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Wie die Münchner Telefonseelsorge auch rund um die Weihnachtsfeiertage zuhört und hilft

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Erreichbar ist die Telefonseelsorge kostenfrei rund um die Uhr unter der Nummer (0800) 11 10 222 oder online unter www.telefonseelsorge.de.

Stade Zeit? Von wegen! Bei der Telefonseelsorge der Erzdiözese München und Freising klingelt es ununterbrochen.

München – „Vor allem zwischen den Jahren glühen bei uns die Telefone“, sagt Alexander Fischhold, Leiter der Dienststelle München. 

Eine seiner Mitarbeiter: Mathilda Kamm. „Es ist die Sehnsucht nach der heilen Welt, die nach Weihnachten hochkommt“, erklärt die Rentnerin aus dem Münchner Westen. „Man erfährt viel von den Widerlichkeiten des Lebens“, sagt Kamm und erzählt von einem jungen Mann, der gerade einen Unfall mit Personenschaden hinter sich hatte. „Er stand noch völlig unter Schock.“ 

Alexander Fischhold, Leiter der Telefonseelsorge München.

Oder einem Rentner, der aus dem Krankenhaus entlassen wurde, genau als seine Frau in ein anderes eingeliefert wurde. „Die Ärzte haben ihm gesagt, dass sie sterben wird“, erzählt die Telefonseelsorgerin. „Mathilda Kamm ist übrigens nicht mein richtiger Name“, sagt die Ehrenamtliche, „sondern mein Deckname. Er schützt mich“. Und trotz des Abstands geht es auch ans Herz. Etwa als eine einsame ältere und leicht demente Frau anrief und nach der Nummer der Telefonseelsorge fragte. „Als ich mich zu erkennen gab, hat sie gesagt, das ist schön. Denn wenn wir miteinander sprechen, dann ist das wie ein Gespräch in der Familie.“ 

Bis zu einer Stunde dauern die Telefonate – 25000 führten 70 ehrenamtliche Telefonseelsorger letztes Jahr. Die Nöte und Sorgen: körperliches und seelisches Befinden, Einsamkeit, Familienkrisen, Depression oder der Beruf. „Diese Themen beschäftigen uns schon länger. Aber in der Online-Beratung per E-Mail oder im Chat geht es häufiger um Suizid und Liebeskummer“, erklärt Fischhold. Das Angebot möchte die Telefonseelsorge weiter ausbauen.

so

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