Was Senioren zusteht

Altersarmut: Tausende Münchner Rentner nehmen Recht auf Grundsicherung nicht in Anspruch

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Zwar kommen sie kaum über die Runden – doch zahlreiche Münchner Senioren stellen keinen Antrag auf Grundsicherung.

Wenn die Rente nicht reicht: Obwohl ihnen Geld zustehen würde, beantragen Tausende Münchner die Grundsicherung im Alter nicht. Woran das liegt und wie Bedürftige handeln können lesen Sie hier.

München – 15 170 Münchner Rentner beziehen aktuell Grundsicherung. Alleine diese Zahl wäre in einer an sich reichen Stadt wie München schon erschreckend genug. Doch: Die Zahl der tatsächlich Bedürftigen ist noch viel höher! Das erklärte jetzt Sozialreferentin Dorothee Schiwy. 

Das Sozialreferat vermutet eine Dunkelziffer von bis zu 10 000 weiteren Personen, die Anspruch hätten, die Grundsicherung aber nicht beantragen. Viele wüssten schlicht nicht, dass ihnen Geld zusteht, für andere sei aus Scham oder Angst die Hemmschwelle zu groß.

Wer darf Anspruch stellen?

Anspruchsberechtigt sind Senioren, die nicht in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt aus eigenem Einkommen und Vermögen – etwa der Rente oder Erspartem – zu bestreiten. Wie viel Geld jemandem zusteht, ist individuell unterschiedlich. 

In München beträgt der Regelbedarf 445 Euro – dieser Betrag ist für Lebensmittel, Kleidung, Haushaltsgeräte vorgesehen. Zu diesem Bedarf kommt die Miete hinzu. Den Betrag, der durch die Rente nicht gedeckt werden kann, gleicht die Grundsicherung aus. In bestimmten Fällen bekommt man sogar einmalige Kosten wie die Reparatur von orthopädischen Schuhe erstattet. Auch Haushaltshilfen können übernommen werden.

So kann der Antrag eingereicht werden

„Wenn Sie nicht über die Runden kommen – lassen Sie prüfen, ob Unterstützungsansprüche bestehen“, rät Antonia Eicher vom Sozialbürgerhaus Pasing. In einem Telefongespräch teilen sie und ihre Kollegen mit, welche Unterlagen beim persönlichen Termin benötigt werden. Falls gewünscht, kann der Antrag gemeinsam ausgefüllt werden. 

„Ich hatte schon Fälle, da war die Not so groß, dass jemand am Freitagvormittag hier war, und am Nachmittag war der Bescheid ausgestellt.“

Sebastian Obermeir

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