erhöht.

Quelle: Abteilung für Bezirksausschussangelegenheiten

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